»Die Kandidatin«, »Die Unterwerfung« und die politische Korrektheit Dystopien über selbstverneinende westliche Demokratien und den Siegeszug des Islams

Von Sönke Paulsen

Der deutsche Journalist und Tagesschausprecher Constantin Schreiber kann mit seinem ähnlich gelagerten Buch »Die Kandidatin«, in dem eine Frau, von der man nicht recht weiß, ob sie nun eine fanatische Anhängerin der „political correctness“ oder des „politischen Islams“ ist, kurz davor steht, zur Regierungschefin gewählt zu werden, nicht so viele Lorbeeren einfahren wie sein französischer Kollege.

An Constantin Schreiber selbst kann es nicht liegen. Er geht als Nahost-Experte durch, hat drei Jahre für die Deutsche Welle aus Dubai berichtet und zu diesen Themen bereits erfolgreiche Sachbücher geschrieben. Sein bekanntestes Buch ist »Inside Islam«, in dem er über den Geist in deutschen Moscheen schreibt, der vor einigen Jahren eine Art von kritischer Verunsicherung über die Demokratie-Adhärenz vieler unserer islamischer Mitbürger ausgelöst hat. So könnte man es vielleicht vorsichtig ausdrücken.

Mit seinem aktuellen Roman geht Constantin Schreiber allerdings „in die Vollen“ und entwirft (ähnlich der »Unterwerfung«) eine regelrechte Dystopie vom Untergang unserer liberalen Demokratie in recht unerwarteter Weise. Political Correctness und islamistische Unterwanderung laufen dabei in der Hauptfigur zusammen.

Die Kritiken sind negativ bis empört, jedoch hält das Bollwerk der künstlerischen Freiheit bisher und eine Verbannung Schreibers aus den ÖR-Medien wurde zumindest noch nicht breit gefordert.

Es soll an dieser Stelle auch nicht um eine Rezension des Buches gehen, sondern um die Frage, ob der Hintergrund passt?

Hegemonie des Islams, auch des radikalen Islams ist nicht zu übersehen

Wer die schockierenden Bilder aus Afghanistan zur Kenntnis nimmt und die Tatsache, dass der mühsam aufgebaute demokratische Staat in Kabul unter dem Ansturm der „Gotteskrieger“ innerhalb von Tagen und Stunden kollabiert, kommt an der Schlussfolgerung nicht mehr vorbei, dass unsere Staatsidee in islamischen Staaten keine Chance hat.

Kant ist in Kabul ein Unbekannter. Die europäische Aufklärung hat sich nach Nordamerika ausgebreitet und ist dann in den südlichen Regionen der Welt und vor allem im Osten gescheitert. Westlicher Liberalismus ist aber die Folge staatlicher Toleranz, die auf einer großen Staatsnähe der Bürger, die den kategorischen Imperativ Kants zumindest indirekt verinnerlicht haben, basiert. Ohne Staatsnähe und Identifikation hätte niemals ein rechtsstaatliches Regelwerk entstehen können.

Die Ursprungs- und Kernländer dieser Ideen sind Frankreich, Deutschland und England. Das war es schon.

Afghanistan zeigt gerade sehr deutlich, wie gering die Bereitschaft ist, diese Ideen anzunehmen und zu verteidigen. Es ist eine faktische und eine ideologische Niederlage des Westens.

In dem Agentenfilm »Syriana«, der auf dem Sachbuch »Der Untergang der CIA« von Robert Baer basiert, welcher im „Nahen Osten“ für die CIA tätig war, manipuliert ein junger Islamist zwei Jugendliche zu Selbstmordattentätern. Der Handlungsstrang zeigt deutlich, wie alternativlos der Koran in der islamischen Welt dasteht. Er kann widerstandslos als einzige Antwort auf die Probleme einer westlich funktionierenden Welt verkauft werden und führt die beiden jungen Männer in den Tod.

Manipulation statt Aufklärung, politischer Islam statt staatlicher Vernunft, Tod statt Leben.

Die „gottgewollte“ Ordnung ist nichts anderes als der Überbau für eine brutale Gesellschaft, die der Macht huldigt und Gewalt verherrlicht. Von der Gewalt der Emire, Kalifen und Stammesfürsten bis zur Gewalt des Mannes über die Frauen. Das ist die eigentliche Manifestation des Islams, von dem es keine allgemein anerkannte aufgeklärte Version gibt.

Zurück nach Deutschland, wo der Islam nicht hingehört

Wenn man einmal vom Süden Spaniens und den Mauren absieht, gibt es in Europa keine islamische Tradition. Europa hat keinerlei Wurzeln im Islam und die europäische Staatsidee ist aufgeklärt, überwiegend liberal und laizistisch, beruht also auf der Trennung von Staat und Religion. In keinem dieser Punkte kommt der politische Islam vor.

Der Weg des Islam, sich in Mitteleuropa Geltung und Macht zu verschaffen, kann also nur über Subversion, Manipulation und kulturelle Hegemonie gehen, welche natürlich in erster Linie bei den Einwanderern aus islamischen Ländern verfängt. Wie immer wird bei dem Idealismus junger Menschen angesetzt und ihnen die westliche Demokratie als gescheitertes Auslaufmodell verkauft, das irgendwann durch den politischen Islam ersetzt werden wird. »Inside Islam« von Schreiber berichtet über diese Ansätze zur Gehirnwäsche.

Allerdings gibt es noch ganz andere Tendenzen über die jugendliche Subkultur den Spirit des Islam zu verbreiten. Die Rapper-Szene ist nur ein Beispiel, das rebellisch daherkommt, in Wirklichkeit aber sexistisch, autoritär geprägt und nahe an die Klan-Kriminalität tendiert. Genau diese Mischung ist das Erfolgsrezept dieser Subkultur, die sich aus den islamischen Parallelgesellschaften und Slums über das Internet in den Köpfen junger Leute ausbreitet.

Schreiber lässt eine Figur während einer Gerichtsverhandlung Folgendes sagen:

„Warum setzen sich junge deutsche Menschen für den Hijab ein, für Islamkunde in der Schule, für mehr Moscheen, mehr Minarette, für noch mehr Muslime, die kommen? Wir steuern auf den Untergang zu.“

„Deine Mutter ist eine Hure“, „Du bist eine Hure“, das sind bei uns recht verbreitete Beleidigungen und gleichwohl islamistische Vorwürfe. Bei uns sind Huren Frauen, die körpernahe Dienstleistungen erbringen, auch als Sexarbeiterinnen bezeichnet. In der islamischen Welt gerät das Blut in Wallung, wenn solche Flüche ausgestoßen werden. Die sexuelle Selbstbestimmung der Frauen, die im Westen normal ist, wird auch das erste sein, das die Taliban nach ihrem Siegeszug in Afghanistan mit äußerster Brutalität unterdrücken werden.

Es gibt eine tendenziell islamistische Subkultur und Hegemonie bei uns und es gibt den Siegeszug des Islamismus in Afghanistan. Eigentlich sollten die Parallelen deutlich sein. Werden aber nicht als deutlich wahrgenommen.

An dieser Stelle setzt im Buch die „Politische Korrektheit“ an, als „Korrektiv des klaren Verstandes“ und als Instrument, die Kritik am Islam auszuschalten.

Das schafft die Kandidatin sehr erfolgreich. Das gelingt auch den Islamisten bei uns immer besser, mit erheblicher Unterstützung einer schizophrenen, grünen und linken politischen Hegemonie, die Kritik an dem subversiven islamistischen Gesellschaftsbild als rassistisch oder kulturell rassistisch brandmarkt.

Wir sollen gewissermaßen mit unseren eigenen Waffen geschlagen werden.

Wir sollen tolerant sein bis zur Selbstaufgabe und moralisch derart verwirrt werden, dass wir am Ende nicht mehr bereit und in der Lage sind, unser Gesellschaftsmodell gegen die Islamisten zu verteidigen.

Parallelen zur moralischen Niederlage in Afghanistan drängen sich auf. Auch dort wurde das westliche Gesellschaftsmodell nicht verteidigt. Bei uns erfüllt diese Funktion die politische Korrektheit und wird zugleich zur Dystopie, die von immer mehr Autoren in eine recht nahe Zukunft projiziert wird. Der „Kampf gegen Rechts“ wird in diesem Sinne zum Kampf gegen unser eigenes liberales gesellschaftliches Modell und indirekt für einen autoritären, politischen Islam. Minderheiten, die auf Hegemoniekurs sind, bleiben keine Minderheiten. Genau darum geht es in der Dystopie und leider auch schon in der gegenwärtigen Realität.

Wer rot oder grün oder beides wählt, wählt zugleich die gestörte Identifikation mit unserem westlichen Staatsverständnis. Letztlich wird dann eine Dystopie gewählt.

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

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Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.
Sönke Paulsen ist freier Blogger und Publizist. Er schreibt auch in seiner eigenen Zeitschrift „Heralt“. Hier finden Sie seine Fortsetzungsgeschichte „Angriff auf die Welt“ – der „wahre“ Bond.
Bild: Shutterstock
Text: Gast
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