Berliner Polizei: Unabhängige Journalisten vogelfrei? Massive Behinderung der Berichterstattung, Handgreiflichkeiten inklusive

Beim Schreiben dieses Beitrags schlottern mir immer noch die Knie. Wiederholt wurde ich heute von der Berliner Polizei, obwohl klar als Pressevertreter zu erkennen, auch mit umgehängtem Presseausweis, körperlich attackiert, bedrängt und am Arbeiten gehindert. Einer meiner Mitarbeiter, der sich eindeutig als Presse zu erkennen gab, wurde ebenfalls am Aufnehmen gehindert, mit Gewalt: Er wurde mitsamt Fahrrad umgeschmissen.

Wenn man als Journalist nicht für die Mainstream-Medien tätig ist, müsste man bei Polizeieinsätzen in Berlin wohl am besten eine Eishockey-Torwart-Ausrüstung anziehen. Die Polizei wird vor allem dann gewalttätig gegen Journalisten, wenn sie versuchen, brutale Festnahmen zu dokumentieren. In einem einzelnen Fall hatte ein Polizist mich auch erkannt und so aggressiv angeschrien, dass ich mich bedroht fühlte, und mich gegen eine Mauer gedrängt.

Normales journalistisches Arbeiten ist unter diesen Umständen massiv erschwert. Umso mehr, wenn man bedenkt, dass einem bei Youtube jeden Moment im Livestream wegen eines in den Augen der Zensoren „falschen“ Wortes von Dritten die Zensur und Sperrung des Kanals droht – in meinem Fall faktisches Berufsverbot.

Während Politik, Journalisten-Kollegen und Berufsverbände bei Aggressionen gegen Journalisten der großen Kanäle – völlig zu Recht – lautstark die Alarmglocken läuten, kümmern sie Angriffe auf unabhängige Journalisten offenbar nicht die Bohne. Schlimmer noch – manche machen kaum einen Hehl aus ihrer Freude über solche Übergriffe. Kritische Journalisten werden so demonstrativ zum Freiwild erklärt.

Leider ist das nicht nur die Erfahrung von heute – sondern von diversen anderen Demonstrationen in Berlin (nicht etwa in anderen Bundesländern). Berlins Polizei scheint die Handschrift von Innensenator Andreas Geisel, der sein politisches Handwerk in der SED gelernt hat, übernommen zu haben. Da bereits nach massiven Behinderungen und Aggressionen bei den letzten Demonstrationen, die auch im Video dokumentiert sind, keinerlei Reaktionen von der Berliner Polizei erfolgten, ist nur ein Rückschluss möglich: Die Gewalt gegen Journalisten von Seiten der Polizei ist von deren Führung gedeckt, wenn nicht sogar gewollt. Es wird ein Zeichen gesetzt: Wer als Journalist nicht auf Linie ist, ist vogelfrei. Man kann nur hoffen, dass in anderen Zeiten diese Vorgänge einmal aufgeklärt werden.

PS: Hier ein Zusammenschnitt der beschriebenen Szenen:

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PS: Nach Verfassen dieses Artikel las ich in der Berliner Morgenpost, dass „der Berliner Landesgeschäftsführer der Deutschen Journalistenunion (DJU) Jörg Reichel in Kreuzberg von Teilnehmern der Demonstration vom Fahrrad gerissen und brutal zusammengeschlagen und -getreten wurde.“ Laut „Tagesspiegel“ musste der Gewerkschaftler mit Verletzungen an Schulter und Bein ins Krankenhaus gebracht werden. Ich verurteile den Übergriff scharf und wünsche Reichel, der mich auch öffentlich unter der Gürtellinie attackierte, dass er schnellstens genest und dass er solche Übergriffe nicht mehr erleben muss. Trotz seiner Aggression mir gegenüber gilt ihm meine uneingeschränkte Solidarität. Und ich werde nicht die Hoffnung aufgeben, dass irgendwann auch die Journalistenverbände umgekehrt ebenso mit unabhängigen Journalisten solidarisch sind, wenn diese attackiert werden.

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!
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Bild: Boris Reitschuster
Text: BR

 

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