Lange Wartezeiten vor Wahllokalen in Berlin Probleme bei der Organisation des Urnengangs

Unfassbar, was mir gerade ein Bundestagsabgeordneter einer Regierungspartei schickte:

Hallo Herr Reitschuster, hier ein Eindruck vom Wahllokal im Berlin. Lange Schlangen und es dauert ewig, die ersten Leute gehen wieder nach Hause. Offenbar will man damit erreichen, dass die Leute nur noch in Zukunft Briefwahl machen oder gar nicht wählen, wir beide wissen warum… Gerne dürfen Sie sich bei mir melden! Viele Grüße!

Ich fragte ihn zurück, ob ich das veröffentlichen dürfte. Er stimmte zu und schickte noch folgende Ergänzung:
„Können Sie auf jeden Fall verwenden! Ich war jetzt mal drin und habe mich beschwert. Es gibt dort nur drei Sichtblenden in dem Wahllokal. Da habe ich gesagt: ‘Ich war auch schon oft Wahlvorsteher, dann muss man etwas kreativ sein und eben noch Sichtblenden bauen, indem man zum Beispiel weitere Tische auflegt, damit die Leute einem beim Ankreuzen nicht reingucken können.‘ Das wird jetzt geprüft.“

Das Fazit des erfahrenen Politikers: „Die Wahlhelfer werden dadurch auch unsicher und nehmen das Ehrenamt nicht mehr an. Das wird leider auch zu wenig bedacht. Schulungen beziehen sich leider überwiegend auf das Auszählen und können keine Erfahrung im Wahllokal ersetzen. Auch hier gilt, dass man schnell reagieren muss, wenn schwierige Situation eintreten, was aber leider kaum noch erfüllt werden kann.“

 Auch ich persönlich musste in meinem Wahllokal in Berlin-Charlottenburg eine ganze Weile warten. Wahlhelfer hatten dort zwar improvisiert und aus einem Koffer einen Sichtschutz für eine dritte Wahlkabine gebaut. So richtig half das dann aber nicht gegen die Schlange, die zeitweise bis zur Eingangstür in das Gebäude reichte. Die meisten Wähler vor mir nahmen sich auffallend viel Zeit zum Wählen – angesichts von fünf Stimmzetteln allerdings auch verständlich (in Berlin findet auch die Wahl des Landesparlamentes sowie der Bezirksverordnungen statt und darüber hinaus ein Volksentscheid über Wohnungs-Enteignungen). Warum trotzdem in Wahllokalen wie meinem nur zwei Wahlkabinen vorbereitet waren, obwohl Platz für mehr war, lässt sich wohl nur mit den Besonderheiten Berlins erklären.

Eine Bekannte berichtete mir, in ihrem Wahllokal in Berlin-Schmargendorf seien die Wahlzettel ausgegangen und man habe die Wähler gebeten, später wiederzukommen. Diesen Vorfall konnte ich zwar noch nicht verifizieren. Aber die „Bild“ schreibt ebenfalls von fehlenden Wahlzetteln in Berliner Wahllokalen.  

Im Internet kursieren Bilder von Warteschlangen, die sehr viel länger sind als die hier von mir eingesandten, die mir der Abgeordnete schickte (etwa hier im Tagesspiegel).

Pikant: Wetten, dass die Regierung, die dafür verantwortlich ist, dass nicht mal Wahlen normal organisiert werden können, in Berlin heute bei der Wahl des Abgeordnetenhauses wieder eine Mehrheit bekommt? 

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Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!
Bild: privat 
Text: Boris Reitschuster

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