Wie bei der ARD-Umfrage plötzlich drei Prozent verschwunden sind Öffentlich-rechtlicher Zahlenzauber

Ein Gastbeitrag von Klaus Kelle

BERLIN – Regelmäßig lässt die ARD durch das angesehene Meinungsforschungsinstitut infratest dimap den Deutschlandtrend erheben. Daraus kann man in der Regel erkennen, was wir so im Großen und Ganzen denken derzeit. Das “derzeit” ist dabei sehr wichtig, weil Demoskopen wissen: Jede Umfrage ist nur eine Momentaufnahme und sagt null darüber aus, was wir – das Volk – in zwei Wochen wohl meinen könnten. Denken Sie an den Höhenflug der Unionsparteien vor einigen Monaten, und dann schauen sie sich den aktuellen Totalabsturz nach Impfchaos und Laschet-Nominierung an!

Wenn Sie sich die aktuelle Grafik vom ARD-Deutschlandtrend anschauen, dann stellen Sie fest, dass die Grünen die CDU/CSU als stärkste Kraft abgelöst haben. Aber das wissen wir ja schon, genauso wie, dass sich SPD und AfD ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. Wirklich interessant ist, was da nicht steht, denn addiert ergeben die aktuellen Umfragezahlen nur 97 Prozent – statt der üblichen 100.

Wo also sind die drei Prozent geblieben, die hier mysteriöserweise fehlen? Hat sich bei infratest jemand vertippt auf dem Taschenrechner, war jemand in der Grafikabteilung der ARD zugekokst? Beides ist niemals ganz auszuschließen.

Also mal auf der Webseite von infratest dimap geschaut und dann auch noch bei wahlrecht.de – und tatsächlich. Dort wird – anders als bei der Staats-Sendeanstalt – noch eine weitere Partei aufgewiesen, nämlich die Freien Wähler. Da hat man sich bei der ARD wohl gedacht: schon wieder so etwas schreckliches Bürgerliches, lassen wir das mal lieber weg, sonst kommen die Leute noch auf die Gedanken, dass man die wählen könnte als heimatloser Bürgerlicher. Also, liebe Kollegen: Wenn schon manipulieren, dann bitte wenigstens ein bisschen cleverer. Ihr beleidigt die Intelligenz Eurer verbliebenen Zuschauer.

Dieser Beitrag erschien auch auf dem Portal The Germanz

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs. Dieser Beitrag ist auch auf seinem Blog „Denken erwünscht“ erschienen.

 

Bild: Deutschlandtrend_Mai2021: infratest dimap
Text: gast

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