Baumärkte jetzt als Erzieher ihrer Kunden Keine Böller mehr im Angebot: Rotgrüner Nanny-Staat in Aktion

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Eines vorneweg: Nachdem ich mehrfach in Kriegen war, bin ich kein Freund mehr von Neujahrsfeuerwerken. Jedes Jahr erinnern sie mich an die gruseligen Momente, die ich erlebt habe. Aber im Gegensatz zu rotgrünen Kulturrevolutionären läge es mir fern, deswegen ein Verbot der Böllerei zu fordern. Im Gegenteil: Ich finde, in einem freien, demokratischen Land muss alles erlaubt sein, solange nicht wirklich schwerwiegende Gründe ein Verbot unumgänglich machen. Und ich finde: Unternehmer sind nicht dazu da, ihre Kunden zu erziehen. Im Gegenteil: Sie haben sich nach den Wünschen ihrer Kunden zu richten.

In Deutschland ist heute all das umgekehrt. Zwei Jahre lang waren Feuerwerke an Silvester faktisch verboten. Die Polizei machte – sonst chronisch überbeschäftigt – zum Jahreswechsel sogar Jagd auf Feuerwerker. Dieses Jahr bietet Corona nicht mehr den bequemen Vorwand für unsere Verbots-Freunde in der Regierung, um das Böllern zu verbieten. Also wird das Pferd von hinten aufgezäumt.

„Kein Verkauf – Baumärkte gehen in Böller-Streik“, titelt die „Bild“. Die Zeitung zählt sodann auf, welche Läden sich als Vormunde für ihre Kunden sehen und glauben, ihnen vorschreiben zu wollen, was sie zum Jahreswechsel tun dürfen bzw. was nicht:

  • Baumarkt-Kette Hornbach. „Das Sortiment wurde auf Anregung von ‘Tier- und Umweltschutzverbänden‘ um Silvesterböller bereinigt“, schreibt Bild. Wunderbar, dass sich Hornbach an Aktivisten orientiert und nicht am Kunden.
  • Obi-Märkte verzichten „aus Gründen der Nachhaltigkeit“. Nur „in nicht zentral gesteuerten Obi-Filialen könnte Feuerwerk noch verkauft werden, so eine Sprecherin“ laut „Bild“.
  • Die 90 Globus-Baumärkte in Deutschland bevormunden ihre Kunden ebenfalls.
  • Auch Toom-Baumärkte und Bauhaus-Filialen haben Knaller aus dem Angebot getilgt, „im Sinne der Nachhaltigkeit“, so „Bild“.

Besonders absurd: Globus verweist dem Bericht zufolge zur Begründung unter anderem auf eine Website der Tierschutzorganisation „Peta“. Die hat sich laut eigener Aussage Ende 2021 an 24 Einzelhändler gewandt, von denen die oben genannten Ketten „zugesichert“ hätten, „künftig keine Feuerwerkskörper mehr zu verkaufen“ wegen des „Gefahrenpotenzials“, so „Bild“.

Was kommt als nächstes? Bestimmen aktivistische Organisationen, die oft Hand in Hand mit dem Staat arbeiten, auch, was auf unseren Speisezettel kommt? Ist bald Fleisch tabu? Oder bestimmte Sorten von Fleisch? Wie steht es mit Fisch? Und Pommes Frites? Eine Ikea-Filiale hatte die ja auch schon aus ihrem Gastronomie-Programm gestrichen.

Vorauseilender Gehorsam von Unternehmen

Ganz offen gestanden: Ich kann gar nicht so viele Pommes Frites (die ich eh nicht mag) essen, wie ich kotzen möchte, angesichts dieser Auswüchse des Bevormundungs-Staates und der Willfährigkeit und des vorauseilenden Gehorsams von Unternehmen. Wobei es mich genauso ankotzt, dass eine große Mehrheit das offenbar alles mit sich machen lässt – denn sonst könnten sie die Firmen nicht auf Druck einer kleinen, aber lauten Minderheit bevormunden.

Ich mag keine Böllerei und bin seit bald 40 Jahren Vegetarier. Und gerade deshalb: Ich werde auch weiter dafür kämpfen, dass Menschen böllern können und so viel Fleisch essen, wie sie wollen. Bei vielen unserer rotgrünen Heuchler ist es genau umgekehrt: Sie selbst fordern von anderen Verzicht – nur nicht für sich selbst.

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