„Wir reichen nach“ – Reitschusters Kehrwoche Nichts darf liegenbleiben – Die letzten 7 Tage in Kürze

Von Gregor Leip 

Tatsächlich, wenn Nachrichten unser tägliches H2O wären, dann sind wir ein ums andere Mal bedroht, überflutet zu werden. Mitunter kommen die News, die uns interessieren, auch so schnell herein, dass es sich wie ein veritables News-Waterboarding anfühlt.

Aber Spaß beiseite: Vor der fertigen Nachricht steht bei reitschuster.de das Sichten, Prüfen, Verifizieren und Verarbeiten von Informationen. Auch dank unserer Leser haben wir eine riesige Auswahl. Dieses großartige Engagement unserer Leser gehört zu den Alleinstellungsmerkmalen bei reitschuster.de. Wer was wann und wo macht, erreicht uns im Team in vielfältiger Form in Echtzeit, aus der ganzen Republik und darüber hinaus.

Dann beginnt die spannende Auswahl der richtigen Themen zum richtigen Zeitpunkt. Was für eine Fundgrube! Aber auch immer wieder ein Desaster. Denn viel mehr, als wir veröffentlichen, muss leider liegen bleiben. Oft auf Nimmerwiedersehen.

Eine Auswahl dieser über die vergangene Woche liegengebliebenen Nachrichten gibt es jetzt bei reitschuster.de jeden Montag – zunächst einmal probeweise. Wenn Sie das Angebot interessiert und wir es weiter stemmen können, dann gerne auch weiterhin.

Hier also das Resultat der ersten Kehrwoche:

42 Becherchen zum Abendmahl – Beginnen wir ganz harmlos mit einer putzigen Verschwender-Posse aus der Provinz, welche unser Team amüsierte: Im kleinen Harzer Städtchen Bad Grund kamen 2020 genau 3.225 Euro über die Kollekte des evangelischen Gottesdienstes zusammen. Das wären bei 52 Sonntagen immerhin etwas mehr als 50 Euro pro Durchgang. Und davon wurden jetzt 42 Abendmahlskelche angeschafft, die ausschauen wie kleine Schnapsbecher und die über einen größeren Gießkelch mit dem Blut Jesu befüllt werden. Die Becherchen sind in ein Holzbrett eingelassen, das heilige Set hat satte 1.600 Euro der mageren Kollekte verschlungen. Bad Grund im Oberharz richtet sich also auf längere Corona-Maßnahmen ein – jedem Gläubigen sein eigenes silbernes Becherchen.

Herzenskälte im Hause des Herrn? – 2G und 3G sind für Gotteshäuser ein Problem – theoretisch dürfte der Gott der Christen niemanden abweisen, das gehört zu den ausgelobten Grundprinzipien dieser Häuser. Dennoch mehren sich neuerdings die Nachrichten aus Gemeinden, die 3G zur Auflage eines Besuches machen. Eine Kirche in der Münchener Innenstadt argumentiert, dass ohne 3G die Abstandsregel gelte – also nur 150 Menschen in den Gottesdienst gehen könnten. Aber sind das außer an Ostern und Weihnachten jemals mehr gewesen? Durch den Nachweis könne man mehr Leute reinlassen, „unbegrenzt, bis die Kirche voll ist“, heißt es. Unbegrenzt? Für die Ungeimpften, welche sich die kostenpflichtigen Tests leisten können, mag das stimmen. Die Kirchen bekommen in Notzeiten immer Zuwachs – damit umzugehen müssen sie aber noch lernen. Die Bistümer und Landeskirchen machen es sich einfach und geben den Gemeinden keine konkreten Vorgaben: Jeder soll sein passendes System finden – Ausgrenzung inklusive.

Guillain-Barré-Syndrom nach Impfung – Jetzt könnte der eine oder andere Gläubige vielleicht denken, wer geimpft ist, sei fein raus. Theoretisch – wären da nicht seltene, aber doch beunruhigende Fälle des Guillain-Barré-Syndroms aufgefallen, einer Krankheit, die Muskelschwäche, Schmerzen oder Taubheitsgefühl verursacht und in schwereren Fällen zu Lähmungen führen kann. Das Ärzteblatt schreibt, die Analyse aller in England und Schottland geimpfter Personen hätte bestätigt, „dass es nach der Gabe von Astrazeneca in seltenen Fällen zu einem Guillain-Barré-Syndrom oder einer Fazialisparese kommen kann. Und nach Biontech/Pfizer-Impfungen wurde ein Anstieg von hämorrhagischen Schlaganfällen gefunden. Aber das Blatt betont demgegenüber auch: „Neurologische Komplikationen nach Infektion häufiger als nach der Impfung“. Hier wäre der direkte Vergleich der Altersgruppen sicher deutlich hilfreicher.

Schummellieschens Impfzertifikate verboten – Wer nun trotz aller Widrigkeiten den Gottesdienst nicht auslassen will, der könnte auf die Idee gekommen sein, eines der leicht zu bekommenden Zertifikate zu erstehen. Aber mindestens einem Unternehmen, das solche online angeboten hat, wurde ein Strich durch die Rechnung gemacht: „Die Coronatest-Bescheinigungen des Webportals ‚Test-Express‘ sind ungültig – das hat das Gesundheitsministerium letzte Woche gegenüber tagesschau.de bestätigt. Gegen den Betreiber wird von verschiedenen Seiten ermittelt.

„Wer hat uns verraten…?“ – Die Corona-Maßnahmen sind das eine, das Klima samt Weltuntergang ist aber das nächste große Problem: Die Kinder und Jugendlichen von Fridays for Future (FFF) machen keine Gefangenen und fragen in einem Beitrag auf Instagram, der die FFF-Proteste vor der SPD-Parteizentrale zeigt: „Wer hat uns verraten…?“ Damit zitiert FFF allerdings die berüchtigte Parole „Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!“ – der Shitstorm ließ nicht lange auf sich warten.

Herrschaftsanspruch des Christentums mitten in Berlin – Nochmal zurück zum Beginn: Die Kirche im Freien wäre ja eine Alternative zur Ausgrenzung Ungeimpfter. Aber deshalb Bibelverse am wiederaufgebauten Berliner Stadtschloss? Die Schloss-Stiftung jedenfalls hält das für einen unzumutbaren „Herrschaftsanspruch des Christentums“. Ausgesucht hatte den Spruch allerdings schon 1844 König Friedrich Wilhelm IV. Also passierte 2021 das Unvermeidbare, ein Warnschild wurde aufgestellt: „Alle Institutionen im Humboldt Forum distanzieren sich ausdrücklich von dem Alleingültigkeits- und Herrschaftsanspruch des Christentums, den die Inschrift zum Ausdruck bringt.“

Brandsanierung in Asylunterkunft? – Und geht man ketzerisch davon aus, dass diese Distanzeritis vom Christentum etwas mit der Massenzuwanderung ab 2015 zu tun haben könnte, dann sind wir schon bei einem weiteren Thema, das liegengeblieben ist: Eine Unterkunft für Asylsuchende in Bonn brannte nieder: Ein 39-Jähriger wird verdächtigt, sein Zimmer selbst in Brand gesetzt zu haben mit dem Ergebnis, dass die gesamte Unterkunft nicht mehr bewohnbar, eine erwünschte Umsiedlung also erfolgreich war – ein Modell übrigens, das sich schon auf der Route nach Deutschland bewährt hat, als die Lager auf Lesbos brannten und die Reise nach Deutschland für viele so beschleunigt wurde. Nur hier geht es um die Beschleunigung der dezentralen Unterbringung.

Wie leicht hatte es der Attentäter? – Um in diesem Umfeld zu bleiben: Der Untersuchungsausschuss zum islamistischen Terroranschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz hat einen rund 1.900 Seiten langen Abschlussbericht vorgelegt. Danach hat ein umfassendes Versagen des deutschen Staatsschutzes das Attentat mindestens begünstigt: Anis Amri wurde nicht observiert, wie es das LKA angeraten hatte, der Tunesier wurde von den Beamten angesprochen, später seien Bilder von ihm herumgezeigt worden. Amri wusste also, dass man ihn im Blick hatte, schreibt der Spiegel. Hätte der Täter gestoppt werden können?

Zuwanderer versus innerdeutsche Vertriebene – Die drängenden Probleme sollten also besser beim Namen genannt werden. Das Land Niedersachsen sieht das aber noch anders und wärmt zum x-ten Mal den so falschen Vergleich innerdeutscher Flucht- und Vertreibungsbewegungen der Nachkriegszeit mit der Massenzuwanderung vornehmlich muslimischer junger Männer auf. Schiffbruch erleidet die Kuratorin da, wo sie meint, ihre Ausstellung würde deutlich machen, „dass es die Geschichte von Flucht und Vertreibung, wie wir sie auch heute erleben, schon einmal gab“.

China ist jetzt Emissionsweltmeister – Auf den Spuren Marco Polos sollte heutzutage besser nicht wandern, wer eine ausgeprägte CO2-Allergie hat. Denn das Reich der Mitte wartet erstmals mit mehr CO2-Emissionen auf als alle Industrieländer der Welt gemeinsam. Die Chinesen könnten sich aber auf ihrer Bevölkerungszahl ausruhen, denn bei der Pro-Kopf-Berechnung liegen die US-Amerikaner ungeschlagen vorn.

Kinder sind Verlierer der Pandemie – Während sich Kinder und Jugendliche aus Wohlstandsfamilien freitags gegen die Klimaapokalypse versammeln, haben Hamburger Ärzte des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf herausgefunden, dass insbesondere Kinder aus sozial schwachen Familien unter den Corona-Maßnahmen leiden bis hin zu depressiven Symptomen und psychosomatischen Beschwerden. Diejenigen, welche es eigentlich am wenigsten betrifft, sind also die größten Verlierer der Pandemie.

Christian Lindner als deutscher Buhmann – Und der letzte Kandidat unserer Kehrwoche ist – last but not least – FDP-Chef Christian Lindner. Der nämlich könnte schon in Kürze in die Fußstapfen von Oskar Lafontaine treten, der als Finanzminister zum Schreckgespenst in der westlichen Welt wurde. Jetzt warnen nämlich angesehene Wirtschaftsfachleute aus den USA und Großbritannien vor Lindner als deutschem Finanzminister, der hätte eine vorsintflutliche haushaltspolitische Agenda. Aber sollte es deshalb der Grüne Robert Habeck machen? Möglicherweise ist die Schelte aus den USA und GB sogar ein Indiz dafür, dass Lindner doch kein so schlechter Kandidat wäre – jedenfalls aus deutscher Sicht. Aber kann der Wendekünstler Lindner ernsthaft Bremser des rot-grünen Ausverkaufs sein? Wer so etwas glaubt, der freut sich als Ungeimpfter immer noch auf den Weihnachtsgottesdienst. Er sei gepriesen.

Schulterschluss Moskau-Davos? Die russische Regierung und das Weltwirtschaftsforum haben ein Memorandum zur Schaffung eines Zentrums für die vierte industrielle Revolution in Russland unterzeichnet. Die Unterzeichnung fand im Koordinierungszentrum der russischen Regierung statt. Das steht so auf der offiziellen Seite der russischen Regierung. Ziemlich zeitnah verschärfte Russland seine Corona-Maßnahmen massiv. Nicht-Geimpfte Über-60-Jährige und chronisch Kranke stehen jetzt etwa in Moskau faktisch unter Hausarrest.  

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Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

Gregor Leip ist im Rechercheteam von reitschuster.de. In seinem Vorleben hat er als Konzertveranstalter Nirvana abgesagt, weil ihm 700 Mark zu teuer erschienen. Leip ist heute eng mit der Automotivbranche verbunden.

Bild: reitschuster.de/Alexander Wallasch
Text: reitschuster.de

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