Polizei-Würgegriff gegen Corona-Demonstranten Szenen wie in Weißrussland: Brutaler Einsatz am Brandenburger Tor

Mit brutaler Gewalt ist die Polizei am Sonntag gegen eine „Querdenken“-Demonstration in Berlin vorgegangen. Das Agieren der Polizei wirkte fragwürdig und ließ den Verdacht aufkommen, dass hier gezielt eine Eskalation angestrengt war – während die Berliner Behörden sonst etwa im Umgang mit Linksextremen und Clan-Kriminellen regelmäßig auf Deeskalation setzen. Unter anderem wurde ein Behinderter im Rollstuhl abgeführt, weil er kein Attest bei sich trug – wobei der geltend machte, dass er dies als Schwerbehinderter nicht müsse. Reihenweise wurden Menschen mit ärztlichem Masken-Befreiungsattest abgeführt. Auf einen Demonstranten stürzen sich mehrere Beamte und drückten seinen Kopf gegen den Asphalt. Einer Frau, die den vorrückenden Beamten lediglich nicht aus dem Weg ging, wurde in den „Schwitzkasten“ genommen und weggetragen. Auf meiner Aufnahme der Szene ist klar zu sehen, dass die Frau keinerlei Widerstand leistete (hier die Kurzfassung). Am späten Abend schrieb sie mir: „“Danke für das Dokumentieren. Mir wird vorgeworfen einen Beamten geschlagen zu haben und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte geleistet zu haben.“ Mich hat diese Nachricht fast so sehr schockiert wie das, was ich tagsüber erlebt habe. (Sehen Sie hier die Video-Zusammenfassung meines Livestreams vom Tag).

Janko Williams, einer der Juristen von „Querdenken“ erhob schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Er bezeichnete ihr Vorgehen als völlig überzogen und rechtswidrig. Insbesondere die wahllose Festnahme von Menschen, die aufgrund eines Attests von der Maskenpflicht befreit seien, verstoße gegen das Gesetz und sei Willkür. Zudem würde ihm verboten, mit festgenommenen Mandanten Kontakt zu halten. Im Falle des festgenommenen Rollstuhlfahrers habe ihm ein Beamter gesagt, man wisse ja nicht, ob er tatsächlich behindert sei oder sich nur in einen Rollstuhl gesetzt habe. Das Maß an Zynismus von Seiten der Polizei habe ihn schockiert, sagte Williams.
Eine Frau mit Epilepsie wurde von der Polizei festgenommen, unter dem Generalverdacht der Urkundenfälschung. Unter Tränen erklärte ihr Lebensgefährte, er mache sich größte Sorgen, dass sie durch den Stress einen Anfall erleiden könne in Polizeigewahrsam. Er beteuerte, ihr Masken-Attest sei echt. Wie er später mitteilte, wurde es von der Polizei konfisziert.
Auch ich wurde mehrfach in der Berichterstattung behindert und unter anderem von einem Polizisten getreten sowie mehrfach weggeschubst. So sollte offenbar verhindert werden, dass ich die Brutalität der Festnahmen auf Kamera dokumentiere. Der Jurist Williams verwies darauf, dass die Querdenken-Demonstration am Vortrag in Berlin völlig friedlich und ohne Zwischenfälle verlaufen sei. Möglicherweise habe dies daran gelegen, dass mehr Medien und Prominenz anwesend waren, so der Anwalt. Am Sonntag sei dagegen eine Polizeieinheit vor Ort gewesen, die berüchtigt sei für ihre zweifelhafte Härte. Auch der Einsatzleiter sei sehr unkooperativ gewesen und habe mehrfach mit der Auflösung der Kundgebung gedroht.
Am Nachmittag änderte die Polizei plötzlich ihre Taktik um 180 Grad. Die massiven Kräfte wurden zurückgezogen, die Demonstranten in Ruhe gelassen. Warum dies plötzlich möglich war und vorher nicht, ist unklar. Möglicherweise liegt es an der Berichterstattung und den unschönen Bildern, die an die Öffentlichkeit geraten sind.
Im gebührenfinanzierten RBB gab es nur einen Kurzbericht von der Demonstration. Unter der Überschrift „Weniger Teilnehmer als erwartet bei ‘Querdenker‘-Demo“ steht da unter Berufung auf eine Polizeisprecherin: „Mit Ausnahme einzelner Verstöße gegen die Maskenpflicht sei alles unauffällig verlaufen.“ Keine einziger Hinweis auf die brutalen Festnahmen. Fast wortgleich und ohne Hinweise auf die Eskalation berichtet auch die Berliner Zeitung und die Märkische Allgemeine. Über das, was vor Ort passierte, ist kein einziger Bericht in den großen Medien zu finden.
PS: Frage an die Kollegen von den Öffentlich-rechtlichen: Von der Eskalation heute bei der Querdenken-Demo in Berlin konnte man zeitnah im Internet erfahren. Trotz acht Milliarden Gebühren war kein einziger Mitarbeiter von Ihnen vor Ort. Einzelkämpfer schaffen das, Sie nicht. Warum?

Hier mein Video, die wichtigsten Szenen direkt von der Demonstration:


Bild: Boris Reitschuster
Text: br

 

 

 

 

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