Trans-Ballerina: Million Dollar Baby oder Mogelpackung? „Richtige“ Weltanschauung als wahres Zeichen der Kunst

Von Ekaterina Quehl
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Niemand kann dafür verurteilt werden, wenn er seinen Traum verwirklichen möchte, so befremdlich er für andere auch erscheinen mag. Und es ist niemals für Träume zu spät: Sei es Beruf oder Hobby. Doch man kommt nicht drumherum, dass die persönlichen Erfolge und gesellschaftliche Anerkennung davon abhängen, wie gut man in dem ist, was man tut. Und nicht davon, ob man Frau, Mann, Kind, LGBTQIA+ oder Person of Color ist. Ich werde niemals eine Margaret Thatcher oder eine „Million Dollar Baby“ sein, nur weil ich eine Frau bin. Oder schwarz. Oder Transgender.

Diese einfache Weisheit scheint in den letzten Jahren durch die aktuelle Wokeness auf Abwege gekommen zu sein. Talent, Kompetenz und harte Arbeit zählen weniger als die Zugehörigkeit zu einer meist benachteiligten Minderheit.

So sind Transfrauen in Politik, Sport und anderen Bereichen ein heißes Thema. Als Sportlerinnen mögen sie zwar gut sein, treten aber als biologische Männer praktisch außerhalb der Konkurrenz auf und berauben dadurch Sportlerinnen, die sehr hart gearbeitet und vieles geopfert haben, ihrer Chancen auf Erfolge.

Dieser Trend scheint auch in der Kunst angekommen zu sein. Sophie Rebecca hat erst mit 33 angefangen, Ballett zu tanzen. In einem Alter, in dem die meisten Ballett-Tänzer ihre Karriere schon hinter sich haben.

Doch sie habe davor nie die Möglichkeit gehabt, Ballett zu lernen, erzählt sie in ihrem Lebenslauf auf den Seiten der Royal Akademie of Dance. Nicht, weil sie davor ein Mann war, ein IT-Berater und ein Rennfahrer, sondern weil sie 20 Jahre lang nach einem Lehrer gesucht habe, der sie als Transfrau akzeptieren und ihr Frauenballett im Körper eines Mannes beibringen würde.

„Ich bin sicher, dass ich heute eine viel bessere Tänzerin wäre, wenn ich damals hätte weitermachen können“, erzählt sie über ihr Schicksal.

Nach ihrer Verwandlung zum gewünschten Geschlecht hat Sophie Rebecca endlich einen Lehrer gefunden, der sie als Frau akzeptiert und angefangen, die British Royal Academy of Dance zu besuchen – „eine der weltweit bedeutendsten Organisationen für Tanzausbildung und Tanzpädagogik, mit Lehrerinnen, Lehrern, Studentinnen und Studenten in 85 Ländern“. Sophie Rebecca absolvierte die RAD Intermediate Foundation Ballettprüfung mit Auszeichnung und wurde nach Missoula, Montana, für eine Aufführung Ballet Beyond Borders eingeladen.

Niemandem ist es verboten, mit 33 anzufangen, Ballett zu tanzen, wenn einem danach ist. Niemandem ist es verboten, darin gut oder schlecht zu sein. Der Punkt ist aber: Sie wird als eine erfolgreiche Ballett-Tänzerin in den Medien und sogar in der Fachwelt gefeiert. Und sichtbar nicht wegen ihrer Künste.

Es gibt Berufe, für die allein der Wunsch, Profi zu werden, nicht ausreicht. Ein guter Ballett-Tänzer hat einen geeigneten Körper. Er trainiert von Kind auf mehrere Stunden täglich, er verzichtet auf fast alle anderen Aktivitäten in seinem Leben. Und er hat Talent und ein Gespür für Schönheit und Ästhetik. Ballett ist für die meisten Tänzer ihr Leben.

Schaut man Ballett-Videos von Sophie Rebecca an, so bekommt man das Gefühl, sie hat nichts von dem, was Potenzial hätte, um eine gute Tänzerin zu werden. Doch das ist auch nicht der Punkt. Der Punkt ist, warum sie die schwere Prüfung mit Auszeichnung besteht und daraufhin in die USA eingeladen wird, wo sie zusammen mit einer Gruppe von Tänzerinnen ihren Auftritt hat. Auf dem Video ist sie leicht zu erkennen. Nicht, weil sie viel größer ist als die anderen Tänzerinnen, sondern weil sie schlicht und ergreifend schlecht tanzt.

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Ich möchte niemanden beleidigen und es obliegt mir nicht, über diejenigen zu urteilen, die sich in ihrem Körper falsch fühlen und sich deshalb einer Geschlechtsumwandlung unterziehen. Doch ich frage mich, warum hier Ideologie vor Talent und Ästhetik gestellt wird? Wäre eine biologische Frau ohne Eignung, aber mit Wunsch genauso in den Medien präsent? Hätte sie die Prüfung in der Ballettschule genauso mit Auszeichnung bestanden? Würden wir ihr Werk auf der Bühne bewundern? Mehrjährige Ausbildung, mehrstündiges tägliches Üben und unglaubliche Kraft werden abgewertet, nur weil Politik und Medien uns vorgeben, eine „richtige“ Sichtweise zu haben. Wird uns eine Mogelpackung als Kunst verkauft – denn Ballett ist Kunst – nur weil sie woke und ideologisch konform ist?

Als diejenige, die aus einer Ballett-Stadt kommt und in ihrem Leben unzählige Ballett-Aufführungen gesehen hat, betrachte ich es fast als persönliche Beleidigung. Als Kind habe ich 10 Jahre lang rhythmische Sportgymnastik gemacht und war auch mit einigen Ballett-Tänzerinnen und -Tänzern in engem Kontakt. Ich konnte Einblicke gewinnen, wie streng die Auswahl der geeigneten Kinder dafür ist und wie sehr sie sich die Mühe geben, um auch nur eine Chance zu bekommen, Solisten zu werden. Die meisten landen aber im Corps de Ballet (Ensemble mit chorischen Aufgaben, meist im Hintergrund). Aber auch da müssen sie Vollzeit trainieren, üben und proben, strenge Diät halten und auf fast alles andere in ihrem Leben verzichten. Das ist deren Alltag und das ist der Preis dessen, was wir als Kunst, Leichtigkeit, Schönheit und Ästhetik empfinden, wenn wir uns Ballett-Aufführungen auf der Bühne anschauen.

In St. Petersburg gab es in den 90er und 20er Jahren Männerballett von Waleri Michailowski. Weltberühmt waren sie nicht deshalb, weil sie allesamt homosexuell waren (was damals noch Akzeptanz in Russland fand und eigentlich auch niemanden interessiert hat) oder sich für die Rechte von sexuellen Minderheiten eingesetzt haben. Sondern dafür, dass sie Frauenpartien aus klassischem Ballett besser getanzt haben als so manche Prima-Ballerina. Denn um Künstler zu werden, reichen eine sexuelle Orientierung, „richtige“ Weltanschauung oder der Ruhm der woken Szene nicht. Es braucht Talent und harte Arbeit.

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Ausschreibung zur Fahndung durch die Polizei, Kontenkündigungen, Ausschluss aus der Bundespressekonferenz: Wer in Deutschland kritisch berichtet, sieht sich Psychoterror ausgesetzt. Und braucht für den Spott der rot-grünen Kultur-Krieger nicht zu sorgen. Ich mache trotzdem weiter. Auch, weil ich glaube, dass ich Ihnen das schuldig bin. Entscheidend fürs Weitermachen ist Ihre Unterstützung! Sie ist auch moralisch sehr, sehr wichtig für mich – sie zeigt mir, ich bin nicht allein und gibt mir die Kraft, trotz der ganzen Schikanen weiterzumachen! Ganz, ganz herzlichen Dank im Voraus für Ihre Unterstützung, und sei es nur eine symbolische!
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Mein aktuelles Video

Mein ganz persönliches Osterwunder – was ich erlebt habe, hat mein Leben auf den Kopf gestellt.
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Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

Ekaterina Quehl ist gebürtige St. Petersburgerin, russische Jüdin und lebt seit über 19 Jahren in Berlin. Pioniergruß, Schuluniform und Samisdat-Bücher gehörten zu ihrem Leben wie Perestroika und Lebensmittelmarken. Ihre Affinität zur deutschen Sprache hat sie bereits als Schulkind entwickelt. Aus dieser heraus weigert sie sich hartnäckig, zu gendern. Mit 27 kam sie nach einem abgeschlossenen Informatik-Studium nach Berlin und arbeitete nach ihrem zweiten Studienabschluss viele Jahre als Übersetzerin, aber auch als Grafikerin. Mittlerweile arbeitet sie für reitschuster.de.

Bild: Screenshot Youtube-Video Sophie Rebecca

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