Was ist Wahrheit? Über die Suche nach Orientierung in haltlosen Zeiten

Der Meinungskorridor wird immer enger. „Ich bin zwar anderer Meinung als Sie, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass Sie Ihre Meinung frei aussprechen dürfen“ – dieser Spruch, der oft als Zitat von Voltaire bezeichnet wird, in Wirklichkeit aber nur seine Überzeugungen wiedergibt, ist heute nicht nur vergessen. Er ist eher ins Gegenteil verkehrt: Viele würden viel dafür geben, dass Menschen mit anderer Meinung diese nicht frei aussprechen dürfen. Ich will dagegenhalten. Und veröffentliche, frei nach Voltaire, auf meinem Blog auch Meinungen, die anecken. Dazu ist Journalismus da. Heute können oder wollen selbst viele Kollegen nicht mehr unterscheiden zwischen Gastbeiträgen und der Meinung des Herausgebers. Wer falsche Meinungen auch nur zu Wort kommen lässt, wird diffamiert. Etwa bei Corona: Ein Gespräch mit dem „Falschen“, ein Interview mit einem „Ketzer“ – und schon ist man als Corona-Leugner etikettiert. Ich werde nicht Männchen machen vor den Gesinnungswärtern. Und auch unbequemen Stimmen weiter eine Plattform verleihen. Erwachsene Bürger können sich selbst ihre Meinung bilden. Und so ist es mir eine Freude, heute diesen Beitrag von Hans-Hasso Stamer zu veröffentlichen, den einige sicher noch als Musiker aus DDR-Zeiten kennen. Manches mag stark zugespitzt sein – doch genau das macht Meinungsfreiheit aus. Voilà:

Ein Gastbeitrag von Hans-Hasso Stamer

Früher war Wahrheit das, was seriöse Journalisten in seriösen Medien verbreiteten. Da war die Orientierung noch relativ einfach. In der DDR ganz besonders: Die DDR-Propaganda war die Lüge, der Westen verbreitete die Wahrheit. Wirklich?

Den ersten Riss bekam diese Sicht bei mir, als ich unmittelbar nach der Wende am eigenen Leibe erfuhr, dass vieles von dem, was die verhassteste Propagandaschleuder der DDR, „Sudel-Ede“ Karl-Eduard von Schnitzler, von der BRD behauptet hatte, tatsächlich zutraf. Es gab schon Freiheit und Wohlstand im Westen – wenn man in diesem System gestartet war, seine Regeln kannte und sich seinen Platz erobert hatte. Mit anderen Worten: wenn man genügend Geld hatte, dann hatte man alle Freiheiten und lebte tatsächlich auf der Sonnenseite.

War das nicht der Fall, war der Alltag voller Zumutungen, Mühen, Fallen und Qual. Die gesamte industrielle Infrastruktur des Ostens wurde aber gerade abgewickelt oder verfiel von allein. Das bedeutete, dass eine gesamte Generation vor dem Nichts stand, so wie heute unter Corona ganze Branchen. Ich kenne also dieses Gefühl, was die heutigen Gastronomen und Ladenbesitzer haben, sehr gut. Ich verlor nach der Wende meine berufliche Existenz und wurde das Opfer von Gentrifizierung. Also baute ich mir eine private und berufliche Zukunft buchstäblich mit eigenen Händen außerhalb Berlins auf, was mit über 40 schwer, aber nicht unmöglich war.

Damals funktionierte die Medienlandschaft im Wesentlichen noch. Der „Spiegel“ kritisierte die Regierung, statt ihr Sprachrohr zu sein, die FAZ war konservativ und die „Welt“ gediegen antikommunistisch – Springers Vermächtnis wirkte noch. Insgesamt gab es ein ausgewogenes Verhältnis von Rechts und Links. Das ist, wie wir alle wissen, lange vorbei.

Linksdominierter Staat

Heute haben wir einen linksdominierten Staat, sämtliche traditionelle Parteien befinden sich auf der linken Seite des politischen Spektrums, nur die AfD hält dagegen. Die wird mit einer nie dagewesenen Welle von Propaganda, Hass, Verleumdung, Falschdarstellung, falschen oder aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten, Ausgrenzung, Pseudoskandalen, Ausladungen, Unterwanderung und Mobbing bis hin zu gewalttätigen Übergriffen überzogen. Medien und Staat sind zu einem linksextremen politisch-medialen Komplex zusammengewachsen, der teilweise sogar die Wirtschaft vor sich hertreibt.

Wo ist in diesem korrupten System nun die Wahrheit geblieben? Die Antwort kann nur sein: Man muss sie sich selbst suchen. Aber dabei gibt es glücklicherweise einige Anzeichen, dass es sich tatsächlich um die Wahrheit handelt. Man kann zum Beispiel sicher sein, dass sie von den traditionellen Medien mit besonderem Hass verfolgt wird. Jede Zeitung hat ihre Spezialisten dafür: Herr Kamann bei der „Welt“, Frau Hildebrandt beim „Cicero“.

Die traditionellen Medien sind weitgehend korrumpiert. Das Internet hat den Trend verstärkt, sich von Staatsgeldern abhängig zu machen, da es sehr schwierig geworden ist, mit Informationen Geld zu verdienen. Also verbreitet man die, für die man vom Staat Geld erwarten darf. Das gilt inzwischen für alle großen Zeitungen, für den öffentlich-rechtlichen Bereich sowieso und auch für die meisten privaten Medien.

Immer dann, wenn ein großes Interesse besteht, bestimmte Informationen zu unterdrücken, ist der Verdacht, dass es sich um die Wahrheit handelt, relativ hoch. Das erinnert an die Zustände in der DDR. Ein öffentliches Dementi war fast schon eine Bestätigung eines zutreffenden Sachverhaltes. Man kommt aber nicht umhin, die Interessenlage der jeweils handelnden Seiten zu betrachten. Eine parteinahe Stiftung oder „Nichtregierungsorganisation“ (was für eine Perversion des Begriffs), die Geld vom Staat bekommt, versteht sich zunächst einmal als Erziehungsinstanz der Bevölkerung, nicht als Wahrheitverbreiterin.

Die Spitze dieser Perversion ist wohl bei der Amadeu Antonio Stiftung erreicht, deren Chefin und ehemaliger Stasi-Spitzel Kahane jüngst von einem „antisemitischen Betriebssystem“ der Anti-Coronapolitik-Protestierer schwafelte. Insofern ist der aus der Wirtschaft bekannte Lobbyismus flächendeckend in die Politik ausgedehnt worden.

Propaganda-Organe der öffentlichen Lüge

Der Staat ist derzeit damit beschäftigt, weite Bereiche der Gesellschaft, das geht natürlich am besten bei Staatsangestellten, auf Linie zu bringen. So wird die Amtssprache gegendert, die Polizei wird gesäubert und gegängelt, es werden Milliarden für „Faktenfinder“ und ähnliche Propagandaorgane der öffentlichen Lüge ausgegeben.

Und auch in den USA scheint es nicht anders zu sein. Heute erreichte mich die Meldung, dass Polizisten inzwischen mit Sanktionen bedroht werden, wenn sie verlauten lassen, dass an der ominösen Besetzung des Kapitols auch Linksextreme beteiligt waren, selbst wenn sie es belegen. Also versucht man hier, genau wie bei der Fälschung der US-Wahl, eine Wahrheit zu unterdrücken. Die Anwesenheit staatlichen Drucks ist zwar keine Garantie für Wahrheit (siehe die QAnon-Bewegung, die eindeutig eine Verschwörungstheorie ist), aber doch ein starkes Indiz. Aber auch QAnon ist nur Symptom dieser Entwicklung, nicht Ursache.

Die Suche nach der Wahrheit ist also insgesamt ein mühsames Unterfangen geworden. Da die am Tropf der Staatsknete hängenden klassischen Medien als Verbreiter untendenziöser Nachrichten in bestimmten Bereichen komplett ausgefallen sind, wird diese Lücke zunehmend von unabhängigen Anbietern übernommen – der phänomenale Erfolg von Boris Reitschuster, der seine Zugriffszahlen innerhalb eines Jahres mehr als verzehnfachen konnte und derzeit pro Monat knapp drei Millionen Leser hat, ist nur ein Beispiel dafür. Es gibt nach wie vor ein großes Bedürfnis nach solider, unabhängiger und in jeder Richtung kritischer Information.

Da im täglichen Existenzkampf nicht jeder die Zeit und Energie aufbringt, sich diese täglich neu zu suchen, hat jeder Mensch auf die Dauer bevorzugte Informationsquellen. Die gesamte etablierte „Lückenpresse“ kämpft nun darum, nicht dieses Primat, das sie jahrzehntelang hatte, zu verlieren. Noch hat sie es. Aber die Zeiten, wo man sich einmal am Tage um 20:00 Uhr in einer Viertelstunde über die wesentlichen Entwicklungen des Tages informieren konnte, sind ein für allemal vorbei und sie werden auch nicht wiederkommen.

Manipulation der traditionellen Medien

Glücklicherweise gibt es tatsächliche Alternativen, die mit derselben Ernsthaftigkeit und Kompetenz, die früher einen Hanns-Joachim Friedrichs auszeichneten, diese Lücke füllen. Portale wie reitschuster.de, sciencefiles.com, achgut.com oder tichyseinblick.de erobern immer mehr die Favoriten-Bookmarks in den Browsern auch des gemeinen Internetsurfers. Noch sind sie nicht mehrheitsfähig, aber jede neue Manipulation der traditionellen Medien spielt ihnen mehr Leser zu.

Diese Entwicklung kann ich nur begrüßen. Wem die große Unfreiheit übergestülpt wird, der sucht sich seine kleinen Freiheiten. Das war schon in der DDR so und heute wird es wieder so.

Es ist noch nicht alles verloren im Jahre 2021. Aber es wird ein harter und langer Weg werden. Linksflüchter müssen sich warm anziehen in diesen Zeiten. Eines Tages wird es auch kleinen, unabhängigen Blogs wie diesem an den Kragen gehen. Sie werden es jedenfalls versuchen, da bin ich ganz sicher.


Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.




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Hans-Hasso Stamer ist Diplomingenieur, Blogger und Musiker (und war als solcher in der DDR bekannt). Über sich schreibt er: Erfahrungen in zwei Systemen und in verschiedenen Berufsfeldern. Ich lebe „jottwede“ im Land Brandenburg und genieße es. Manchmal schreibe ich auch über Katzen. Stamer betreibt den Blog Splitter & Balken.

 

 

 

Bilder: Who is Danny/Shutterstock

Text: Gast

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