Corona-Propaganda auf Kosten des Steuerzahlers Karl Lauterbach schon wieder beim Lügen erwischt

Von Kai Rebmann

Seit Ende Juli schaltet das Bundesgesundheitsministerium in unregelmäßigen Abständen eine Anzeigenkampagne, in der die Gefährlichkeit von Corona überhöht dargestellt wird. Inzwischen sind drei Ausgaben dieses sogenannten „Fakten-Booster“ erschienen, der sicherlich vieles liefert, nur keine Tatsachen. Dem Haus von Karl Lauterbach geht es offensichtlich einzig und allein darum, die Panik vor einem Virus am Leben zu erhalten, das in immer mehr Ländern längst wie die Grippe behandelt wird. Die im „Fakten-Booster“ verbreiteten Falschinformationen sind teilweise so absurd, dass es schwerfällt an Irrtümer oder falsche Interpretationen zu glauben. Während man sich an die oft verstörenden Tweets von Karl Lauterbach längst gewöhnt hat und diese noch mit Erheiterung zur Kenntnis nehmen kann, wird mit dem „Fakten-Booster“ eine andere Dimension erreicht. Die Kampagne kostet den Steuerzahler rund fünf Millionen Euro pro Ausgabe, insgesamt bisher also schon 15 Millionen Euro.

Der „Fakten-Booster“ vom 18. August 2022 (2. Ausgabe) trägt den Titel „Die zweite Auffrischimpfung“. Im Mittelpunkt stehen hier also alle Leser im Alter von über 60 Jahren. Zu Beginn heißt es: „83 Prozent, der Menschen, die wegen einer Corona-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert werden, sind über 60 Jahre alt. Davon sind fünfmal mehr Ungeimpfte als Menschen, die bereits mindestens eine Auffrischimpfung erhalten haben.“ Zur Untermauerung dieser Behauptung wird auf eine Quelle verlinkt, den Monatsbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI). Eine dort hinterlegte Excel-Tabelle weist für den Meldezeitraum KW 24 bis KW 27 tatsächlich eine Hospitalisierungsinzidenz von 4,3 bei den Ungeimpften bzw. von 0,8 bei den Geboosterten aus. Problem: Die Hospitalisierungsinzidenz ist etwas anderes als eine absolute Zahl. Wenn das Bundesgesundheitsministerium also schreibt, es würden fünfmal mehr Ungeimpfte als Geboosterte ins Krankenhaus eingeliefert werden, so ist das mindestens eine Irreführung, wenn nicht sogar arglistige Täuschung.

Im nächsten Abschnitt lässt sich Karl Lauterbach wie folgt zitieren: „Mittlerweise wissen wir, dass eine Corona-Infektion zu Hirnschäden und schlimmstenfalls zu Demenz führen kann. Mit der zweiten Auffrischimpfung kann die oder der Einzelne die Wahrscheinlichkeit solcher Spätfolgen deutlich verringern – gerade bei den über 60-jährigen.“ Woher Lauterbach das wissen will, verrät er an dieser Stelle nicht. Der Kollege Tim Röhn hat deshalb nachgefragt, zunächst aber keine Antwort erhalten. Erst nach „anwaltlicher Intervention“ konnte das Haus von Karl Lauterbach zu einer Stellungnahme gezwungen werden. Dort wird „auf öffentlich zugängliche Studien“ oder „Ergebnisse mehrerer Studien“ verwiesen, die die Vermutung nahelegen, dass an den Aussagen vielleicht etwas dran sein könnte. Um welche Studien es sich konkret handelt und wo genau diese zu finden sind, dazu macht das Ministerium keinerlei Angaben.

Gesundheitsministerium distanziert sich von eigener Veröffentlichung

In der 3. Ausgabe des „Fakten-Booster“ vom 6. September 2022 mit dem Titel „Verdacht auf COVID-19?“ werden munter weitere Falschinformationen verbreitet. Unter anderem wird darin behauptet: „Etwa 10 Prozent der in Deutschland erkrankten Personen werden aufgrund eines schweren COVID-19-Verlaufs im Krankenhaus behandelt.“ Echt jetzt? Jeder, der sich im Bekanntenkreis umschaut und umhört, wird auf Anhieb feststellen können, dass diese Angabe nicht den Tatsachen entsprechen kann. Um die Ungläubigen aber dennoch vom Gegenteil zu überzeugen verlinkt das Bundesgesundheitsministerium auch hier auf das RKI. Die eben diesem Haus unterstellte Behörde dient auffallend oft als Quelle, aber dies sei nur am Rande bemerkt.

Wer dem Link folgt, der landet beim „Epidemiologischer Steckbrief zu SARS-CoV-2 und COVID-19“ mit Datum vom 26. November 2021. Das Bundesgesundheitsministerium versorgt die Bürger also nicht nur mit Falschinformationen, sondern will sie offenbar auch noch für dumm verkaufen. Die Quelle ist nicht nur knapp ein Jahr alt, sondern wurde darüber hinaus noch mit Daten gefüttert, die aus der Zeit vor Februar 2021 stammen, wie Norbert Häring herausgefunden hat. Damals hat die heute vorherrschende und deutlich milder verlaufende Omikron-Variante noch keinerlei Rolle gespielt.

Der zweite Stolperstein verbirgt sich in der Formulierung über die Erkrankten, die „aufgrund“ eines schweren Verlaufs im Krankenhaus behandelt werden. Weder das RKI noch sonst eine Behörde ist bis heute in der Lage, zuverlässige Daten zu erheben, geschweige denn zu liefern, wie viele Menschen „an“ oder „mit“ Corona gestorben sind oder im Krankenhaus behandelt werden. Für den Erhebungszeitraum der genannten Quelle gilt das umso mehr. Zumindest dieses Hütchenspiel ist, im Gegensatz zu den zuvor genannten, inzwischen auch einigen größeren Medien aufgefallen, so dass das Bundesgesundheitsministerium diese Aussagen zurücknehmen musste. Der Anteil sei tatsächlich „deutlich niedriger“, bei der „missverständlichen Angabe“ habe es sich um einen „redaktionellen Fehler“ gehandelt.

Apropos Medien. Auffallend ist dabei, dass das Thema auf eher kleiner Flamme gekocht wird. Wo es um die Verschwendung von Steuergeldern zur bewussten oder zumindest fahrlässigen Verbreitung von Falschinformationen geht, sollte man eigentlich eine deutlich heftigere Reaktion erwarten können. Doch wie heißt es so schön: „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.“ Das scheint auch für die Tageszeitungen zu gelten, die durch die Verbreitung des „Fakten-Booster“ auch ein Stück vom millionenschweren Kuchen abbekommen, den Karl Lauterbach auf Kosten der Steuerzahler spendiert.

DAVID
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Kai Rebmann ist Publizist und Verleger. Er leitet einen Verlag und betreibt einen eigenen Blog.

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