Ein Drittel der Beschäftigten im Gesundheitswesen nach Impfung krankgeschrieben Erstaunliche – und verschwiegene – Erkenntnisse

Meldungen werden nicht unbedingt dadurch weniger aktuell, dass sie nicht mehr taufrisch sind. Wichtige Erkenntnisse verlieren ihre Relevanz nicht. Mehr noch: Wenn es um heikle Angelegenheiten geht, kann es sogar ein Anzeichen für eine besondere Relevanz sein, wenn sie lange verschwiegen oder gar nicht oder kaum aufgegriffen werden. So ist es in meinen Augen auch mit einer deutschen Studie, die auf dem diesjährigen European Congress of Clinical Microbiology & Infectious Diseases (ECCMID) in Lissabon Ende April vorgestellt wurde.

Wichtigstes Ergebnis der Arbeit: Ein Drittel der Beschäftigten im Gesundheitswesen ließ sich nach einer Covid-Impfung krankschreiben. „Ein gesundes Gesundheitspersonal ist entscheidend für die Bewältigung von COVID-19 und der weiteren Auswirkungen der Pandemie auf die öffentliche Gesundheit. Daher haben viele Länder der Impfung des Gesundheitspersonals Vorrang eingeräumt“, heißt es in einer Pressemitteilung der „Europäischen Gesellschaft für klinische Mikrobiologie und Infektionskrankheiten“, die das Onlineportal Eurekalert veröffentlichte,  eine gemeinnützige Plattform zur Verbreitung von Nachrichten, die von der „American Association for the Advancement of Science (AAAS)“ betrieben wird.

Weiter heißt es in dem Beitrag; „Es liegen jedoch nur wenige Informationen über das Auftreten von Nebenwirkungen bei Beschäftigten im Gesundheitswesen vor. Dies ist wichtig, denn wenn es dazu führt, dass sie sich freistellen lassen, könnte dies die ohnehin schon unter Druck stehenden Gesundheitssysteme zusätzlich belasten.“

Um mehr herauszufinden, untersuchten Julia Reusch vom Universitätsklinikum Würzburg und ihre Kollegen Isabell Wagenhäuser, Dr. Alexander Gabel, Dr. Manuel Krone und Dr. Nils Petri Mitarbeiter im Gesundheitswesen, die mindestens eine Dosis von einem der folgenden COVID-19-Impfstoffe erhalten hatten: BioNTech/Pfizer (Comirnaty), Moderna (Spikevax), Oxford/AstraZeneca (VaxZevria) und Janssen.

Pürner„Mit Hilfe eines elektronischen Fragebogens wurden von den 1.797 Beschäftigten des Gesundheitswesens (ab 18 Jahren), die an der Studie teilnahmen, Informationen über Krankheitszeiten und Nebenwirkungen gesammelt“, so die Europäische Gesellschaft für klinische Mikrobiologie und Infektionskrankheiten: „Zu den im Fragebogen erfassten Nebenwirkungen gehörten lokale Impfreaktionen (Schwellung, Rötung oder Schmerzen an der Injektionsstelle), Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und/oder Schüttelfrost sowie Müdigkeit.“

Das Ergebnis der Untersuchung: 588 Beschäftigte im Gesundheitswesen (32,72 Prozent) ließen sich insgesamt 1.777 Tage lang krankschreiben. Die durchschnittliche Dauer des Krankenstandes betrug zwei Tage.

Erstaunliche Erkenntnis: Am häufigsten kam es zu Krankschreibungen nach Injektion der dritten Impfdosis. Während sich nur 5,65 Prozent der Studien-Teilnehmer nach der ersten Verabreichung krankschreiben ließen (meist nach der Verabreichung eines Vektorimpfstoffs), waren es nach der zweiten Spritze 20,66 Prozent und 27,31 Prozent nach der dritten Dosis. Der Median der Krankheitsdauer lag bei über zwei Tagen; die maximale Länge lag bei 47 Tagen.

Diejenigen, die mit mRNA-Impfstoffen, also BioNTech/Pfizer oder Moderna, geimpft wurden, waren nach der zweiten oder dritten Dosis am häufigsten krankgeschrieben, so die Europäische Gesellschaft für klinische Mikrobiologie und Infektionskrankheiten.  Die Krankschreibungen nach der dritten Dosis waren bei der Moderna-Impfung deutlich länger als bei der BioNTech/Pfizer-Impfung. Die relative Zahl der Nebenwirkungen, von denen die Geimpften selbst berichteten, nahm von der ersten über die zweite bis zur dritten Impfung ab.

Es gab signifikante Unterschiede in der Anzahl der Nebenwirkungen, die von denjenigen gemeldet wurden, die den BioNTech/Pfizer- und den Moderna-Impfstoff erhielten. Nach der zweiten und dritten Dosis des BioNTech/Pfizer-Impfstoffs wurden signifikant mehr Nebenwirkungen gemeldet als nach dem Moderna-Impfstoff.

Studien-Autorin Reusch sagte laut Europäische Gesellschaft für klinische Mikrobiologie und Infektionskrankheiten zufolge: „Eine beträchtliche Anzahl von Beschäftigten im Gesundheitswesen nahm nach der Impfung Krankheitstage in Anspruch. Der Zeitpunkt des Auftretens der Nebenwirkungen variierte je nach verwendetem Impfstoff. Die Zahl der Nebenwirkungen und der daraus resultierenden Fehlzeiten nach der COVID-19-Impfung von Beschäftigten im Gesundheitswesen ist nicht zu vernachlässigen und sollte weiter untersucht werden“.

Die große Frage: Warum griffen die Medien die Studie gar nicht oder kaum auf? Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, und vielleicht bin ich nicht geschickt genug für die Nutzung von Google – aber wenn der Bericht tatsächlich kaum Aufmerksamkeit fand, wie es den Anschein hat, ist dies wieder einmal ein Beleg für das Systemversagen des Journalismus und die Scheuklappen, mit denen eine große Zahl von Kollegen an heikle Themen wie Impfnebenwirkungen herangeht. Erst heute hatten wir berichtet, wie das Hamburger Abendblatt eine Anzeige mit einem Text zu dem Thema einfach von der Seite verschwinden ließ.

Woher kommt dieses Wegsehen und Schweigen? Es gibt nur eine Antwort – offenbar hat man Angst, dass nicht alles in Ordnung ist und die offizielle Position von Regierung und Behörden falsch ist. Sonst gäbe es keinen Grund zur Vertuschung – und damit den Verrat an den journalistischen Grundprinzipien. Der Vertrauensverlust, den dieses Verhalten auslöst, ist immens. Unsere Medien schaffen sich ab. Aktuell halten sie Zwangsgebühren und Steuergelder, die als „Anzeigen“ der Regierung oder Zuschüsse ausgezahlt werden, künstlich am Leben. Mittelfristig sind die Folgen fatal.

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David
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Bild: Shutterstock
Text: br

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