PCR oder LFD? Warum Test nicht gleich Test ist

Ein Gastbeitrag von Zacharias Fögen

PCR:  (reverse-transkriptase) Polymerase Chain Reaction. (RNA-in-DNA-umwandelndes Enzym) DNA-Vervielfältigungsenzym Kettenreaktion.

LFD:  lateral flow (viral antigen detection) device. Seitwärtsfluss-(Virus-Oberflächenstruktur-Erkennungs)-Apparat.

Wem davon würden Sie mehr vertrauen? Welcher Test ist zuverlässiger dabei, SARS-CoV-2 zu erkennen?

Diese Frage ist sicherlich erst mal nicht so einfach zu beantworten. Lassen Sie mich Ihnen ein bisschen über diese Tests erzählen.

Beide Tests werden aus einem Rachenabstrich gewonnen. Da hört die Gemeinsamkeit auch schon auf.

Was erkennt der Test?

PCR
Bruchstücke aus dem Inneren des Virus werden erkannt.

LFD
Intakte Teile der Virus-Außenhülle werden erkannt.

Wann wurde der Test erstellt?

PCR
Mit der Herstellung des Tests wurde Januar 2020 begonnen, als in China 41 Patienten bekannt waren. Bis zu seiner Fertigstellung vergingen weniger als zwei Wochen, für den Review durch das Journal waren nur zwei Tage notwendig.

LFD
Das britische Gesundheitsministerium begann im August 2020 damit, aus der großen Vielzahl öffentlich bereits verfügbarer Tests mittels eines dreischrittigen Verfahrens durch eine unabhängige Gruppe von Wissenschaftlern den besten Test auswählen zu lassen. 3 Monate später wurde der Bericht veröffentlicht und der „Gewinner“ gekürt.

Auf welcher Grundlage wurde der Test erstellt?

PCR
Dieser Test wurde ohne das echte Virus auf der Basis von Daten chinesischer Wissenschaftler, Schätzungen und bekannten ähnlichen Viren erstellt und auf seine Funktionsweise mit Hilfe von ähnlichen Viren (SARS-CoV-1) und SARS-Fledermausviren getestet.

LFD
Dieser Test wurde mittels des echten SARS-CoV-2 Virus erstellt und getestet.

Wie schwierig ist es, diesen Test durchzuführen?

PCR
Dieser Test muss in einem Labor durchgeführt werden. Der Virus wird zerstört, damit man an das Innere rankommt, dann werden eine Menge Eiweiße und Enzyme dazugegeben, dann wird es ganz lange „gegart“ bei Temperaturen über 50°, teilweise über 90°, und wären diesem „garen“ muss ständig die Temperatur gewechselt werden (über 20mal hin und her).

LFD
Dieser Test kann vor Ort durchgeführt werden. Der Virus wird in eine Lösungsflüssigkeit gegeben und dann auf den Teststreifen getropft. Während die Flüssigkeit seitlich über den Teststreifen fließt, bleibt der Virus an einer Stelle hängen, dies löst eine sichtbare Farbänderung aus (so wie ein Schwangerschaftstest).

Gibt es Kritik an den Tests?

PCR
Viele bekannte Wissenschaftler haben sich zusammengeschlossen und diesen Test in einem gemeinsamen Papier dafür kritisiert, dass die Testanleitung zu ungenau sei, sprich: Er erfasse nicht nur SARS-CoV-2, sondern er wird auch durch viele andere Dinge positiv.
Dieser Bericht wurde kürzlich nochmal ergänzt um eine Auflistung von 17 anderen unabhängigen Studien, welche den Test im Labor wiederholen wollten und dabei auf unterschiedlichste Probleme gestoßen sind.

LFD
Einige Wissenschafter haben Kritik daran geäußert, dass dieser Test, wenn er mit dem PCR-Test verglichen wird, viel seltener positiv ist. Beispielsweise beim Massentest in London waren nur die Hälfte der Tests, die im PCR positiv waren, auch im LFD positiv.

So, lieber Leser, jetzt müssen Sie sich entscheiden. Welcher Test ist zuverlässiger? PCR oder LFD?

Überlegen Sie gut, lesen Sie vielleicht nochmal nach. Wenn Sie sich entschieden haben, scrollen Sie weiter nach unten.

So, Sie haben sich entschieden, welcher Test zuverlässiger ist. Im folgenden Diagramm finden Sie einen Vergleich zwischen beiden Tests:
In England hat man ab November den „Gewinner-“ LFD (orange) zusätzlich zu PCR-Test (blau) angewendet („Pillar 2“ in der Legende bedeutet, die Tests fanden nicht in Krankenhäusern statt).

Wenn Sie sich für den LFD-Test (im Volksmund auch Antigen-Test) entschieden haben, dann fragen Sie sich wahrscheinlich jetzt, warum die PCR-Tests etwa 6-8 Prozentpunkte öfter positive Ergebnisse liefern…. Sind das alles falsch Positive, wird da irgendetwas anderes als SARS-CoV-2 gemessen?

Vielleicht fragen Sie sich auch, was ist dann mit den Todeszahlen, woran sterben die vermeintlichen falsch Positiven eigentlich?

Fragen über Fragen…

Wie mit meinem Beitrag „Ein Dialog“ hoffe ich mit diesem Beitrag zumindest ein Stück den gesellschaftlichen Dialog angestoßen zu haben. Teilen Sie ihn mit Menschen, die nicht Ihrer Meinung sind (und die nicht Reitschuster lesen).


Da ich eine tiefe Dankbarkeit dafür empfinde, dass meine Seite so erfolgreich ist und inzwischen ein echtes Medium wurde, will ich etwas zurückgeben. Und anderen helfen, sich auch etwas aufzubauen. Gerade in diesen schweren (Corona-)Zeiten. Daher hier heute eine kostenlose Anzeige für eine Geschäftsidee, die ich spannend finde: „Finde dein Genie: www.talentogramm.at“.

Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

Autor Zacharias Fögen über sich: „Nach fünf Semestern Mathematikstudium entschloss ich mich, mich der größten Unbekannten im Universum zu stellen: dem Menschen. Mein Studium der Humanmedizin schloss ich im Jahr 2011 mit dem Staatsexamen ab.“

Bild: 9nong/Shutterstock
Text: Gast

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Dragan Stojiljkovic
1 Monat zuvor

Guten Tag Herr Fögen, guten Tag Herr Reitschuster!

Wo finde ich die betreffende Studie?

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. D. Stojiljkovic

Til
1 Monat zuvor

Der LFD Test ist für hochansteckende Leute ohne Symptome mit viel Virus. Nur hier kann er gut das Virus detektieren.

https://www.birmingham.gov.uk/info/50231/coronavirus_covid-19/2308/covid-19_lateral_flow_device_lfd_testing_information

Für alle anderen gibt es PCR. Klar, der findet einige falsch Positive. Aber LFD findet einfach viele Virenträger nicht.

Kai
1 Monat zuvor

Auf RKI-Seite gefunden: Zahl der Tests ist NICHT gleich der Zahl der Getesteten wegen Mehrfachtestungen!!!

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Testzahl.html

Ketzerlehrling
1 Monat zuvor

Warum PCR-Tests in DE gemacht werden, liegt dann wohl auf der Hand.

John
1 Monat zuvor

Ziemlich gute Frage mit welchem Test man besser nachweisen kann, was bis heute keiner überhaupt je nachgewiesen hat! Da kann man auch Fragen welche Religion besser geeignet ist die Existenz von Gott nachzuweisen!

Bernd Engelking
1 Monat zuvor

Der PCR-Test stellt keine lebenden Viren fest, weshalb sich die Frage nach der Genauigkeit nicht stellt. Wenn der LFD (Virus-Oberflächenstruktur-Test) nun lebende Viren feststellt, dann stellt sich die Frage, was war der echte (oder erste?) SARS-CoV-2 Virus. Wo wurde es sequenziert? Das ist das eine. Die zweite Frage ist, kann ein Test andere Viren, z.B. andere Coronaviren ausschlissen? Mit jeder Grippe können auch verschiedene Coronaviren auftreten. Reagieren die Tests auf andere Coronaviren? Dann kommen wir zur wichtigsten Frage: Welche Viren lösen die Erkrankung und die Symtome aus, da sie dominant sind? Sind es die Influenza-, Rhino- Corona oder andere Viren? Kein Test kann andere Viren ausschlissen.
Was ich sagen will ist, dass ein Viren-Sentinel gemacht werden müsste, unter der Annahme, dass nur die dominanten Viren die Erkrankung verursachen. Was nützt ein Test der sicher lebende Sars-Cov2-Viren feststellt, wenn Influenzaviren dominant sind.

Das wäre sinnvoll zu beachten, wenn es wirklich eine Bedrohung in Form einer signifikanten Übersterblichkeit gäbe. Die gibt es nicht, also gibt es auch keine Pandemie, Daher ist weder ein guter Test, noch ein guter Impfstoff erforderlich. Die Suche nach Viren bei Symtomlosen muss man als Verbrechen bezeichnen.

Jürgen S.
1 Monat zuvor

LFD
Dieser Test wurde mittels des echten SARS-CoV-2 Virus erstellt und getestet.
Wurde der Virus denn jemals isoliert. Nach meiner Kenntnis nicht.

AnMerker
1 Monat zuvor

Beide Tests sind in unserer Situation unnütz, da beide Tests nicht nachweisen, ob die Person überhaupt Symptome hat, sprich krank ist und ob sie Person Überträger sein kann.

Claudia
1 Monat zuvor

Da, in Krankenhäusern grundsätzlich getestet wird, auch bei asymptomischen, ist der PCR-Test geeigneter, die „88240“ zu vermelden und die Zusatzvergütung abzugreifen! https://www.kbv.de/html/1150_45404.php

Lupo
1 Monat zuvor

Mittlerweile sind manche PCR-Tests schon recht gut. Bei einer Testung auf 3 Gene und Dual-Target mit einer Spezifität von 99,9% würde ich dem Ergebnis schon trauen. Leider weiß man als argloser Bürger ja meist nicht, wie gut die Qualität des gerade verwendeten Tests ist. Um auch giftige Schadstoffe zu analysieren, die erst die körperliche Reaktion auslösen, wären m.E. an Stelle der Virologen mit ihren Tests die Biochemiker in völlig anderer Herangehensweise gefragt.