Zensur im Netz: Ein Land, eine Wahrheit Das Ende des World Wide Web

Von Sönke Paulsen

Es ist alles andere als neu, dass Google in China keine Chancen mehr hat. Der internationale Marktführer bei den Suchmaschinen, mit seiner Medientochter Youtube, ist auf der Welt umstritten. Die Chinesen bauen derzeit ein perfekt zensiertes und kontrolliertes Internet auf. In Russland sind diese Bestrebungen noch nicht so weit gediehen. Dort fordert man von Google punktuell aber auch die Löschung von Videos der Opposition.

In Europa ist das Bild gar nicht so anders. Durch verschiedene Gesetze und europäische Richtlinien werden Google, Youtube und Facebook zur Zensur animiert, wenn man nicht sagen will: gezwungen.

Inzwischen geht der Konzern in die Offensive und zensiert mehr, als eigentlich gefordert ist. Alles, was man dort für Desinformation hält, wird gelöscht, wenn es gefährlich erscheint.

Nun, ist die saisonale Grippe tatsächlich gefährlicher als COVID-19? Bei Youtube darf man das nicht mehr behaupten, was eindeutig an der Wissenschaftsfreiheit rührt. Wenn ein großer Sender wie Russia Today sich dagegen wehrt, werden auch gleich alle anderen Kanäle mit gesperrt.

Wie ist es nun? Ist die saisonale Grippe tatsächlich gefährlicher als COVID-19?

Kommt drauf an. Auf das Alter, die Vorerkrankungen und den Standard der medizinischen Versorgung im jeweiligen Land. Wer eine solche Diskussion, die nicht nur auf RT geführt wurde, für gefährliche Desinformation hält, beeinträchtigt den medizinischen Fortschritt. Denn wo heftig diskutiert wird, folgen irgendwann auch Studien, die Licht ins Dunkel bringen.

Wir wissen noch nicht einmal, ob alle, die mit COVID-19 gestorben sind, auch an COVID-19 gestorben sind. „Work in Progress“, müsste man sagen, wenn dieser Fortschritt gewünscht wäre. Aber er ist politisch nicht mehr gewünscht.

Zurück zu Russland. Die Chancen stehen gut, dass der Kreml massive Restriktionen für Youtube beschließt und umsetzt, eventuell sogar die Sperrung von Youtube in Russland. Das ist sogar gerechtfertigt, weil die Einschätzung, was Desinformation zu sein hat, in diesem Falle ja nicht von russischen Internetgesetzen vorgegeben wurde, sondern von einem amerikanischen Konzern, der auf Druck westlicher Regierungen handelte und dabei ins „Agieren“ kam.

Ganz sicher übertreibt es der Konzern, weil westliche Regierungen immer nervöser werden. Bei so genannten „medizinischen Falschinformationen“ ist das offensichtlich. Youtube selbst sagt, dass man inzwischen Millionen Videos wegen solcher angeblicher Falschinformationen gelöscht hat. Das sollte wohl eine Erfolgsmeldung sein und zugleich eine Rechtfertigung gegenüber Russland, dass man ja auch woanders Videos zensiere und Kanäle sperre.

Sehr wahrscheinlich aber wird der Kreml nun nach einer Alternative zu Youtube suchen und diese auch finden. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Google mit seinen Töchtern in der russischsprachigen Welt verschwindet.

Wozu führt das?

Das World Wide Web wird bald nicht mehr das World Wide Web sein! Denn in Ländern und Einflusssphären wird es unterschiedliche Netze geben mit unterschiedlichen Betreibern, Suchmaschinen, sozialen Plattformen und vor allem Zensurregeln.

Wenn es schon Zensur bei medizinischen Informationen gibt, was hindert ein Land oder einen Staatenblock dann daran, auch vorzuschreiben, dass die eigenen Religionen, die eigenen Werte, die eigene Politik und vor allem die eigenen Unternehmen, aber auch die eigenen Wissenschaftler und Künstler, die eigenen Filme und Reportagen und die eigene Sprache prominent und exklusiv von Suchmaschinen und Portalen, von sozialen Netzwerken und Videodiensten gelistet werden. Andere Denkungsweisen, Kulturen und Religionen, andere politische Anschauungen und andere Wirtschaftsunternehmen werden gleichzeitig ausgeschlossen.

Vielleicht stellen wir dann auch den Flugverkehr zwischen andersdenkenden Staaten ein, weil der Kontakt dann ohnehin gegen Null tendiert?

Am Ende wird es dann heißen: „Ein Land, eine Wahrheit.“ Man kann sich dann seine Heimat danach aussuchen, welche Wahrheit einem gefällt. Denn es wird immer nur eine Wahrheit pro Land oder Staatengemeinschaft geben. Die russische, die amerikanische, die europäische, die chinesische, vielleicht die indische oder die brasilianische.

Wenn sich die Weltbevölkerung dann entsprechend separiert hat, kann man davon ausgehen, dass der nächste Weltkrieg nicht mehr weit ist. Er wird aus dem Netz in die Realität überschwappen, weil der Kampf um die richtige Wahrheit auch massive wirtschaftliche Konsequenzen haben wird.

Das dürfte dann zu einer globalen Endzeit führen.

„Ein Land, eine Wahrheit.“

Einziger Trost ist dann, dass Google und alle anderen globalen Internetkonzerne dabei zwangsläufig untergehen werden.
Sie schaufeln sich ihr Grab gerade selbst.

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Sönke Paulsen ist freier Blogger und Publizist. Er schreibt auch in seiner eigenen Zeitschrift „Heralt“. Hier finden Sie seine Fortsetzungsgeschichte „Angriff auf die Welt“ – der „wahre“ Bond.

Bild: Shutterstock 
Text: Gast

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