„Wir reichen nach“ – Reitschusters Kehrwoche Ein betäubter Präsident und die letzten 7 Tage in Kürze

Von Gregor Leip

Ganz klar, die dritte Kehrwoche stand unter einem düsteren österreichischen Stern: Viel blieb nebenher liegen, das nichts mit den so eskalierenden Corona-Maßnahmen der Alpenrepublik zu tun hatte. Für eine ganze Reihe nachdenklicher, amüsanter oder sonst wie unglaublicher Geschichten blieb deshalb kaum Platz – Bahn frei also für Reitschusters Kehrwoche in der nun schon dritten Ausgabe!

Joe Biden betäubt in unbequemer Lage
Bevor wir starten, senden wir die besten Wünsche ins Weiße Haus, wo Präsident Joe Biden kurzfristig narkotisiert wurde für eine routinemäßige Darmspiegelung einen Tag vor seinem 79. Geburtstag. Auch dazu nachträglich herzliche Glückwünsche. So eine Untersuchung ist übrigens nichts Besonderes und sollte für jeden älteren Menschen noch viel früher obligatorisch sein.

Für Bidens Stellvertreterin Kamala Harris war diese Routine aber noch einmal etwas Außergewöhnliches, denn damit stand – zumindest für den Moment der Vollnarkose – erstmals in der Geschichte offiziell eine Frau an erster Stelle der Geschicke der Vereinigten Staaten von Amerika. Standesgemäß durfte Harris in dieser kurzen Phase in einem Büro in der Nähe des Oval Office ihren Laptop aufschlagen. Und was das Ergebnis der Untersuchung des amtierenden Präsidenten angeht: Sein Arzt sprach von „beruhigenden Ergebnissen“ und einem ansonsten gesunden und kräftigen Joe Biden, fast so, als hätte er ihn gerade frisch abgenabelt.

„War Thunder“ vor Bidens Booster-Impfung
Ein Welt-Videoclip berichtete übrigens schon vor einigen Tagen darüber, dass Joe Biden seine Booster-Impfung gegen Corona bekommen hätte. Zufallsauswahl via Algorithmen? Jedenfalls wurde hier ausgerechnet das Computerkriegsspiel „War Thunder“ dem präsidialen Impfbericht vorgeschaltet. „War Thunder“ ist übrigens nicht irgendein Ballerspiel, sondern eine Entwicklung des russischen Spieleentwicklers Gijin Entertainment. Gefechtsfelder sind hier u.a. die Kölner Domplatte (März 1945) und die Schlacht am Reichstagsgebäude (April 1945).

Ein Denkmal für den Gastarbeiter
Reitschusters Kehrwoche führt Sie heute von einer Darmspiegelung über ein Computerkriegsspiel über das Kriegsende ohne Umwege direkt hinüber zum Deutschen Wirtschaftswunder. Also mit dem Zeitstrahl aus einem von Trümmerfrauen und fleißigen Kriegsheimkehrern mit unzähligen Kehrschaufeln freigeschaufelten Aufschwung, dem jetzt nach den Vorstellungen der Bundestagsabgeordneten Michelle Müntefering (SPD) ein Denkmal gesetzt werden soll.

Aber eben keines, das nach dem Willen der Gattin des ehemaligen SPD-Parteichefs an die Leistung unserer Eltern und Großeltern erinnern soll: Müntefering möchte ein Denkmal für Gastarbeiter und bekräftigt diesen Satz mit der Aussage, „ohne die Leistung der Familien, die als sogenannte Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter zu uns gekommen sind, wäre das deutsche Wirtschaftswunder so nicht möglich gewesen“.

Und wohl auch, weil die Bezeichnung „Gastarbeiter“ heute für manchen einen kontaminierten Klang hat, ist von einem „Einwanderungsdenkmal“ die Rede. Keine reine Spinnerei mehr, denn es wurden schon sechs Entwürfe auf dem Gelände des Essener Zollvereins präsentiert. Bundestagsvizepräsidentin Aydan Özoğuz (SPD) zeigte in ihrer Kommentierung unfreiwillig auf, wie verdreht das alles ist, als sie davon sprach, dieses Denkmal sei „eine längst überfällige Erinnerung an die mutigen und fleißigen Männer und Frauen der ersten Generation“.

Der „ersten Generation“ des deutschen Wirtschaftswunders? Nö, da reicht der Blick in Wikipedia, wo dieses Wunder schon 1950 begann und wenig zu tun hat mit Gastarbeitern. Die kamen nämlich erst in den 1960er und 1970er Jahren zeitlich befristet nach Deutschland.

Pockennarben ausgestorben
N-tv schreibt übrigens aktuell, in den 1960er Jahren – steht da wirklich so – seien “die Pocken wieder nach Deutschland gekommen” und der Deutschlandfunk berichtete darüber, dass 1962 in Monschau/Eifel die Pocken ausgebrochen wären.

Im vergangenen Frühjahr wurde über dieses Ereignis ein Roman geschrieben – und als hätte es Frau Müntefering beim Autor persönlich bestellt, basiert der Roman auf folgendem Plot: “Der griechische Arzt Nikolaos Spyridakis wird – quasi als einer der ersten Gastarbeiter – engagiert, die Pocken in der Eifel zu bekämpfen.” Nein wirklich, so etwas kann man sich nicht ausdenken – aber offensichtlich geht’s doch.

Interessanter dürfte sein, dass es einer osmanophilen Engländerin zu verdanken sein soll, dass erstmals in Europa gegen Pocken geimpft wurde. Die Idee dazu soll Lady Mary Montagu – so hieß die Gute – schon Anfang des 18. Jahrhunderts aus der Türkei mitgebracht haben. Die Geschichte dieser “Impfpionierin” wurde im vergangenen Jahr als historischer Roman veröffentlicht und da klingt das so:

„Die Pocken sind hier völlig harmlos – dank der Erfindung des ‚Aufpfropfens‘, wie man es nennt. Alte Frauen haben es zu ihrem Beruf gemacht, die Operation auszuführen. Mit einer Nussschale voll der besten Pustelflüssigkeit kommt eine und fragt, wo man denn möchte, dass ein Kind geritzt wird. (…) Es gibt keinen einzigen Todesfall, und Ihr könnt mir glauben, dass ich das Experiment für äußerst unbedenklich halte, denn ich will es umgehend an meinem eigenen lieben kleinen Sohn ausprobieren.“

Sicherlich ein spannender Stoff für eine Verfilmung. Allerdings sollten Fans der deutschen Schauspielerin und Heiko-Maas-Ministergattin Nathalie Wörner nicht darauf hoffen, dass ihr Idol diese Rolle bekommen könnte – oder gerade?

Die Welt steht still
Wörner wurde nämlich zuletzt für die Rolle einer Intensivmedizinerin in dem öffentlich-rechtlichen Corona-Propagandaschinken “Die Welt steht still” engagiert und verkündete nach dem Dreh gegenüber der Bildzeitung, sie wäre nicht bereit, mit Ungeimpften gemeinsam vor die Kamera treten. Wer tollkühn genug ist, kann diesen am 15. November im ZDF erstausgestrahlten Doku-Fiction-Thriller in der Mediathek in voller Länge nachschauen.

Montgomery – Sohn des britischen Befreiers
Aber keine Sorge, auch Ärzte können bisweilen ganz gut schauspielern: Der Radiologe und Ärztefunktionär Frank Ulrich Montgomery jedenfalls spielte den wilden Mann, als er in so etwas wie Klaus-Kinski-Manier in einer öffentlich-rechtlichen Talkshow entgleiste und über eine “Tyrannei der Ungeimpften” schimpfte, was ihm jetzt vom Bundestagsabgeordneten Wolfgang Kubicki (FDP) wiederum den wenig schmückenden Titel “Saddam Hussein der Ärzteschaft” einbrachte.

Möglicherweise wäre hier “Colin Powell der Ärzteschaft” noch hilfreicher gewesen in Erinnerung an den US-Außenminister, der vor dem UN-Sicherheitsrat Massenvernichtungswaffen sah, die gar keine waren – Montgomery und Wörner sind heute die Erben Powells, als gäbe es in der deutschen Geschichte nicht genug Beispiele dafür zu erahnen, wohin das im schlimmsten Falle führen könnte. Montgomery ist Sohn eines britischen Befreiers und einer deutschen Ärztin.

Psychische Probleme als Nachwehen der Pandemie
Über noch ganz andere Irrungen und Wirrungen während der Pandemie forscht Prof. Julian Wienert, er ist Gesundheitspsychologe. Wienert warnt aktuell davor, sich in falscher Sicherheit zu wiegen, wenn man nur die doppelte Spritze im Arm hätte: Unabhängig davon nämlich, ob aus einem mangelnden Sicherheitsgefühl direkt Angst entstehe, müsse der Fokus auf psychische Aspekte in den Gesundheitssystemen gelegt werden.

“Keine Maßnahmen zu ergreifen, um die Belastung durch zum Beispiel schwere Depressionen und Angststörungen zu bekämpfen, sollte keine Option sein.”, sagt Prof. Wienert.

Verdiente Journalistin des Volkes
Wie schnell die Sorge vor Depressionen in nackte Angst überwechseln kann, erleben gerade Millionen Ungeimpfte mit Blick auf Österreich, wo die Impfpflicht ab Februar 2022 beschlossene Sache scheint – ein Szenario, das zu beschreiben man noch vor Wochen oder Monaten allenfalls als dystopischer Science-Fiction-Autor ernstgenommen wurde. Und der mutmaßliche Irrsinn wabert schon in beängstigender Geschwindigkeit über die Alpen hinweg nach Deutschland, wo die öffentlich-rechtliche Kampagnen-Journalistin Mai Thi Nguyen-Kim die Regierung ermuntert hat, sich nicht an ihre Zusage zu halten, keine Impfpflicht einzuführen:

“Kann man dann eine Impfpflicht noch ausschließen? Nein!“ Sie sei zwar kein Fan einer Impfpflicht, Aber wenn Menschen sich nicht freiwillig impfen lassen wollten, sei eine Pflicht besser, „als das Virus mit uns eine Party schmeißen zu lassen.“

Eine Entscheidung liegt nur so lange im Ermessen des Einzelnen, solange sich dieser für die Impfung entscheidet? Die Freiheit besteht also zwischen A und B. Aber B ist verboten? Solche Aussagen von journalistisch tätigen Menschen lehren einen wirklich das Fürchten.

Denn es gibt ja nur zwei wahrscheinliche Möglichkeiten, wie solche Verirrungen zustande kommen können: Entweder Nguyen-Kim wurde dazu gezwungen oder sie hat sich vollkommen von der Wirklichkeit abgekoppelt, wenn sie der Bundesregierung folgende Empfehlung gibt:

“Ich weiß, ihr habt versprochen: Es gibt keine Impfpflicht. Und ja, Wort brechen ist scheiße. Aber wisst ihr, was noch schlimmer ist? In dieser Situation nicht euer Wort zu brechen.“

Die Verrohung der Gesellschaft geht oft vom Führungspersonal aus. Und pflanzt sich zuerst in jenen Menschen fort, die über ihre eigenen Erwartungen hinaus eine Rolle zugedacht bekommen haben, die ihnen für einen kurzen oder auch längeren Moment Bedeutung verleiht:

Die Zeit der Mitläufer ist eingeläutet. Jetzt haben sie ihre lauteste Phase. Demgegenüber kann der gegen diesen Wahnsinn noch einigermaßen resistente und normal denkende Bürger eigentlich nur noch hoffen, dass die Stille danach für diese Mitläufer ohrenbetäubend ausfällt. Dann erleben wir hoffentlich bald den Zusammenbruch der Profiteure dieser so dystopischen Art und Weise, diese Pandemie zu erzählen.

Bild: Shutterstock
Text: reitschuster.de

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