Top-Immunologe zerlegt Corona-Maßnahmen „Kollateralschäden und Aktionismus müssen vermieden werden“

Von reitschuster.de

Das Narrativ der heilsbringenden Maßnahmen und Impfungen gegen Corona bekommt immer mehr Risse. Ein Experte nach dem anderen wagt sich aus der Deckung und übt deutliche Kritik an der Corona-Politik der vergangenen Jahre. Mindestens ebenso erstaunlich ist, dass solche Meinungen, die bis vor kurzem noch als Verschwörungstheorie abgetan wurden, inzwischen immer öfter den Weg in die Mainstream-Medien finden. Offensichtlich setzt auch bei den dortigen Kollegen langsam, aber sicher die Erkenntnis ein, dass sich signifikante Nebenwirkungen der Maßnahmen und insbesondere der Impfungen nicht mehr leugnen lassen. Jetzt gab die „Welt“ Prof. Dr. Matthias von Herrath die Chance, in einem Gastbeitrag seine Sicht der Dinge zu den „nicht-pharmakologischen Interventionen“ (NPI) zum Ausdruck zu bringen. Und die Aussagen des renommierten Immunologen haben es durchaus in sich.

Sein Hauptaugenmerk richtet der Experte auf die sogenannten NPI, also Maskenpflicht, Lockdown, Quarantäne und dergleichen. Zu Beginn seines Beitrags erinnert Herrath an etwas, das inzwischen schon fast wieder in Vergessenheit geraten war. Die überwiegende Mehrheit der Corona-Maßnahmen war im Evaluierungsbericht der Sachverständigenkommission im Juni für weitgehend unwirksam erklärt worden. Zu einer Kursänderung im Umgang mit dem Virus hat dies in Deutschland aber nicht geführt, Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zeigt sich weiteren Einschränkungen gegenüber sehr offen, um es vorsichtig auszudrücken. Herrath unterstellt wohlwollend zwar, dass die Entscheidungsträger „wahrscheinlich das Notwendige tun“ wollen, weist gleichzeitig aber auch darauf hin, dass „Kollateralschäden durch übermäßigen Aktionismus vermieden werden müssen.“

Und was ist mit der Flut an Studien, die der Gesundheitsminister eigenem Bekunden zufolge nachts liest oder wahrscheinlich eher überfliegt? Auch hierzu hat der Experte eine klare Meinung: „Einige Beobachter haben zu Recht argumentiert, dass das Fehlen positiver Daten oder das Fehlen von doppelt-blinden, kontrollierten Studien nicht bedeutet, dass eine bestimmte Maßnahme wirkungslos ist. Aber das Gegenteil – dass die Maßnahmen geschadet haben – könnte somit eben auch zutreffen.“ Es sind Aussagen wie diese, die deutlich machen, dass es dem Immunologen nicht darum geht, ein populistisches Maßnahmen-Bashing zu betreiben, sondern das Für und Wider der Argumente sorgfältig abzuwägen.

NPI können Gesamtsterblichkeit nicht reduzieren

Der „Welt“-Gastautor setzt hohe Maßstäbe an die Impfungen und Maßnahmen gegen Corona an. NPIs haben nach Einschätzung des Experten nur eine Existenzberichtigung, wenn sie dazu beitragen, die Gesamtsterblichkeit in der Bevölkerung zu verringern. Das könne aber – wenn überhaupt – nur erreicht werden, wenn diese Maßnahmen sehr früh beginnen, wie sich etwa bei der Spanischen Grippe im Jahr 1918 gezeigt habe. Da es sich bei Corona aber um ein Virus handele, das sich auch in der asymptomatischen Phase ausbreite, könnten die NPIs keinen Beitrag zur Reduzierung der Ausbreitung und in der Folge der Gesamtsterblichkeit leisten, wie Herrath argumentiert. In Ländern wie Australien und Neuseeland, in denen Corona-Maßnahmen sehr früh ergriffen worden sind, habe man gesehen, dass sich das Virus nach Aufhebung der NPI umso schneller verbreite. Schon allein deshalb müsse die Notwendigkeit dieser Maßnahmen in Frage gestellt werden.

Ähnlich sieht es bei den Impfungen aus. Bis vor eineinhalb Jahren haben nicht wenige den Begriff „Impfung“ mit einer vollständigen oder doch zumindest weitgehenden Immunisierung gleichgesetzt. Nachdem die mRNA-Genfähren nun aber ebenfalls als „Impfung“ bezeichnet werden, hat dieser Begriff nicht nur seine Unschuld verloren, sondern muss wohl oder übel auch neu definiert werden. Prof. Dr. Matthias von Herrath schreibt dazu: „Und es ist ja so: Wir haben keine Impfungen, die das Infektionsgeschehen ganz unterbinden; Ansteckungen werden nicht verhindert.“ Daraus zieht der Fachmann den plausiblen Schluss: „Wenn es keine neutralisierenden Impfungen gibt und man die NPI beendet, kommt das Virus sofort wieder zurück.“

Mit anderen Worten: Wir werden also lernen müssen, mit dem Virus zu leben, und je früher die Corona-Maßnahmen beendet werden, desto eher kann eine natürliche Immunität dagegen aufgebaut werden. Die Gelegenheit wäre gerade jetzt so günstig wie wohl noch nie seit Beginn der sogenannten „Pandemie“. Herrath weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Gesamtsterblichkeit der derzeit vorherrschenden Omikron-Stämme bei 0,015 bis 0,045 Prozent liege, weshalb auf Lockdowns und einschneidende Maßnahmen verzichtet werden könne.

Übersterblichkeit setzte erst im Jahr 2021 ein

Den Blick auf die Übersterblichkeit bezeichnet Prof. Dr. Matthias von Herrath im Zusammenhang mit allen Überlegungen rund um Corona als einen „zentralen Aspekt“. Er verweist dabei auf eine Analyse des Biotech-Unternehmers Ted Greene, in der dieser den Zusammenhang zwischen der Strenge von Maßnahmen und der Auswirkung auf die Gesamtsterblichkeit untersucht hat. Greene sah sich dazu die Verhältnisse in den 50 Bundesstaaten der USA an und prüfte den Einfluss verschiedenster Faktoren auf das jeweilige Sterbegeschehen – von der Armutsrate über die Impfquote bis hin zu der Übergewichtsrate in der Bevölkerung.

Ergebnis: Für die Armutsrate und die Fallrate (Corona) konnte eine deutlich positive Korrelation (Zunahme) zu den Sterbefällen festgestellt werden. Eine höhere Impfquote hat der Analyse zufolge zwar zu einer Reduzierung der Sterbefälle geführt. Aber erstens sind die meisten dieser Daten in der Vor-Omikron-Phase erhoben worden und zweitens gilt diese Feststellung ausdrücklich nur für Patienten, die vor eben dieser Phase „an/mit Corona“ gestorben sind, als die Wuhan- und Delta-Stämme noch verbreitet waren.

Und auch Prof. Dr. Matthias von Herrath will nicht ausschließen, dass in der aktuellen Phase die Corona-Impfstoffe zu einer Übersterblichkeit geführt haben könnten. Der Experte verweist neben Greenes Arbeit auch auf Beobachtungen zur Gesamtsterblichkeit in Deutschland: „Hier gab es am Anfang der Pandemie – also 2020 – keine erhöhte Übersterblichkeit, sondern sogar weniger Tote verglichen mit der Grippewelle von 2017/18. Erst im Jahr 2021 sehen wir eine erhöhte Übersterblichkeit – also deutlich nach dem Beginn der Pandemie, in dem Jahr, in dem die Impfungen begannen, und zu einer Zeit, in der man schon langfristigere „Nebenwirkungen“ der NPI erwarten konnte.“

Untersuchungen weisen auf höhere Inzidenz von Myokarditis hin

Auf der Suche nach möglichen Erklärungen für dieses Phänomen konzentriert sich Herrath auf zwei Ansätze. Erstens geht er davon aus, dass die Impfungen möglicherweise mehr Nebenwirkungen haben, „als initial angenommen“. Dafür spreche auch, dass es Untersuchungen gebe, die auf „eine höhere Inzidenz von Myokarditis“ hinweisen. Auch wenn ein Zusammenhang zwischen den Impfungen und der Übersterblichkeit durch „diese Entwicklungen“ noch nicht erwiesen sei, gelte es, „diesen Aspekt intensiv zu beobachten“, so der Immunologe.

Zweitens steht für den Professor fest, das NPIs Kollateralschäden verursachen. Als größten Kollateralschaden bezeichnete Herrath das Herunterfahren der „medizinischen Normalversorgung“ während der Pandemie. Als Beispiele nannte Herrath „verschleppte Krebsdiagnosen“ oder den „Rückgang der weltweiten Kinder-Immunisierungen“, für die wir nach Ansicht des Experten noch sehr lange werden bezahlen müssen. Der Experte hält es daher für sinnvoll, sich bei den Corona-Maßnahmen ausschließlich auf die wirklich vulnerablen Gruppen zu konzentrieren und ansonsten zur Normalität zurückzukehren.

So ganz geheuer waren der „Welt“ die Ausführungen ihres Gastautors dann aber doch nicht. Vorsichtshalber hat die Redaktion des Springer-Mediums dem Beitrag einen Hinweis angehängt, der sich wie eine Warnung bzw. vorauseilende Distanzierung liest: „Der Immunologe Dr. Matthias von Herrath ist Professor am La Jolla Institute und Vizepräsident bei Novonordisk im Global Chief Medical Office. Die hier geäußerten Ansichten geben seine persönliche Meinung wider, die auf seinen persönlichen Forschungen und Kenntnissen beruht und spiegelt nicht die Meinungen seiner Arbeitgeber zu diesem Thema wider. Er arbeitet weder beruflich an Sars-CoV-2, noch ist er mit einer der Impfstofffirmen oder Kommissionen verbunden oder an ihnen beteiligt.“

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Bild: Shutterstock
Text: reitschuster.de

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