Haben wir die grünen Ajatollahs etwa verdient? Berlin in diesen Tagen – Gestank wie in den Siebzigern!

Von Sönke Paulsen

Ich war dieser Tage mit dem Motorrad in Berlin unterwegs. Zum Ersten, weil Bahnführerstreik war und die Berliner S-Bahn nur unregelmäßig fuhr, und dann, weil es wirklich ein schöner warmer Tag war.

Auch der Süden Berlins war voll. Überall Baustellen, Staus und viele Leute, die wohl aufs eigene Fahrzeug umsteigen mussten, weil die Öffentlichen im Streik waren. Die Diesel-LKWs zogen dabei zum Teil lange Rußfahnen hinter sich her, die man auf einer Länge von fünfzig Metern noch deutlich über dem Asphalt erkennen konnte. Ich laboriere noch etwas an einem Schnupfen und kann deshalb nicht gut riechen, aber was ich gerochen habe, reichte mir. Das war stickig und stechend und es reizte außerdem die Augen.

Beschwer dich nicht, Alter, sagte ich zu mir, dein Motorrad stinkt auch und ist schon über zwanzig Jahre alt. Es hat keinen KAT und kommt nur noch überall hin, weil es so klein ist und keine Abgasuntersuchung benötigt. Auch wenn ich ein Mitverursacher war, habe ich mich ungut an die Smog-Wetterlagen in den siebziger und achtziger Jahren erinnert gefühlt und gedacht, dass unterm Strich doch ziemlich wenig passiert ist. Ab einer gewissen Verkehrsdichte und Zahl von LKWs kehren die Siebziger auf die Straßen zurück.

Sardinenbüchsen ohne Abstand

Den Verkehr in den Städten herunterzufahren, ist allerdings eine logistische Aufgabe, die bisher noch nicht gelöst ist. Denn der öffentliche Nahverkehr würde nicht ausreichen, um auch noch diejenigen aufzunehmen, die auf das eigene Fahrzeug setzen. Schon jetzt quetscht man sich in der Rush-Hour mancherorts in volle U- und S-Bahnen, als befände man sich in Tokyo. Sardinenbüchsen ohne Abstand zu den anderen, dafür aber mit Maske in einem stickigen Zug. Das ist für manche zu viel, man kann es verstehen.

Es hingen schon überall Wahlplakate, mit seltsam inhaltsleeren Phrasen versehen. Unangenehm fand ich, dass man von vielen Wahlplakaten geduzt wird, so wie in der Werbung. Mein Grundsatz ist. Wer mich duzt, den wähl ich nicht und kauf ihm nichts ab, weil er den Respekt vermissen lässt und signalisiert, dass er mich manipulieren will. Die Grünen duzen einen permanent. Widerlich!

An einer Tankstelle fuhr ich raus und holte mir eine Cola. Am Servicepoint versuchte ein ungarischer BMW-Fahrer seinen Vorderreifen mit Luft zu füllen, der allerdings dabei immer platter wurde. Statt den Adapter für das Ventil nochmal neu aufzusetzen und es dann wieder zu versuchen, wollte er durch hektisches Drücken des Knopfes weiterhin Luft auffüllen und ließ dabei die Luft in seinem Reifen gänzlich ab. Fassungslos schaute er auf das Drama, das er angerichtet hatte, und ging in den Shop, um Hilfe zu holen. Die Frau saß derweil auf dem Beifahrersitz und spielte teilnahmslos mit ihrem Handy.

„Was soll mir das sagen?“, dachte ich, „durch fanatisches Wiederholen des eigenen Fehlers kommt man nicht besonders weit“.

Ein paar Korrekturen hätten wir eigentlich alle nötig, wenn ich mir das Verkehrschaos und den Mief so anschaue. Warum kriegen wir eigentlich unsere eigenen Fehler nicht in den Griff? Seit dreißig Jahren geht der Verbrauch der Autos nicht runter und die Dieselfahrzeuge stinken immer noch ziemlich giftig, die LKWs rußen wie verrückt. Wo ist das Problem? Brauchen wir wirklich die Grünen, die uns umfrisieren, das Gehirn waschen und von allesfressenden Tieren zu zarten Pflanzen machen?

Irgendwie sehe ich das nicht ein.

Wir sollen also unser Land einer seltsamen Sekte überlassen, weil wir einfache Umweltfragen nicht geklärt kriegen? Ich meine dabei nicht den Klimawandel, sondern die Luft in den Städten, die ökologisch akzeptable Bepflanzung unserer Landschaften und eine erträgliche und lebenswerte Umgebung für alle.

Warum können wir die Probleme nicht mit Vernunft lösen, warum brauchen wir ökologische Ajatollahs dafür?

Müssen wir dafür Menschen an die Macht lassen, die fest entschlossen scheinen, unser Land mit Migranten zu fluten (die übrigens einen Hang zu dicken Benzinfressern haben), alles gendern wollen und am Ende CO2-Rechte für jeden begrenzen werden, vielleicht auch irgendwann das Recht zu atmen, um eine klimatische Warmzeit zu beenden?

Müssen wir eine Verrückte ins Kanzleramt wählen, weil wir so unverbesserlich sind? Fast hat es den Anschein.

Die Kritik an den Grünen ist berechtigt und man kann diese Politik keinem freiheitsliebenden Menschen empfehlen. Auf großen Plakaten gibt es jetzt sogar Warnungen, die Grünen zu wählen. Da wird ihnen – vor grünem Hintergrund – Wohlstandsvernichtung, Klimasozialismus und Ökoterrorismus vorgeworfen. Das sehe ich auch so.

Aber warum kommen die Grünen im Jahr 2021 in die politisch komfortable Lage, versiffte Städte mit stinkenden Fahrzeugen und Staus an jeder Ecke vorzufinden? Warum werfen wir ihnen die Argumente für eine Umerziehung der Unverbesserlichen, nach ökosozialistischen Maßstäben, in den Rachen?

Versagen in Umweltfragen

Sind die Leute so blöd? Ist die Industrie so skrupellos? Hat die Umweltpolitik versagt? Bis heute können die Grünen behaupten, dass sie zu klein und zu schwach waren, das Blatt zu drehen. Man kann ihnen ihre Regierungsbeteiligung in Berlin beim Versagen in den meisten Umweltfragen nicht vorwerfen. Oder doch?

Damit kommen wir wieder zu dem Problem mit den grünen Mullahs. Leider waren es in Berlin auch die Grünen und ihr zivilgesellschaftliches Umfeld, welche die Vervollständigung der Stadtautobahn behindert haben. Dabei hätte genau die das heutige Verkehrschaos deutlich abmildern können. Denn was nicht funktionierte, war heute die Ringbahn – und einen vollständigen Autobahnring gibt es eben noch nicht. Auch dank der Grünen.

Also haben wir im Moment nur die, welche das Problem nicht wahrhaben wollen oder denen es egal ist, und die Fanatiker, die das Problem mit der Wurzel ausreißen, also möglichst alle Autos aus der Stadt schaffen wollen. Alle diese Leute kann man nicht wählen.

Es sind Ideologen und Antiideologen, aber der vernünftige und problemlösende Mittelweg fehlt in unserer politischen Landschaft. Deshalb ändert sich seit Jahrzehnten nichts, außer, dass unser Land mit Ausländern abgefüllt wird, die noch nicht einmal ihren Vorderreifen aufblasen können.

Wo im Kopf haben wir eigentlich das Problem?

Das muss sich jeder wohl selbst fragen. Ich jedenfalls war heute ganz klar mit dem falschen Fahrzeug, zur falschen Zeit, am falschen Ort. Hätte ich doch meinen Elektroroller aus dem Kofferraum geholt! Ich wäre einfach durch die Grünanlagen, die noch aus der Kaiserzeit stammen, nachhause gefahren und hätte den Verkehr nicht noch verschärft.

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

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Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.
Sönke Paulsen ist freier Blogger und Publizist. Er schreibt auch in seiner eigenen Zeitschrift „Heralt“. Hier finden Sie seine Fortsetzungsgeschichte „Angriff auf die Welt“ – der „wahre“ Bond.
Bild:
Text: Gast
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Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd, besagt ein chinesisches Sprichwort. In Deutschland 2021 braucht man dafür eher einen guten Anwalt.

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