Wie gefährlich ist der Islamismus wirklich? Die tieferen Wurzeln des Mordes an dem Lehrer Samuel Paty

Ein Gastbeitrag von Gregor Amelung*

Wenn man sich die Klassiker von Alfred Hitchcock ansieht, erkennt man schnell, wie künstlich befruchtend Zensur sein kann. Denn wenn Sex, Nacktheit und Brutalität verboten sind, dann muss man kreativ werden, will man einen Mörder wie in „Psycho“ darstellen. Auf ganz ähnliche Weise ist im 18. Jahrhundert die politische Tierfabel entstanden. Mit ihr konnten Systemkritiker die Herrschenden aufs Korn nehmen, ohne von den Kritisierten ins Gefängnis geworfen zu werden.

Auch religiöse Verbote können zu künstlerischen Höchstleistungen anspornen. So entstand in der muslimischen Welt wegen des Verbots der bildlichen Darstellung des Propheten eine atemberaubende Ornamentik. Von dieser Kunst zeugen heute Kulturdenkmäler wie das indische Taj Mahal oder die Blaue Moschee in Samarkand.

Insofern kann man religiösen Verboten, Majestätsbeleidigungs-Paragrafen oder der Zensur nicht per se eine positive Wirkung absprechen. Verbote regen den menschlichen Geist an, sie zu umgehen und zum Beispiel das Göttliche auf andere Art zu preisen. Das ist die positive Seite eines Bilderverbots. Die negative hat vor kurzem der französische Lehrer Samuel Paty zu spüren bekommen. Der hatte zur Erklärung der Meinungsfreiheit in seinem Unterricht unter anderem die sogenannten Mohammed-Karikaturen gezeigt.

Bevor Paty das tat, hatte er es religiös empfindsamen Schülerinnen und Schülern freigestellt, dass Klassenzimmer zu verlassen (nach anderen Angaben: den Blick abzuwenden). Ein vorbildliches Verhalten, denn Samuel Paty hatte abgewogen zwischen dem Recht des Einzelnen auf den Schutz seiner religiösen Gefühle und dem allgemeinen Recht auf Bildung bzw. Information. Denn nur wer seine Rechte kennt, kann sie auch anwenden. Ein Prinzip, das man aus US-Krimis kennt: „Sie haben das Recht zu schweigen. Alles, was Sie sagen, kann vor Gericht gegen Sie verwendet werden …“

Miranda-Belehrung

Diese sogenannte Miranda-Belehrung geht auf ein Urteil des US-amerikanischen Supreme Court zurück. Das hatte 1963 geurteilt: Ein Geständnis in einem Polizeiverhör ist als Beweis vor Gericht nur dann zulässig, wenn der Verdächtige vorher über seine Rechte belehrt worden ist und ausdrücklich auf sie verzichtet hat. Im Fall von Ernesto Arturo Miranda hatte es diese Aufklärung aber nicht gegeben, und damit war sein Geständnis hinfällig.

Es ist also keine Holschuld des Bürgers, seine Rechte zu kennen, sondern eine Bringschuld des Staates, sie zu vermitteln. Eben dieser Bringschuld kam Samuel Paty in seinem Kurs für Staatsbürgerkunde am Dienstag dem 6. Oktober 2020 nach. Wie in den Jahren zuvor erläuterte der Lehrer das Recht auf Meinungsfreiheit auch anhand der Mohammed-Karikaturen.

Bisher hatte sich nie jemand an Patys Unterrichtsmethode gestoßen. Das änderte sich am folgenden Tag, dem 7. Oktober, als sich eine Mutter bei der Schule beschwerte, Paty habe ihre Tochter „wegen ihres Glaubens“ aus der Klasse verwiesen. Ein Vorwurf, der nach Diskriminierung klang.

Daraufhin organisierte der Beschuldigte auf Wunsch der Schulleitung eine Aussprache und entschuldigte sich sogar, um die Wogen zu glätten. Und das hätte wahrscheinlich auch funktioniert, und wir in Deutschland hätten nie etwas von Monsieur Paty erfahren, wäre da nicht zeitgleich der Vater einer 13-Jährigen auf den Plan getreten: Brahim C.

Dem hatte seine Tochter (fälschlicherweise, denn sie war gar nicht in Patys Unterricht anwesend gewesen) berichtet, dass der Lehrer im Unterricht ein Nacktbild Mohammeds gezeigt habe. Seiner Entrüstung darüber machte Vater C. in der Schule und in den sozialen Netzwerken Luft. Darüber hinaus zeigte er Paty bei der örtlichen Polizei wegen des Verbreitens von Pornografie gegenüber Minderjährigen an.

Wenig plausibel

Spätestens hier wundert man sich. Mag sein, dass ein 47 Jahre alter Lehrer einem minderjährigen Schüler oder einer Schülerin pornografisches Material zeigt. Von so etwas hat man schon mal gehört oder in einem Roman gelesen.

Aber gleich der gesamten Klasse? Ist das ein plausibler Tathergang?

Und als männliches Pin-up wählt sich der Pädagoge dann ausgerechnet den Propheten aus? Angeblich in der nackten Rückansicht, was Fragen zur Pornografie-Definition von Brahim C. aufwirft. Denn es wäre ja durchaus möglich, dass seine Tochter, bevor sie das 18. Lebensjahr erreicht hat, abermals von einem Lehrer oder einem Schulbuch mit „Pornografie“ konfrontiert werden würde. Etwa im Kunstunterricht mit dem David von Michelangelo. Wäre dessen Nacktheit dann auch wieder Grund für Vater C., Anzeige bei der Polizei zu erstatten?

Unterstützung bei seinen Anschuldigungen erhielt Brahim C. von Abdelhakim Sefrioui. Der marokkanische Prediger kennt sich aus mit Schulen. Bereits 2011 hatte er erfolgreich Druck auf einen Schulleiter in Saint-Ouen ausgeübt, weil der einer Schülerin das Tragen einer Abaya nicht erlauben wollte.

Die Abaya ist ein in der Golfregion verbreitetes Kleidungsstück, eine Art Überkleid, das von Frauen über der normalen Kleidung getragen wird und sie so bedeckt. Im schulseitigen Verbot einer solchen Bedeckung erkannte Monsieur Sefrioui allerdings nicht etwa die Wertung derselben als altmodisch-überholten Dresscode oder „Abaya-Feindlichkeit“, sondern knallhart als „Islamophobie“. Mit diesem Vorwurf bewaffnet setzte er sich dann dahingehend durch, dass die Schule nun auch das Tragen von „sehr langen Röcken“ zuließ.

Auch im Fall des Lehrers Samuel Paty zeigte Sefrioui klare Kante. Der Lehrer sei „ein Schurke, der die Meinungsfreiheit instrumentalisiere“, so sein Urteil.

Ketzerei und Majestätsbeleidigung

Ähnliches hätte Sefrioui, wäre er ein christlicher Fundamentalist, wohl auch der Komikertruppe Monty Python vorgeworfen und sich über „Das Leben des Brian“ echauffiert. Der Streifen kam 1979 in die Kinos. Ein Jahr später kam Sefrioui nach Frankreich. Insofern hätte ihm im Jahr 2020, also 40 Lebensjahre später, eigentlich bewusst sein müssen, dass Ketzerei im laizistischen Frankreich nicht etwa verboten, sondern erlaubt ist, und dass die Meinungsfreiheit nicht nur einen am Kreuz singenden Messias deckt, sondern auch nackte, fliegende Babypuppen des US-Präsidenten. Und daraus hätte Monsieur Sefrioui den naheliegenden Schluss ziehen können, dass die Meinungsfreiheit im Geistlichen Ketzerei und im Weltlichen Majestätsbeleidigung erlaubt.

Ein Blick ins benachbarte Deutschland hätte noch darüber informiert, dass sich dagegen nicht mal der Stellvertreter Christi auf Erden, der gleichzeitig Staatsoberhaupt des Vatikanstaats ist, schützen kann, siehe Titanic-Ausgabe Nr. 7/2012 „Halleluja im Vatikan: Die undichte Stelle ist gefunden“.

Ein kurzer Blick auf die Vorder- und Rückseite reichen aus, um den oft erhobenen Vorwurf zu entkräften, dass nur die muslimische Community in einer Demokratie unter Zumutungen wie den Mohammed-Karikaturen zu leiden habe. Nein, sie leidet mit vielen anderen gemeinsam, und dieses „Leiden“ nennt man auch Toleranz.

Dass dies so ist, kann man natürlich bedauern. Aus Pietät oder wegen verletzter Gefühle oder auch aus Gründen des (guten) Geschmacks. Trotzdem gibt es keine Ausnahmen. Nicht für Ketzerei und auch nicht für Majestätsbeleidigung. Es kann sie nicht geben. Denn Ausnahmeregelungen würden dem Gleichheitsgrundsatz widersprechen – neben der Meinungsfreiheit eine weitere zivilisatorische Errungenschaft, die wir der Aufklärung zu verdanken haben. Sie machte aus Untertanen Bürger und versetzte diese in die Lage, über die Mächtigen und die Macht – sei sie weltlichen oder geistlichen Ursprungs – zu reden, zu streiten, zu schreiben – und auch zu spotten.

Falsche Interpretation

Das sehen einflussreiche Korangelehrte allerdings etwas anders. Zwar begrüßen auch sie die Aufklärung, messen ihr aber keine größere kodifizierende Kraft bei. Für sie ist die europäische Aufklärung nichts weiter als eine Befreiung der damals lebenden Menschen vom Christentum, das aus muslimischer Sicht eine falsche Interpretation des wahren Glaubens ist.

Aus dieser Logik heraus ergibt sich dann zwangsläufig ein anderes Koordinatensystem, in dem die Aufklärung zu einem reinen Instrument der Emanzipation vom Christentum wird, ihre normative Kraft verliert und die muslimische Gesellschaft selbst einer eigenen Aufklärung nicht bedarf.

Für die Gegenwart bedeutet das, dass die ehemals christlich geprägten Europäer im Moment auf der Suche sind. Bisher haben sie es noch nicht vermocht, die Klarheit und Eindeutigkeit des Korans für sich zu entdecken. Und das, obwohl alle Menschen nach muslimischer Auffassung als Muslime geboren werden. Erst nach der Geburt findet dann ein Entfremdungsprozess durch Erziehung, Schule und Gesellschaft statt. Ohne diese irreführenden Einflüsse wäre der Weg stattdessen klar und der Einzelne könnte ihn leicht beschreiten.

Das sind die Grundkoordinaten, an denen sich viele religiöse Muslime orientieren. Insofern ist es logisch, dass sie auch eine weitere Errungenschaft der Aufklärung zwar kennen und begrüßen, aber auch ihr eine leicht andere Bedeutung beimessen: die Religionsfreiheit. Sie wird meist als eine „Religionsfreiheit zum Islam hin“ verstanden. Der kleine, aber feine Unterschied verwischt in den meisten deutschen TV-Diskussionen zum Thema Islam. Deutlich zu Tage treten würde er nur, wenn man auf die Behandlung der Menschen zu sprechen käme, die ihre Religionsfreiheit eben nicht hin zum Islam sondern raus aus dem Islam leben wollen.

Bedrohte Apostate

Muslimische Theologen halten eine solche Auslegung der Religionsfreiheit für nahezu unzulässig, denn die Abkehr eines Muslims vom Islam gilt als eines der schwersten Vergehen, dessen sich ein Gläubiger schuldig machen kann. In vielen Ländern drohen dem „Apostaten“ gravierende zivilrechtliche und strafrechtliche Konsequenzen, obwohl in einigen dieser Länder dem Wort nach die Religionsfreiheit gilt.

Die Abkehr wiegt umso schwerer, wenn sich der Ex-Muslim einer anderen Religion wie dem Christentum zuwendet, denn das ist aus Sicht der islamischen Theologie bereits korrigiert und durch Mohammed abgelöst worden.

Darüber hinaus nehmen viele Theologen, Historiker und auch Journalisten aus dem muslimisch-arabischen Raum das Christentum als eine „westliche“ Religion wahr. Es ist die Religion der ehemaligen Kolonialherren und der Kreuzfahrer. Diese Geschichtsinterpretation zieht einen kontinuierlichen Bogen von den Kreuzrittern des Mittelalters über Napoleons Ägypten-Expedition 1799, der Landung amerikanischer Marines und französischer Fallschirmjäger in Beirut 1983 bis hin zum heutigen Staat Israel. Dort angekommen, ist man dann mitten in der Tagespolitik. Und so wundert es nicht, dass sich dieses Geschichtsbild bis weit in die muslimisch-arabische TV- und Pop-Kultur verbreitet hat.

So werden die Kreuzzüge etwa in Hochglanz-Dokumentationen von Aljazeera wie völkerrechtswidrige Angriffs- und grundlose Eroberungskriege dargestellt, die sich gegen den Islam gerichtet haben. Auf dieser Folie analysieren dann Historiker aus Ägypten oder den Golfstaaten den gerechten Verteidigungskrieg der Muslime, und Theologen beschwören die Umma, die Gemeinschaft aller Gläubigen, die letztendlich zum Sieg über die Aggressoren verholfen hat.

Diese Geschichtsdarstellung wird ganz oder teilweise auch in deutschen Talkshows, Diskussionsrunden oder Zeitungsinterviews zum Thema Islam akzeptiert, weil man als moderner Europäer verständlicherweise mit dem brutalen Fanatismus der Kreuzritter nichts mehr am Hut hat. Trotzdem ist hier ein Blick auf die historische Realität wichtig.

Fatimiden und Seldschuken

Bis ins Jahr 614 bzw. 637 hatten Palästina und Jerusalem zum Oströmischen Reich gehört, womit christlichen Pilgern eine Wallfahrt ins Heilige Land quasi automatisch offen stand. Nach der arabisch-muslimischen Eroberung änderte sich an diesem Status nahezu 400 Jahre nichts. Erst im 11. Jahrhundert knirschte es. Zuerst kam es 1009 durch Kalif al-Hakim zur Zerstörung der Grabeskirche, die an der überlieferten Stelle der Kreuzigung Christi steht. Ab Mitte des Jahrhunderts wurden dann die Pilgerreisen selbst erschwert. Pilger wurden aus Jerusalem ausgewiesen und auf ihren Pilgerrouten überfallen. 1073 verloren die Fatimiden Jerusalem an die weniger toleranten Seldschuken, womit die christlichen Wallfahrten fast vollständig zum Erliegen kamen.

Erst danach rief Papst Urban II. im Jahr 1095 zum I. Kreuzzug auf. Insofern kann man die Kreuzzüge aus heutiger Sicht selbstverständlich als brutal geführte Kriege mit Gewaltexzessen gegen Juden und andere Zivilisten charakterisieren, historisch grund- bzw. anlasslos waren sie allerdings nicht. Und ohne die vorgenannten Gründe wäre es womöglich nie zu diesen militärisch extrem aufwendigen Unternehmungen gekommen.

Die zweite wirkmächtige Geschichtsthese im arabisch-muslimischen Raum berichtet von einem Know-how-Transfer, der über das spanische Kalifat von Córdoba als Brücke abgewickelt wurde. Von hier aus gelangte das Wissen der muslimisch-arabischen Welt nach Europa und erlaubte der rückständigen westlichen Welt in den Folgejahren, das wissenschaftsfeindliche Mittelalter zu verlassen. Der Bund für islamische Bildung in Berlin berichtet darüber so: „Innerhalb eines Jahrhunderts nach dem Tod des Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm und seiner reinen Nachkommenschaft) eroberten die Muslime nicht nur neue Gebiete, sondern entwickelten sich zu wissenschaftlichen Wegbereitern, die sich durch Originalität und Produktivität auszeichneten. Sie warfen sozusagen den ‚Ball des Wissens‘ über den Zaun nach Europa …“

Dass der „Ball des Wissens“ unter anderem mit der galenischen Medizin des römischen Arztes Galenus (128/130–199/216) aufgepumpt war, fällt hier und andernorts gern unter den Tisch.

Schwärzliches Urin

Galenus’ Lehre von den guten und schlechten Körpersäften und deren Farben war damals in Orient und Okzident gleichermaßen anerkannt. Und so interpretierte der brandenburgische Hofmedicus Elsholtz noch im 17. Jahrhundert nach einer Bluttransfusion schwärzlichen Urin als das Ausscheiden schlechter Säfte. Dass sein Patient in Wahrheit einen Transfusionsschock erlitten und die Behandlung nur mit Ach und Krach überlebt hatte, ahnte Elsholtz nicht.

Es dauerte im Westen Jahrhunderte, bis man die fehlerhaften Deutungen und Dogmen der galenischen Medizin überwunden hatte und den Blutkreislauf im Zusammenspiel mit der Lunge vollständig entschlüsselt hatte. Gleiches gilt für die Überwindung des geozentrischen Weltbildes, auf dessen Basis Newtons Gesetze der Schwerkraft und damit die moderne Physik unmöglich gewesen wären.

Allerdings werden diese bahnbrechenden Erkenntnisse etwa in der arabischen Version von Wikipedia eher beiläufig beschrieben und nicht in einen größeren Kontext gestellt. Entsprechend konstatiert auch der Bund für islamische Bildung: „Vor 1.000 Jahren waren die Muslime die großen Vorreiter der internationalen Wissenschaftsforschung … Heute, im 20. Jahrhundert, nehmen die Vereinigten Staaten von Amerika diese Position ein. Das Pendel kann jedoch auch wieder zurückschwingen.“

So harmlos der letzte Satz auch klingt, er hat es in sich. Denn der enorme Fortschritt in Forschung und Wissen im Europa des 18. und 19. Jahrhunderts gehen hier eben nicht auf die Gedanken der Aufklärung zurück (bzw. sind mit ihnen aufs engste verzahnt), sondern der damalige europäische Fortschritt beruhte auf einer Pendelbewegung.

Der Kölner würde sagen „Et kütt wie et kütt“ (Es kommt wie es kommt).

Dampfmaschine und iPhone

Das klingt sympathisch, führt aber weder zur Dampfmaschine noch zum iPhone. Allerdings entlastet so eine Philosophie die muslimische Gesellschaft von der lästigen Frage nach der eigenen Innovationsfähigkeit in den vergangenen Jahrhunderten.

Bei derart wirkmächtigen Erzählungen in und um den Islam herum ist es umso wichtiger, dass es Lehrer gibt wie Samuel Paty, die die Errungenschaften der Aufklärung an die heranwachsende Generation weitergeben. Und das möglichst ohne sich bei der Polizei dafür rechtfertigen zu müssen. Aber genau das musste der Geschichts- und Geografielehrer sechs Tage nach seiner umstrittenen Schulstunde tun.

Möglicherweise absolvierte Samuel Paty diesen Gang allerdings viel nüchterner und abgeklärter, als man sich das heute vorstellen kann. Denn Paty kannte die Realität an den französischen Schulen, wo Forderungen von muslimischen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nach getrennten Toiletten sowie eigenen Tischen in der Mensa, um sich nicht mit „Unreinen“ zu mischen, keine Seltenheit sind. Andere weigern sich, das Zeitalter des Kathedralenbaus im Geschichtsunterricht durchzunehmen oder geometrische Formen in Mathe zu zeichnen, wenn diese einem Kreuz ähnlich sehen.

Die Liste ist lang und bereits 16 Jahre alt. Sie stammt aus dem Jahr 2004. Erstellt hatte sie damals der Generalinspektor im Erziehungsministerium Jean-Pierre Obin. Damals wurde er als „Alarmist“ abgetan. Inzwischen ist Obin an der Universität Cergy-Pontoise als Dozent tätig und stellt nüchtern fest: Die Hälfte aller Lehrerinnen und Lehrer „zensiert sich aus Angst selbst“ bei Gesprächen mit muslimischen Schülern über Themen wie Religion oder Meinungsfreiheit.

Höllenhund exekutiert

Nachdem Monsieur Paty am Montag, dem 12. Oktober seine Vernehmung auf der Polizeiwache der Gemeinde Conflans-Sainte-Honorine hinter sich hatte, verließ er das Gebäude. Zuvor hatte er allerdings noch Anzeige erstattet. Wegen Verleumdung und übler Nachrede. Vier Tage später war er tot. Ermordet von einem 18-jährigen, der nach der Tat auf Twitter verkündete: „An Macron, Herrscher der Ungläubigen, ich habe einen deiner Höllenhunde exekutiert, der es gewagt hat, Mohammed zu erniedrigen.“

In den deutschen Medien wurde über den Mordfall an dem französischen Lehrer eher verhalten berichtet. „Je suis Samuel Paty“ hörte und las man nur vereinzelt. Als Terrorakt in Frankreich deklariert, wurde Samuel Patys Tod fein säuberlich aus dem größeren Kontext des politischen Islam herausgelöst und zur inneren Angelegenheit von Staatspräsident Emanuel Macron gemacht. Urplötzlich war Frankreich Ausland.

Eine Einordnung, die beruhigen mag, aber leichtfertig ist. Denn während der französische Lehrer Samuel Paty tot ist, steht der deutsch-ägyptische Publizist Hamed Abdel-Samad nach Morddrohungen unter Polizeischutz. So, als wäre er Kronzeuge in einem Mafia-Prozess oder ein übergelaufener russischer Spion. Dabei ist Abdel-Samad ein Intellektueller, dessen einziges Vergehen darin besteht, dass er laut denkt und sich kritisch mit dem Islam auseinandersetzt.

Hamed Abdel-Samad könnte also jederzeit unser Samuel Paty werden.

Seine individuelle Freiheit hat der Deutsch-Ägypter schon lange verloren. Die vom Steuerzahler bezahlten Bodyguards und die gepanzerten Fahrzeuge schützen nur noch sein Leben. Sechs Jahre geht das nun schon so. Eigentlich müsste sich hier die viel gepriesene Zivilgesellschaft erheben und sagen: „Ich bin Hamed Abdel-Samad!“ Proaktiv, und nicht erst, nachdem dem streitbaren Kopf etwas zugestoßen ist.
Also: „Ich bin Hamed Abdel-Samad!“ solange, bis der Mann wieder durch deutsche Fußgängerzonen laufen kann. So wie er Lust und Laune hat. Frei von Angst. Denn das ist sein gutes Recht als Bürger dieses Landes.

Kein Interesse an Rasenmähern

Dafür müsste sich eigentlich auch der Zentralrat der Muslime in Deutschland stark machen. Zumal sein Vorsitzender Aiman Mazyek das Problem, Bürger zweiter Klasse zu sein, zu kennen scheint. Auch Mazyek leidet unter „Hassmails“ an sich oder seine Mitarbeiter. Auch er möchte „Bürger sein, anerkannt und willkommen“, „ohne dass gesagt wird, das ist ein muslimischer Mann, der den Rasenmäher schiebt, sondern ein Bürger von nebenan.“ Ähnliches wünscht sich wohl auch Abdel-Samad. Kann sein, dass er kein Interesse an Rasenmähern hat und die Gänseblümchen und das Unkraut einfach wuchern lässt. Aber ansonsten sind die Wünsche der beiden nach bürgerlichem Frieden wohl vergleichbar.

Aber ich fürchte, so schön die Vorstellung ist, es ist wohl eine Utopie. Mazyek gibt sich zwar in Talkshows, Interviews und Büchern rund um den Islam gerne als weltoffener, aufgeklärter Liberaler. Aber er kann auch anders. Als die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung 2011 die Islamkritikerin Necla Kelek mit dem Freiheitspreis ehrte, ließ Mazyek demonstrativ seine Mitgliedschaft bei den Liberalen ruhen und erklärte, Kelek sei eine „einschlägig bekannte Islamhasserin“.

Einer Kritikerin mit dem Verweis auf das vermeintliche Motiv Hass einfach so jede Berechtigung abzusprechen und sie mit der Phrase „einschlägig bekannt“ semantisch in die Nähe von Kleinkriminellen wie Laden-, Taschen- und Trickdieben zu rücken, zeugt nicht gerade von Dialogbereitschaft.

Vier Jahre später kritisierte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland dann die Verleihung des Medienpreises M100. Der Preis ging damals an den Schöpfer der Mohammed-Karikaturen, den dänischen Karikaturisten Kurt Westergaard, der, so Mazyek „unseren Propheten in unseren Augen mit Füßen getreten hat und … alle Muslime eigentlich [auch].“

Nur Feder und Pinsel

Eine Aussage, die irritiert. Westergaard hat Feder und Pinsel benutzt. Keine Springerstiefel. Und er hat das bzw. sein Recht auf Meinungsfreiheit ausgeübt bzw. ausgeschöpft. Aber Aiman Mazyek scheint in diesem Punkt eine größere Nähe zum Islam als zur Meinungsfreiheit zu haben.

So zu denken und zu sprechen ist als Bürger zwar sein gutes Recht, denn die Meinungsfreiheit deckt wie gesagt eine ganze Menge und sie bleibt bei Angriffen passiv. Trotzdem wünscht man sich von einem Vorsitzenden einer Glaubensgemeinschaft in einer Demokratie doch einen etwas weicheren Angriff auf ein Grundrecht; ein Angriff, der in seiner Ausführung vielleicht erkennen lässt, dass es dem Angreifer schwer fällt anzugreifen, was er angreift; ein Angriff, der eine gewisse Demut erkennen lässt vor der Geschichte, die zu diesem zentralen Grundrecht geführt hat. Denn es ist ja nicht vom Himmel gefallen, sondern erdacht, erkämpft und erstritten worden. Über Jahrhunderte. Aber all das spürt man nicht. Und da hilft es wohl auch nicht, wenn man dem Bürger Mazyek beim Rasenmähen einen Satz zuruft, der dem Bürger Voltaire zugeschrieben wird: „Ich missbillige zwar, was Sie sagen, aber ich werde bis zum meinem Tod Ihr Recht verteidigen, es sagen zu dürfen.“

 

*) Der Autor ist in der Medienbranche tätig und möchte aus Angst vor negativen Folgen kritischer Töne anonym bleiben, darum schreibt er hier unter Pseudonym.
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Text: gast

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Adalbert Adlerhorst
3 Monate zuvor

Liebe Frau Hofmeister, dank dafür, dass sie meinen Kommentar gründlich gelesen und sich bemüht haben, meine Irrtümer zu berichtigen.

Die positive Bedeutung des Islam für die Mitteleuropäische Geschichte hatte ich nicht erwähnt, weil ich das zur Erklärung des Mordes an dem Lehrer für relevant hielt, sondern weil ich glaubte, der weit hergeholten Behauptung, der Islam zeichne wegen der Übersetzung der Schriften Galens, für medizinische Behandlungsfehler verantwortlich, etwas entgegenzusetzen zu müssen. Aber ich habe jetzt nochmals darüber nachgedacht und bin zur Einsicht gelangt, dass weder die Ärzte, noch der Galen, sondern der Islam daran Schuld trägt, genauso wie z.B. der Direktor der Wiener Kunstakademie am II. Weltkrieg, weil er Adolf das Talent absprach. Die Antwort darauf, wie sich unsere Kultur und Gesellschaft ohne den islamischen Einfluss entwickelt hätte, liegt doch auf der Hand: Wir wären 100 Jahre früher auf dem Mond gelandet und hätten längst das Paradies auf Erden.

Dass sich noch einige Angehörige der Opfer, an den Algerienkrieg und das Pariser Blutbat erinnern können, ist völlig ausgeschlossen, da Algerier bekanntlich an Demenz leiden. Deshalb bemühen sich Frankreich und die Wertegemeinschaft auch ständig darum, deren Erinnerungsvermogen aufzufrischen und auch die Wissenslücken der heranwachsenden Generation der Mosleme zu schließen. Die Lybier, Afghanen, Syrer, Iraker und Palis sollten allerdings nicht so zimperlich sein, wenn ihnen folgedessens ihre Heimat zerstört wird, denn wehklagen ist ein Vorrecht, dass nur aufgeklärten, aufrechten Demokraten wie unsereins zusteht. Wann endlich werden Dummköpfe das begreifen.

Die Verordung Masken tragen zu müssen, die Einschränkungen bezüglich der unverletzlichkeit der Wohnung, Reisebeschränkungen usw. nehmen wir, wenn auch widerwillig, hin, aber für das unveräußerliche Grundrecht auf Mohammed-Karrikaturen, dafür geben wir unser Leben. Was ist schon schlimm daran, sich hin und wieder das Vergnügen zu gönnen, andere sog. Kulturen durch den Kakao zu ziehen. Gleiches machen die Damen und Herren von der Tagesschau doch täglich mit uns und wir behalten die Contenance. Mit ein paar Federstrichen mal eben 1,8 Mrd. Moslems zu kränken und darauf zu hoffen, es befindet sich darunter kein einziger der ausrastet, ist allerdings ein sehr optimistischer Ansatz. Besser wäre ein Massentest der einheimischen Bevölkerung auf verdächtige Symtome. Wessen Puls beim Betrachten dieser Karrikaturen über 180 gemessen wird, kommt in Sicherungsverwahrung und wird so lange watergeboardet bis er dem falschen Glauben abschwört. Wer hingegen glaubt, falsch-positiv getestet worden zu sein, dem steht in unserem Rechtsstaat selbstverstänlich der Klageweg offen.

Mit der fiktiven Gegenüberstellung von Mohammed- zu Holocaust-Karrikaturen, beabsichtigte ich nichts Böses, denn die Opfer des Holocaust sind bereits tot, wie auch dieser Mohammed. Die Toten kümmert es nicht verhöhnt zu werden, noch finden sie Gefallen an Denkmälern ihnen zu Ehren. Sollte sich allerdings eine lebende Person in ihrem Empfinden verletzt gefühlt haben, so bitte ich um Entschuldigung. Damit aber jetzt kein Missverständnis aufkommt: die Entschuldigung gilt selbstverständlich nur für das Ausschreiben des Tabuwortes Holocaust-Karrikaturen, denn Mohammed-Karrikaturen sind, wie ich lernen durfte, eine völlig andere Baustelle.

Danke für die Literaturempfehlung. Wenn Sie den Koran durch haben und sich noch einen weiteren Kick zumuten wollen, dann empfehle ich Ihnen den Talmud oder das Christentum betreffend, die Zeugenaussagen der von katholischen Priestern missbrauchten Kinder.

Aber, wie Helmut Schmidt einmal ausplauderte: „Ich habe den Verdacht, dass sich alle Terrorismen in ihrer Menschenverachtung wenig nehmen, sie werden jedoch übertroffen von bestimmten Formen des Staatsterrorismus“





Danke führ Ihre Aufmerksamkeit!

Albert Pflüger
3 Monate zuvor

Der irreführende Begriff „Islamismus“ findet begrüßenswerterweise im Text keine Anwendung, es ist korrekt vom „Islam“ die Rede. Was hat er in der Überschrift verloren?

Thorsten Maverick
3 Monate zuvor

Ein ziemlich guter Artikel, aber ein paar Dinge sind leider noch schlimmer als dort dargestellt. Apostasie wird im Islam immer mit dem Tod bestraft. Das hat schon Mohammed so gehandhabt. Die Geschichte des Islams lief etwas anders ab, als das der Islam selbst darstellt. Dazu bitte das Buch „Goodbye Mohammed“ lesen. Palästina blieb lange christlich, bis sich aus dem Christentum der Islam entwickelte. Die Eroberung Iberiens lief auch etwas anders ab. Das war schon vorher eine Hochkultur, die die Eroberer dann übernommen haben. Ansonsten war der Islam ein riesiger Rückschritt in eine Nomadenkultur. Tragtiere statt Wagen, Mondjahr statt Sonnenjahr, Erdscheibe statt Erdkugel, Aramäisch statt Altgriechisch usw. Die falsche Überschrift entwertet den Artikel leider, sie stammt sicher nicht vom Autor.

Vox
3 Monate zuvor

„Islamismus“ ist ein Täuschungsbegriff (Taqiyya), um dem ahnunglosen „Ungläubigen“ vorzugauckeln, der Islam sei friedlich und keine zu Mord und Völkermord aufrufende Ideologie.

Koran Sure 3 Vers 54: „Und sie schmiedeten eine List, und Allah schmiedete eine List; und Allah ist der beste Listenschmied.“

 

Adalbert Adlerhorst
3 Monate zuvor

Bereits im Jahr 2005 nach Veröffenlichung der ersten Mohammedkarrikaturen in der dänischen Zeitschrift „Jyllands-Posten“ kam es zu heftigsten Protesten in der islamischen Welt, in deren Verlauf etwa 150 fanatische Gläubige ihr Leben einbüßten und auf den Karrikaturisten Anschläge verübt wurden. Nachdem die französiche Zeitschrift Charlie Hebdo bereits 2011, 2012, 2013 nach Veröffenlichung von Mohammedkarrikaturen mit einem Brandanschlag und diversen Morddrohungen gegen Redakteure heimgesucht wurde, brachte 2015 eine weitere Veröfftlichung das Fass zum Überlaufen, mit dem traurigen Ergibnis von ingesamt 12 Todesopfern. Anbetracht der vorherigen Ereignisse ist das Ergebnis der Heldentat des Lehrers Samuel Paty wenig überraschend oder, etwas prononcierter ausgedrückt, mit einem angeblich von Albert Einstein stammenden Zitat: „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“

Wenn die Grande Nation sich nun als unschuldiges Opfer geriert, dann hat sie ihre jüngste Geschichte verdrängt, in der sie als Kolonialmacht die schrecklichsten Grausamkeiten begangen hat und noch 1961 bei dem Massaker von Paris mindestens 200 fiedliche demonstriende Algerier abgeschlachtete, was erst 2012 öffentlich eingestanden wurde.
https://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Paris

Auch bei uns gibt es offene Wunden und Empfindlichkeiten, die man respektieren sollte. Man stelle sich vor -oder doch besser nicht- eine deutsche Zeitschrift würde unter dem Motto „Satire darf alles“ Holocaust-Karrikaturen drucken und ein Lehrer würde diese als Unterrichtsmaterial seinen Schülern zumuten. Die Wahrscheinlichkeit, dass er den Klassenraum ohne Blessuren verlassen kann, dürfte minimal sein.

Der Artikel ist recht tendenziös, wenn er z.B. die Verantwortung für medizinische Irrtümer der Vergangenheit einseitig dem Islam zuschreibt. Nach dieser Argumentation wäre der PCR-Test eine Ausgeburt des Christentums. Aber wer weiß schon, vielleicht ist Prof. Drosten ein übler Kryptoislamist. Unterschlagen werden sollte nicht, dass ohne die Verbreitung der Schriften griechischer Philosophen und Mathematiker, des arabischen Zahlensystems einschl. der indischen Null usw., infolge der Expansion des Islam, die europäische Aufklärung kaum in Fahrt gekommen wäre.

In der jetzigen Situation, wo sich gerade unsere Gesellschaft wegen Corona zerlegt, noch einen weiteren Graben aufzureißen, birgt mehr Gefahr als es von Nutzen wäre. Hoffentlich stellt niemad dumme Spekulationen an, wer sich hinter dem Pseudonym verbergen könnte.

Leser
Antwort an  Adalbert Adlerhorst
3 Monate zuvor

Welcher Islamsympathisant versteckt sich wohl hinter dem Pseudonym Adalbert Adlerhorst?

Je suis Samuel Paty!

Magdalena Hofmeister
Antwort an  Adalbert Adlerhorst
3 Monate zuvor

Wow, wie verdreht kann man noch argumentieren. Da werden historisches Unrecht von vor fast 60 Jahren (Algerien) als Rechtfertigung für heutige Hassreaktionen auf die Mohammedkarikaturen genommen (ganz im Muster von Erbschuld- und Revanchismusgedanken). Und dann verdankt man angeblich noch dem islamischen Expansionismus in ehemals römische Herschaftsräume (die zu diesem Zeitpunkt übrigens zum großen Teil bereits christlich waren – und zumindest die ersten 300 Jahre verbreitete sich das Christentum friedlich) die Aufklärung. Huh, huh! Ohne die islamische Expansion wäre Europa erst gar nicht von seinen Wissensquellen abgeschnitten worden! Und Sie glauben ernsthaft, ohne arabische „Vermittlung“ der vorislamischen indischen Zahlen (korrekter Weise geht es dabei nicht um dessen bildliche Darstellung, sondern um das Dezimalsytem mit der genialen Idee zur Lückenzahl Null), wäre Europa unweigerlich nie in dem Genuss dieses Wissens gekommen? Ist Ihre Konsequenz daraus, dass schon einmal wegen Mohammed-Karikaturen heftigste, gewaltsame, muslimische Proteste aufkamen, dass wir, die westliche Welt, zu deren Grundwerten Religionsfreiheit, inklusive Freiheit von Religion und Freiheit zur Kritik an Religionen, als Teil der unveräußerlichen Meinungsfreiheit, (der wir u.a. auch verdanken, dass wir uns nach und nach von den Dogmen der Kirche befreien konnten) uns in Zukunft muslimischen Regeln, heißt shariatischem Recht (Abbildungsverbot) unterwerfen müssen, weil diesem Recht durch Gewalt Nachdruck verholfen wird? Das heißt nichts anderes, als der Gewalt zum Recht zu verhelfen. Das heißt nichts anderes als Regeln der Sharia hier im Westen zum Recht verhelfen und Gewaltätigen die Berechtigung zur Anwendung von Gewalt zu bestätigen. Wenn wir einmal diesen Weg beschreiten, dann machen wir den Weg frei für immer mehr religiöse Anforderungen von dieser Seite, einem Spiel ständigen Zurückweichens, an dessem Ende wir nach und nach alle unsere Werte auf dem Altar der Toleranz und Befriedung/Appeasement des radikalen Islam verlieren. Und, wie weit werden Sie bereit sein zu gehen? Und glauben Sie wirklich, wenn man einmal das Signal gesetzt hat, dass man sich mit ausreichend gewaltsamen Druck durchsetzen kann, man noch irgendwann „nein“ sagen kann? Und schließlich noch zum letzten Satz. Dieser „Graben“ besteht schon lange und wurde spätestens mit der Masseneinwanderung 2015 eklatant. Der Islam und seine Inkompatibilität mit den Werten der Aufklärung, einschließlich Religionsfreiheit, und anderen Religionen im Allgemeinen ist heutzutage die eigentliche Gefahr für alle westlich geprägte Gesellschaften. Corona ist allerdings jetzt ein bequemes Mittel, um die daraus längst schwelenden unlösbaren Konflikte und Probleme zuzudecken und zu übertönen. Allerdings müsste man, um zu begreifen, welche Gefahr vom Islam als Ideologie ausgeht, sich erst einmal mit diesem beschäftigen, dh. Zuerst einmal den Koran (in Gänze, auch um zu begreifen: da kommt nichts anderes) lesen und sich mit der Biographie (bezeugt aus den eignen islam. Quellen/den Hadithen) des durch den Koran allen Moslems vorgegebem „Vorbild“ beschäftigen (diesem Vorbild – Warlord und Massenmörder, Kinderschänder, Vergewaltiger, (Sex)Sklavenhändler, nekrophil und zoophil – der u.a. selbst Kritiker umbringen liess, weswegen sich Paty-Mörder u. co. religiös gerechtfertigt sehen), das sie hier so gegen Karikaturen verteidige,n und der in seiner Lächerlichkeit und Bosheit, (würde es sich nicht um den Islam handeln, der uns alle durch die Drohung von Gewalt zum Dückmäusertum zwingt) mehr als diese harmlosen Karikaturen verdienen würde. Im Gegensatz zu wirklich widerlichen Holocaust-Karikaturen, die unschuldige, hingemordete Menschen ein weiteres Mal verhöhnen, verdiente dieser frevelhafte Mensch eben mehr als nur diese harmlosen Karikaturen, die die islamische Welt so rasent macht (und darum eben a. rasent macht). Lesen Sie endlichden Koran. Ganz. Und fragen Sie sich ehrlich: Wie wollen Sie diese Religion in Gesellschaften mit anderen Religionen auf Dauer ohne Konflikte integrieren? Und haben Sie den Mut sich ihres Verstandes zu bedienen.

X
3 Monate zuvor

“ *) Der Autor ist in der Medienbranche tätig und möchte aus Angst vor negativen Folgen kritischer Töne anonym bleiben, darum schreibt er hier unter Pseudonym.“ Willkommen in der Meinungsfreiheit und dem besten Dtl., das wir je hatten! (Kein Vorwurf an den Autoren. Just so sad, dass es so ist.)

Onkel Dapte
3 Monate zuvor

Zwei kurze Anmerkungen:  1. Es gibt keinen Islamismus. Den Islam mit dem Koran und die Hadithe gibt es dagegen schon. Sie enthalten etwa 2000 Mal die Aufforderung zu töten.  2. Die Aufklärung wird gerade gemörsert. Den Staub wird der Wind verwehen. Dann haben wir die NWO.

Vox
3 Monate zuvor

Was war nochmal der Unterschied zwischen Islam und Islamismus?

Karl Ungenannt
3 Monate zuvor

Ist es nicht erbärmlich, daß der Autor dieses Titel-Themas „Wie gefährlich ist der Islamismus wirklich?“ aus Sorge um seine Unversehrtheit, ja um sein Leben!!!!, unter einem Pseudonym (Gregor Amelung) schreiben muß? Diese fanatisch-unverbesserlichen islamistischen Schrumpfköpfe erheben für sich das alleinige Recht der Wahrheit und wollen mit Teufels Gewalt die Weltherrschaft an sich reißen und uns als „Ungläubige“ bezeichneten Andersgläubigen als ihnen von Allah zugestandene Sklaven (Tiere in Menschengestalt!) behandeln! Wir bräuchten dringend einen Mann wie Karl Martell, der das gewaltsame Vordringen des Islam 732 n. Chr. bei Tours und Poitiers zum Erliegen gebracht hatte – doch unsere heutigen Maßgebenden (Politiker und Mediengestalter) sind überwiegende Weicheierr, Feioglinge und erbärmliche Versager!!!

Der Dank aller Europäer sollte Karl Martell gewiß sein, doch die Meisten wissen offenbar nichts von diesem grandiosen Sieg von Karls tapferen Männern, welche die damals als unbesiegbar geltende islamische Macht in Grund und Boden stampfte und uns Alle davor bewahrt hatte, zu Bücklingen dieser dubiosen Religions-Ideologie zu werden.

Johannes
Antwort an  Karl Ungenannt
3 Monate zuvor

Es weiß heute auch kaum mehr jemand etwas mit dem Namen Jan Sobieski anzufangen. Ohne ihn wären wir heute Untertanen des Osmanischen Reiches und der Stephansdom wäre eine Moschee.

Karl Ungenannt
Antwort an  Johannes
3 Monate zuvor

@ Johannes – doch, König Jan Sobieski ist nicht vergessen! Er war der Anführer des polnischen Entsatzheeres der ‚Eisenreiter‘, welche 1683 in buchstäblich allerletzter Minute den stark bedrängten Wienern (nuir 11.000 Soldaten + 5.000 Bürger) gegen die muslimischen Angreifer (168.000 + 40.000 Krimtataren) zu Hilfe kam und diese zurückschlug!

– Die  polnischen Eisenreiter waren 50.000 Mann, wozu noch 11.000 bayerische Hilfstruppen und später noch 11.000 Sachsen hinzu kamen.

– Dann kams zur Schlacht am Kahlenberg, wo das osmanische Riesenheer eine furchtbare Klatsche bekam – wie bei der 1. Wienbelagerung 1529.

– Ein Prinz Eugen von Savoyen als Heerführer mit dabei und half, den Osmanen den A…. zu versohlen!

– Noch heute zeigt eine osmanische Kanonenkugel in einem Wehrturm von der Belagerung der Muselmanen! Ein sehr schönes Fotomotiv.

– Der osmanische Oberbefehlshaber, Großwesir Kara Mustafa Pascha wurde für seine erfolglose Kriegsführung trotz eminenter Überlegeneit seiner Kämpfer, Kanonen, Minen usw. auf Befehl des Sultans erdrosselt. Recht so!

– Heutzutage haben die Nachkommen der vormaligen Osmanen-Truppen ein leichtes Spiel, da ihnen der Zugang zur freien Welt mit „Welcome-Refugee-Plakaten“, Teddybärchen, HARIBO-Lutschern und Frischfleisch schmackhaft gemacht wird! So ändern sich die Zeiten.

Agnes Ster
Antwort an  Karl Ungenannt
3 Monate zuvor

Niemand, ich betone niemand, zwingt den Autor, anonym zu schreiben. Offensichtlich verwechseln Sie da was – derzeit werden sämtliche Menschen, die der Corona-Sektenlehre des christlichen Abendlandes zu widersprechen wagen: Als Nazis, Reichsbürger, Covidioten, Antisemiten diffamiert und als verantwortungslose, mörderische Maskenverweigerer, Coronaleugner, Virenschleudern gejagt und gehetzt, mit Berufsverboten, Zulassungsentzug, Kündigung, Suspendierung, Hausdurchschuchungen, Hassmails, Morddrohungen, brutaler Polizeigewalt, Verhaftungen eingeschüchtert, bedroht, ihrer Existenzgrundlage und Reputation beraubt,  von derartigen massiven Aktionen gegen sog. Islamkritiker ist mir Vergleichbares nicht bekannt. Mich erinnert ihr Rundumschlag an D. Hajali, die medienwirksam behauptete, die bösen Coronaleugnernazis hätten angeblich ihr Leben bedroht. Deshalb habe sie fliehen müssen. Eine bekannte Propagandamasche, sich zum Opfer stilisieren, um die andere Seite zu diskreditieren. .

Magdalena Hofmeister
Antwort an  Agnes Ster
3 Monate zuvor

@Agnes Ster: Ich glaube, Sie lügen sich die Tasche voll. Den medialen Widerstand und die Verunglimpfung der Coronamaßnahmengegner will ich hier nicht beschönigen, aber ich kann Ihnen eines versichern, dass ich mich über Corona noch einigermaßen mit allen streiten kann, aber sobald auch nur vorsichtig das Wort auf den Islam kommt, laufen die meisten Leute geradezu angstvoll vor einer Diskussion davon. Die Stimmen senken sich, man weicht dem Blick aus und es kommen höchstens die üblichen Floskeln, die v.a. eines zeigen, dass man sich nicht einmal der einfachsten aller Übungen unterzogen hat und zur Quelle gegangen ist, heißt den Koran gelesen hat. Und damit meine ich wirklich lesen und sich damit auseinandersetzen und sich nicht nur zur Bestätigung seiner vorgefassten Meinung, die für einen selbst passenden Argumente rauspicken. Und über dem Gastautor – über den sie eben nichts, aber auch rein gar nichts wissen (z.B. ob er möglicher Weise Lehrer oder Beamter ist und darum Konsequenzen und Druck fürchten muss, möglicher Weise a. mehr) – zu schreiben, dass ihn doch keiner zwinge anonym zu schreiben, zeugt schon von einiger Unverfrorenheit und Realitätsverweigerung. V.a. wenn man im gleichen Zuge den Druck auf die Coronamaßnahmenkritiker beklagt. Machen Sie sich einmal schlau, wie inzwischen Druck auf Islamkritiker gemacht wird, besuchen Sie einmal eine Sarazzinvorlesung und nehmen sie sich den Antifaaufmarsch zu Gemüte. Fragen Sie mal Lehrer, wie sie um Empfindlichkeiten muslimischer Schüler herumtänzeln müssen. Wie weit ist die Meinungsfreiheit schon beschränkt, wenn das europäische Menschenrechtsgericht z.B. eine österreichsiche Frau dafür verurteilt, weil sie nichts anderes getan hat, als die Wahrheit zu sagen: dass nach heutigen Maßstäben Mohammed ein Pädophiler war? (Oder wie nennen sie einen Mann der Geschlechtsverkehr hatte mit einer Neunjährigen, die am selben Tag gemäß islamischen Quellen noch mit Puppen spielte, also mitnichten frühreif war. Und, nein, die Heirat mit einer sechsjährigen und ihr Vollzug – also nicht pro forma – mit neun war a. für damalige Verhältnisse ungewöhnlich.). Es gibt wohl kaum ein gesellschaftl. Thema, bei dem größere Verdrucksheit, Angst, Rede- und Denkverbote herrschen, als in Bezug zum Islam, eng verquickt mit der Migrationsfrage, die v.a. so heiß geführt wird, weil neben der schieren Zahl und der generellen Frage, ob man so viele Menschen vollkommen fremder Kulturen überhaupt noch integrieren kann, es eben v.a. eine Migration aus islamischen Staaten ist und man jede Diskussion gegen diese Migration so heftig bekämpft, weil man die Menschen zwingen muss, die größte und in ihrer Konsequenz ungeheuerlichste aller Lügen zu schlucken: dass der Islam integrierbar sei. Diese Lüge wird das Ende der Meinungsfreiheit und damit Demokratie in Europa bedeuten, denn die Realtität sagt und wird uns jeden Tag etwas anderes sagen. Ich finde es v.a. immer wieder interessant, wie Menschen einerseits gegen Faschismus o. faschistoide gesellschaftl. Tendenzen klagen und gleichzeitig sich vollkommen blind stellen gegen eine so offensichtlich faschistoide Ideologie unter dem Deckmantel der Religion wie den Islam. Und das obwohl alles, aber auch wirklich alles: Historie, Gegenwart und Wirklichkeit des Islams, Lehre und Vorbild gegen sie spricht. Ansonsten verweise ich noch einmal auf meinen alten Post: Sie glauben wahrscheinlich Muslime als Menschen verteidigen zu müssen, aber das Einzige was sie dabei schützen, ist der Islam als faschistoide Ideologie.

Franz
Antwort an  Karl Ungenannt
3 Monate zuvor

Der Islam kann sich bei uns nur deshalb ausbreiten weil das Teile unserer Gesellschaft massiv forcieren. Das ist der große Unterschied zu früheren Eroberungsversuchen durch Moslems. Deshalb muss sich heute der Schutz vor dem Islam zuerst gegen einen anderen Gegner richten. Und das ist schwieriger, weil wesentlich diffiziler.

u.h.te.
3 Monate zuvor

Wau so ein Artikel im ÖRR da wäre der Hals des Intendanten selbst im Panzerwagen zu nahe am „Allerhöchsten ,am meisten Vergebenden,dem Schöpfer der Welt“ da kann man die Angst des Autoren verstehen.  Eine Polit-Religion wie diese, ist in IHREM Selbstverständnis un_reformier_bar,ja sogar für einen Muslim im Ansatz dazu tödlich. Da „wir“ durch rd. 20 Jahre Gut_menschlicher Grünlink_Groko_ÖRR Synapsen-Waschen, in ein übermenschliches Stadium des „Verstehen und Akzeptieren“ ohne Ansage von „Hausordnung“ getreten sind,ist diese „IS“ Entwickelung kein Wunder. Im mittleren Osten lachen sich die Reli_machos die Anwalts-ausreden für BRD&EU ins Handy,der verachtenswerte Westen, ist schwach tritt nach Gläubiger. ( Die wenigen Weiblichen Flüchtende u.Kinder ohne Frage helfen!)Bis die aufwachen aus dem „Gut_sein“ Traum ist EU im IS_Sack. Schaut nach Osten bis zu den Philippinen, jedes Jahr ein Stückchen „IS-Überzeugung’s Arbeit.“Das die grün-linke auch noch an nimmt sie sind die guten Politfreunde der Armen aus dem Morgenland, das wird hart! Zumal die Grülink nicht aus der Eigenschuld_Findung bei ISl.Taten heraus kommt,was haben „wir“ nur falsch gemacht..?? Kolonialschuld-findung was haben wir da uns an Schuld aufgeladen?? OMG,unsere Kollektivschuld gib uns heute. Im Internet mal ein geben 1200 Jahre Islamischer Sklavenhandel,nein!!? Leute die Europäer und Amerikaner und Inder und Araber selber wo haben die „Eingekauft“? Na an der Afrikanischen Küste,wer beherrsche das Hinterland ?? Heute wieder der Islam,damals un_kritisiert der islamische Arabische „Marktführer“ im selektieren der zu verkaufenden Menschen!!Heute gerne verdrängtes Wissen :Uuuh wie Nazi ,passt doch so nicht in die Gutfühl_welt der Welcome Politiker. Na eure Kinder werden dann zu Problemlöser oder Convertiten zur „Grünen Fahne des Propheten“ !! Ein übler Nazi_st der da eine Parallele der Farbenlehre erkennt. A.S.L.m.K ,Pilger der Grünen Gezeiten!     P.S.: Der gläubige „Grünlinks-Groko“ sollte doch mal die Gleichberechtigung der Muslimischen Frauen im Zivil& Polit-leben fordern ,das wird „drastische Veränderungen“ geben,ICH freue mich darauf.          PPS.:    Die „immer hier lebende deutsche Frau“ hätte dann auch mehr Zeit für Population Zuwachs,wenn es dann noch Grülink zugelassen würde.  Und nein ! war 3 Dekaden SPD Wähler und aktiver ÖTV& VERDIman,seit 20 Jahren Wahl-Wähler nicht gebunden! Friede sei Miteuch.