Shitstorm wegen „Corona-Verharmlosung“: Ministerin Prien löscht Twitter Was gefährdet Kinder mehr – mRNA-Impfung oder Corona-Infektion?

Prien-Rausschmiss? Das reicht jetzt definitiv nicht mehr

Von Alexander Wallasch

Wer behauptet, Corona sei für Kinder keine gefährliche Krankheit, der bekommt schnell Probleme. So erging es auch Karin Prien. Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin hatte sich in den sozialen Medien zwischen den Fronten verheddert. Dabei ist sie allerdings exakt in jenen Graben gefallen, den sie jahrelang selbst aktiv mit ausgehoben hat.

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Als Reaktion auf den Shitstorm folgte die gelernte Juristin jetzt dem Beispiel des Grünen Robert Habeck, der sich nach einer geballten Ladung Kritik 2019 bei Twitter abmeldete.

Karin Prien hat den Habeck gemacht. Zumindest vorübergehend: „Ich nehme mir einige Wochen Zeit, um darüber nachzudenken, ob und wie ich Twitter als Medium weiter zur Kommunikation nutze.“

Aber was war konkret passiert auf Priens Twitter-Account?

Ein Nutzer wurde von der Ministerin verbessert, als der behauptet hatte, es seien schon 65 Kinder an Corona gestorben. Karin Prien bat darum, zu differenzieren:

„Kinder sterben. Das ist extrem tragisch. Aber sie sterben mit COVID-19 und nur extrem selten wegen COVID-19.“

Die Bildzeitung überprüfte die Fakten, die zum Shitstorm gegen Prien führten. So teilte die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) mit, dass in der gesamten Corona-Pandemie in Deutschland bisher 21 Todesfälle (0 bis 17 Jahre) dokumentiert wurden. Die Zeitung zitiert dazu DGPI-Vize Dr. Henriette Rudolph:

„Sechs Kinder waren zum Zeitpunkt ihrer Infektion bereits in palliativmedizinischer Behandlung. Bei zwei Kindern war die Todesursache eine andere, Corona nur eine Nebendiagnose. Zehn Kinder starben AN Corona. Und bei drei Kindern ist unklar, ob Corona die Todesursache war.“

Auch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) veröffentlicht regelmäßig Sicherheitsberichte, die alle verdächtigen Todesfälle von Kindern dokumentieren. Im aktuellen Bericht wird von acht Todesfällen von Minderjährigen nach einer mRNA-Impfung berichtet.

Tatsächlich ist es verstörend, mit den Zahlen verstorbener Kinder in den sozialen Medien Schindluder zu treiben. Das muss sich auch die Ministerin gedacht haben. Denn es sind ja solche Zahlen, welche politischen Entscheidern wichtige Argumente für oder gegen das Impfen von Kindern liefern.

Hier dreht sich alles um die Frage, was Kinder mehr gefährdet: die Impfung oder die Infektion?

Insgesamt starben weniger Kinder an Corona als in den Jahren vor der Pandemie an Grippe (Influenza): 2018 starben 16 Kinder unter 15 Jahren an Grippe, 2019 waren es 12 Kinder.

Auch die Atemwegserkrankung RSV mache Kinder häufiger krank als Corona. Fatal dabei: Hierfür sind mit großer Wahrscheinlichkeit die Isolations- und Lockdown-Maßnahmen im Winter 20/21 verantwortlich, als Kita-Kinder keine Immunität gegen RSV aufbauen konnten.

Der Chef des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte ergänzt gegenüber der Bildzeitung: „Ich bin seit 27 Jahren niedergelassener Arzt und habe viele Grippe-Wellen erlebt. Da erkranken primär Kinder, manche schwer. Dafür hat sich niemand so interessiert wie für Corona.“

Goodbye Twitter

Das alles ist auch ein Lehrstück: Karin Prien steigt jetzt bei Twitter aus, da sie eine Ahnung davon bekommt, wie es sich anfühlt, selbst ein Opfer der von Politik und Medien geförderten Hetze und des Hasses gegen Kritiker der Corona-Maßnahmen zu sein.

Eine österreichische Politikwissenschaftlerin twitterte beispielsweise in Richtung Prien: „Als Mutter eines Kindes mit einer Vorerkrankung werde ich für immer darum kämpfen, dass Leute wie Sie keinerlei Macht und Einfluss mehr haben.“

Das alles wurde Prien jetzt zu viel, sie verabschiedete sich aus einem sozialen Medium, welches sie allerdings bisher fleißig genutzt hatte, um ihrerseits gegen den politischen Gegner zu agitieren und aufzustacheln.

Die Revolution frisst ihre Kinder. Man kann den christdemokratischen Politikern nur wünschen, dass dieses Erlebnis einen Denkprozess auch dahingehend auslöst, wieder zu einer vernünftigen Debatte zurückzufinden – und dies nicht erst dann, wenn man selbst merkt, dass die Luft dünner wird. Der zaghafte Seitenwechsel der Ministerin ging für sie jedenfalls deutlich in die Hose.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine.

Alexander Wallasch ist gebürtiger Braunschweiger. Er schrieb schon früh und regelmäßig Kolumnen für Szene-Magazine. Wallasch war 14 Jahre als Texter für eine Agentur für Automotive tätig – zuletzt u. a. als Cheftexter für ein Volkswagen-Magazin. Über „Deutscher Sohn“, den Afghanistan-Heimkehrerroman von Alexander Wallasch (mit Ingo Niermann), schrieb die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung: „Das Ergebnis ist eine streng gefügte Prosa, die das kosmopolitische Erbe der Klassik neu durchdenkt. Ein glasklarer Antihysterisierungsroman, unterwegs im deutschen Verdrängten.“

Bild: penofoto/Shutterstock
Text: wal

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