Schätzt das PEI die Impfung korrekt ein? Die gravierenden Fehler der Bundesbehörde. Teil 1.

Ein Gastbeitrag von Dr. A. Weber

Was sagen die Gesamtsterbedaten über die Wirkung der Impfung?

  • Durch die große coronabedingte Übersterblichkeit ist der negative Impfeffekt nicht in allen Altersgruppen direkt sichtbar. Nur bei der Altersgruppe (AG) 0 bis 40 Jahre, in der Corona für die Sterblichkeit praktisch keine Rolle spielt, kann man eine gute Korrelation zwischen dem Impffortschritt und der Übersterblichkeit, vor allem bei den Männern feststellen. Insgesamt könnte man in dieser AG um die 800 potentielle Impftote in 2021 verzeichnet haben.
  • In anderen AG ist der Anteil der potentiellen Impftoten schwer abzuschätzen, weil verschiedene Effekte eine Rolle spielen: vor allem die coronabedingte Übersterblichkeit, aber auch der Maßnahmeneffekt, der Effekt der vorgezogenen Sterbefälle und unentdeckte Coronatote. Insgesamt könnte man, je nach Verteilung, bis zu 10.000 – 20.000 Impftote in 2021 verzeichnet haben.
  • Diese Zahlen muss man natürlich in Bezug setzen zu den durch die Impfung vor Corona bewahrten Menschen. Man sieht, dass die dritte Welle für die AG 80+ wahrscheinlich impfbedingt komplett ausfällt. Ohne Impfung hätten wir demnach viel mehr Tote bei den Älteren in 2021 zu verzeichnen gehabt.
  • Es ist also so, dass das Nutzen/Risiko-Verhältnis der Impfung stark vom Alter und dem Infektionsgeschehen abhängt. Bei großen Infektionszahlen profitieren die Alten wohl von der Impfung. Die Jüngeren sterben fast nie an Corona, und haben durch die Impfung ein hohes Risiko.

In einem freien Land darf es keinen Impfzwang geben, es sollte jedem selbst überlassen werden, welches Risiko er gerne eingehen will.

Gibt es Hinweise auf eine positive oder negative Impfwirkung?

Das Thema Corona-Impfung ist ein großes Streitthema. Auf der einen Seite versichern der Mainstream und das PEI, die Impfung sei sicher. Damit schützte man sich und die anderen. Auf der anderen Seite meinen die Skeptiker, die Impfung schütze, wenn überhaupt, nur einen selbst, und argumentieren mit direkten Nebenwirkungen, mit den unerforschten Langzeitnebenwirkungen und potentiellen Impftoten.

Dem wollen wir hier nachgehen, und in diesem Artikel folgende zwei Fragen beatworten:

Schätzt das PEI die Impfung korrekt ein?

Was sagen die Gesamtsterbedaten über die Wirkung der Impfung?

Auch hier versuche ich, möglichst neutral zu analysieren und keine der Seiten einzunehmen. Allein die Daten sollen zählen.

Zu kleine Stichprobe für das Erfassen seltener Impfnebenwirkungen

Wie kann man feststellen, ob die Impfung schützt oder eher zu Impftoten führt? Idealerweise würde man, wie bei Umfragen zu den Wahlen, repräsentative Gruppen von Geimpften und Nichtgeimpften bilden und sie über die Zeit beobachten. Zum Teil wurde das in den Zulassungsstudien auch gemacht, jedoch verweisen die Skeptiker zurecht auf die relativ kleinen Gruppen, die bei der Studie mitgemacht haben. Seltene Nebenwirkungen wird man damit nicht sehen. Bei den Wahlumfragen befragt man üblicherweise einige tausend Menschen, um sich einen guten Überblick über den Ausgang der Wahl zu verschaffen. Dabei wird die Genauigkeit bei häufiger gewählten Parteien wie CDU, SPD etc. größer sein als bei weniger gewählten Parteien wie der Tierschutzpartei etc. Will man ein genaueres Ergebnis für die Splitterparteien, muss man deutlich mehr Menschen befragen.

37.000 Impftote wären keine Überraschung

Dasselbe gilt für das Erkennen von seltenen Nebenwirkungen in den Zulassungsstudien. In der Zulassungsstudie von Biontech wurden ca. 40.000 Menschen beobachtet. Die eine Hälfte wurde geimpft, die andere hat eine Placebo-Impfung erhalten.

Wenn keine zusätzlichen Todesfälle in der Impfgruppe von 20.000 beobachtet wurden, so heißt es zunächst nur, dass das Risiko, kurz bis mittelfristig an der Impfung zu sterben, kleiner als 1/20.000 ist, wenn man ganz grob rechnet. Übertragen auf Deutschland hätte man dann weniger als 4.200 Tote zu erwarten, wenn alle durchgeimpft wären. Vorausgesetzt natürlich, dass keine Fehler in der Studie gemacht wurden.

Es kann natürlich auch sein, dass rein zufällig keiner an der Impfung in der Zulassungsstudie gestorben ist und unser Verhältnis von 1/20.000 zu niedrig ist. Rechnet man also genauer und will eine sichere Obergrenze (3 Sigma) für die Impftoten haben (um mögliche Zufallsschwankungen zu berücksichtigen), so wächst die Grenze um etwa Faktor 9. So würde man, falls ganz Deutschland durchgeimpft wäre, (ganz sicher) weniger als 37.400 Impftote zu erwarten haben. Das ist ca. 3 Mal kleiner als die Gesamtzahl der RKI-Coronatoten von ca. 120.000. Ich weiß nicht, ob das jemanden beruhigt.

Nun setzen sich die Coronatoten hauptsächlich aus den sehr Alten und Vorerkrankten zusammen. Nach dem Wunsch des Mainstreams sollen sich jedoch alle impfen lassen. Somit ist aus dieser kurzen Rechnung ganz klar, dass die Impfung sich für die meisten nicht lohnt. Vor allem, weil Coronatote seit 2020 gezählt werden und wir nur das kurz- bis mittelfristige Todesrisiko von einigen Monaten nach der Impfung betrachtet haben (so lange lief die Zulassungsstudie).

Ehrlicherweise muss man hier aber dazusagen, dass die Anzahl der Coronatoten auch möglicherweise deswegen vergleichsweise gering ist, weil bei uns viele geimpft waren – vergleicht man Deutschland mit Bulgarien, so gab es dort deutlich weniger Geimpfte und daneben ein Vielfaches an Coronatoten.

Zwischenfrage: Warum obduziert man nicht alle?

Idealerweise würde man jeden im Zusammenhang mit der Impfung Verstorbenen obduzieren. Natürlich ist das sehr aufwendig. Nicht immer ist es klar, woran jemand gestorben ist, im Zweifelsfall wird ein impfkritischer Arzt die Impfung als Todesursache feststellen, ein Impf-Befürworter dagegen wird andere Ursachen vermuten. Auch schon deswegen müssen die Obduktionsergebnisse kritisch beurteilt werden.

Corona – Angst. Was mit unserer Psyche geschieht."In diesem Artikel wollen wir mit statistischen Methoden ermitteln, ob die Impfung wirkt. Denn wenn die Impfung wirkt, im positiven oder negativen Sinn, dann muss sich das irgendwie in den Gesamtsterbezahlen widerspigeln. Wäre zum Beispiel die Impfung für viele tödlich, würde dies die Gesamtsterbezahlen erhöhen.

Mit dieser Methode können wir nur den kurz bis mittelfristigen Einfluss der Impfung auf das Sterbegeschehen untersuchen, mögliche andere Nebenwirkungen können nicht ermittelt werden und werden deshalb auch nicht diskutiert.

Warum sollte man sich überhaupt mit dem Thema beschäftigen? Ist nicht das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) dafür da, alle Fragen bezüglich der Impfung zu beantworten? Schließlich haben dort die Experten die Aufgabe, Impfnebenwirkungen zu beobachten.

Wie reagiert das PEI auf die Verdachtsmeldungen?

Angenommen, die Impfung verursachte tatsächlich zusätzliche Sterbefälle. Wie reagiert man dann darauf? Wird dann die Impfkampagne gestoppt? Nun, dem PEI sind einige Fälle mit tödlichem Ausgang im Zusammenhang mit der Impfung bekannt. Die Impfkampagne läuft aber trotzdem weiter. Die Impfkampagne wird nicht mit dem Argument fortgesetzt, der Nutzen überwiege das Risiko, sondern es wird argumentiert, die tödlichen Nebenwirkungen seien bis jetzt nicht signifikant. Es gibt also zwar Todesfälle, aber für das PEI nicht genügend viele, um zu entscheiden, ob die Impfung letztlich die Ursache war.

Doch ermittelt das PEI diese Signifikanz überhaupt richtig und ist diese Signifikanz der Impftotenzahl überhaupt eine geeignete Zahl, um darüber zu entscheiden, ob die Impfung Impftote verursacht?

Auf beide Fragen kann man mit nein antworten. Zuerst zu der ersten Frage.

Rechnet das PEI die Signifikanz richtig aus?

Dazu ein Beispiel, wie das PEI rechnet.

In Kurzfassung: Es teilt die falschen Zahlen durcheinander.

Nehmen wir an, es wären 10 Thrombosen pro Stichprobe pro Woche ohne Impfung zu erwarten. Wir impfen nun diese Gruppe, danach treten 12 Thrombosen auf. Das ist auffällig. Das PEI würde jetzt erstens nur 1 Verdachtsmeldung bekommen (bei der Erfassung passieren Fehler). Zweitens vergleicht das PEI diese 1 mit der Erwartung von 10 pro Woche und sagt: 1/10 ist klein, nicht signifikant, denn wahrscheinlich war das eine der 10 Thrombosen, die man ohnehin erwartet hätte.

Das ist aber grob falsch. Tatsächlich müsste man in einer Woche alle Thrombosen erfassen (12) und diese erhöhte Zahl mit der zu erwartenden 10 vergleichen: 12/10  = 1,2. Das ist eine Zahl, die eine Erhöhung zeigt – hier haben wir dann eine echte Aussage, der man nachgehen kann. Die Zahl nennt man SMR (standardized morbidity ratio). (Wikipedia Definition (Standardized mortality ratio – Wikipedia): SMR = Quotient der gemessenen zu den erwarteten Fällen. Der SMR in diesem Beispiel ist 1,2 und nicht 0,1).

Das PEI teilt jedoch nur die Verdachtsmeldungen durch die erwartete Anzahl, und argumentiert bei vielen Verdachtsmeldungen (auch bei solchen mit einem tödlichen Ausgang nach der Impfung), dass die Werte nicht erhöht seien.

Schaut man sich die SMR-Zahlen für verschiedene Nebenwirkungen in den Sicherheitsberichten an, so fällt auf, dass die meisten SMR-Zahlen viel kleiner als 1 sind. Es sieht dann so aus, als ob die Impflinge viel seltener an irgendwelchen Leiden erkrankten als der Rest der Bevölkerung. Man würde erwarten, dass, falls die Impfung keinen Schaden anrichtet, diese Zahlen um 1 schwanken sollten. Nur, wenn die Impfung schadet, wären manche Zahlen größer als 1 und wären dann eventuell signifikant. Warum sind dann fast alle SRM viel kleiner als 1? Heilt die Impfung alle Krankheiten? Nein, hier zeigt sich die fehlerhafte Methodik. Das PEI hat gar nicht den Überblick über die Gesamtfälle, und kann somit die Signifikanz der zusätzlichen Fälle nach der Impfung gar nicht berechnen.

Signifikanz allein hat nicht viel Aussagekraft

Außerdem ist Signifikanz nicht alles. Ein Beispiel: Wenn Sie zum Arzt gehen und nur ein Messwert nach einer Blutabnahme ist leicht erhöht, so mag dieser nicht signifikant oder relevant sein. Nehmen wir aber an, mehrere / viele Messwerte wären leicht erhöht. Dann ist der einzelne nicht signifikant – zusammen aber sind sie sehr wohl signifikant. In dieser Weise müsste das PEI alle möglichen Nebenwirkungen beobachten (Thrombosen / Herzinfarkte…) und dann auch insgesamt betrachten, ob hier über die Werte hinweg eine signifikante Erhöhung vorliegt.

Und nicht zuletzt: Betrachtet man nur die Anzahl der Verdachtsmeldungen der Impftoten allein. Mal angenommen, dieser Wert wäre groß, aber noch nicht signifikant im statistischen Sinne. Was heißt das? Ist dann die Impfung sicher? Nein: denn eine erhöhte Gesamttotenzahl kann sehr wohl bedeuten, dass tatsächlich sehr viele Menschen an der Impfung gestorben sind – nur eben nicht genug, um die Signifikanzschwelle zu erreichen. Das erlaubt aber jedenfalls nicht die Aussage, dass die Impfung sicher ist.

Fehlerhafte Einschätzung des PEI bezüglich Langzeitfolgen der Impfung

Viele Impfskeptiker verweisen auf die unerforschten Langzeitfolgen. Zurecht. Was sagt das PEI dazu? Dazu schreibt es, dass die meisten Nebenwirkungen der Impfung innerhalb weniger Stunden bzw. Tage auftreten. Weiterhin schreibt es, in seltenen Fällen kämen die Impfstoffnebenwirkungen erst nach Wochen oder wenigen Monaten, aber „Nebenwirkungen, die erst Jahre nach der Impfung auftreten, sind bei Impfstoffen nicht bekannt“.

Nun, die Langzeitfolgen sind ja auch viel schwieriger zu ermitteln (schon bei kurzfristigen hat das PEI Schwierigkeiten), und würden nur dann auffallen, falls man genau hinschaut. Das hat man bei der Schweinegrippeimpfung tatsächlich getan. Eine kurze Recherche über die Schlafkrankheit nach der Schweinegrippeimpfung führt zu diesem Paper.

Dort steht:

The time period for increased risk [narcolepsy] is still unclear. Finnish and Swedish epidemiological (observational) studies have reported that the time window of an increased risk extends to 2 years after the vaccination with Pandemrix.

Auf Deutsch also: Selbst 2 Jahre nach der Impfung besteht ein erhöhtes Risiko, die Schlafkrankheit zu bekommen. Entweder ist dem PEI das Paper nicht bekannt, oder es täuscht die Bevölkerung mit seiner Aussage, die Langzeitfolgen wären nicht bekannt.

Erfahren Sie mehr im Teil 2. Was sagen die Gesamtsterbezahlen uns über die Impfung?

Den zweiten Teil des Beitrag finden Sie hier.

david

Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

Dr. A. Weber ist promovierter Physiker und arbeitet seit vielen Jahren als Data Scientist mit Schwerpunkt Zeitreihenanalyse und Forecasting in der Industrie.

Bild: Aun Puttipong / Shutterstock
Text: Gast

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