Deutliche Übersterblichkeit im September 2021 – Nicht auf COVID-19 zurückzuführen 10 Prozent über dem mittleren Wert der Vorjahre

Zuerst traute ich meinen Augen nicht, als mir ein Leser den Hinweis schickte. Und überzeugte mich erst auf der Internet-Seite des Statistischen Bundesamtes selbst. Und tatsächlich: „Sterbefallzahlen im September 2021: 10 % über dem mittleren Wert der Vorjahre“ lautet die Überschrift auf der amtlichen Internet-Präsenz der Behörde. Weiter ist dort zu lesen: „Nach einer Hochrechnung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sind im September 2021 in Deutschland 77.612 Menschen gestorben. Diese Zahl liegt 10 % über dem mittleren Wert (Median) der Jahre 2017 bis 2020 für diesen Monat (+7.247 Fälle). Dies geht aus einer Sonderauswertung der vorläufigen Sterbefallzahlen hervor.“ Der Trend hält offenbar an: „In der 39. Kalenderwoche (vom 27. September bis 3. Oktober) lagen die Zahlen 6 % über dem mittleren Wert der Vorjahre.“

Die erste Assoziation, die einem in den Kopf geht: Könnte diese Übersterblichkeit an Corona liegen? Also machte ich mich auf die Suche. Am 1. September meldete das Robert Koch-Institut auf seiner Seite im Tagesbericht 92.223 COVID-19-Tote – also bis zum 31. August. Am 1. Oktober vermeldet der Tagesbericht der obersten Bundesbehörde 93.711 COVID-19-Tote. Das sind also 1.488 Menschen, die im September mit oder an SARS-CoV-2 gestorben sind. Die Übersterblichkeit beträgt aber rund 10 % von 77.612 Menschen – also rund 7.700. Sie ist damit mit COVID-19 nicht einmal ansatzweise zu erklären. Im Internet überschlagen sich dann auch schon die Spekulationen. Von einem „rosa Elefant“ ist die Rede, der „mitten im Raum“ steht, aber verschwiegen werde. Der böse Verdacht: Die Übersterblichkeit sei auf Impffolgen zurückzuführen. Doch das sind – das sei hier explizit betont – im Moment nicht mehr als Vermutungen. Eine Abweichung von 10 %, oder bereinigt um die COVID-19-Toten von weniger als 8 %, kann sich durchaus noch im Bereich einer zufälligen Abweichung bewegen. Dass sich die Tendenz im Oktober fortsetzt, ist zwar bemerkenswert – aber nicht aussagekräftig genug, um hier einen Zufall auszuschließen.

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Kein Zufall und überaus merkwürdig ist etwas anderes. Viele große Medien haben zum Höhepunkt der Coronazeit groß, ja fast marktschreierisch von Übersterblichkeit berichtet, die sich dann auf das Gesamtjahr bezogen nach Ansicht von Experten wie meinem Gastautor Prof. Dr. Rießinger gar nicht als solche herausstellte. Die gleichen Medien sind nun ganz kleinlaut, was die aktuelle Übersterblichkeit angeht, die ganz offensichtlich nicht auf COVID-19-Tote zurückgeht. Oder sind Ihnen Schlagzeilen zu dieser Übersterblichkeit ins Auge gestochen? Mir zumindest nicht. Eine Suche bei Google News jedenfalls bringt außer dem offiziellen Bericht des Bundesamtes keinen einzigen Treffer. In Worten: Null. Fünf Tage nach Erscheinen des amtlichen Berichts. In Worten: Fünf! Wie bitte ist das zu verstehen? Warum löchern Journalisten nicht längst das Robert Koch-Institut und das Gesundheitsministerium? Wo sind Expertengespräche? Stellen Sie sich einmal vor, es wäre umgekehrt – das Bundesamt hätte eine Übersterblichkeit berichtet, die sich vor allem auf Corona zurückführen ließe. Ob dann auch das große mediale Schweigen herrschen würde?

Vor allem darf man auch nicht spekulieren. Aber dem Problem auf den Grund gehen – das muss man. Zumindest muss man es versuchen. 

PS: Bemerkenswert ist auch, dass sich die Bekanntgabe der Selbstmord-Fälle für das Vorjahr in diesem Jahr deutlich verzögert. Bisher wurden diese Zahlen in der Regel im September vermeldet. Aktuell sind für das Vorjahr nur provisorische Zahlen abrufbar. Anfang September schrieb Destatis dazu: „Vorläufige Daten zeigen für 2020 kaum Veränderung bei Suiziden.“ Und weiter: „Der Blick auf die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Monatszahlen legt nahe, dass die vollständigen Zahlen das Niveau des Vorjahres (9.041 Suizide) nicht oder nur im geringen Umfang übertreffen werden.“ Auch hier wäre es wünschenswert, dass zumindest erklärt würde, warum die Zahlen dieses Jahr deutlich später kommen als üblich.

 

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Bild: Shutterstock
Text: reitschuster.de

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