Laschets Masken-Panne Kurz nach "Notstands-Rede" bei Corona-Fauxpas ertappt

Erst gab sich Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet am Mittwoch noch knallhart. In seiner Lockdown-Rede betonte er voller Inbrunst die Gefahr durch das Virus und machte sich für strikte Maßnahmen stark. Darunter fällt auch die Pflicht zur Maske und zum Abstandhalten. Zitat: „Ein Notstand“ stehe uns allen bevor, wenn wir nicht „gemeinsam die Regeln akzeptieren und beachten“. Keine 60 Minuten nach diesem Appell tat Laschet dann offenbar genau das Gegenteil. Ein Schnappschuss eines anderen Fluggastes zeigt ihn auf dem Heimflug an Bord eines Flugzeugs, wie er sich aus seinem Sitz nach hinten dreht zu seinem Sprecher, und die Maske weit abseits von Mund und Nase baumelt. Der Abstand zu seinem Sprecher ist zudem deutlich geringer als die vom Robert-Koch-Institut vorgeschriebenen 1,50 Meter. Die sind in einem Flugzeug zwar kaum einzuhalten – aber man muss sich in diesem ja auch nicht unbedingt die Gesichter zuwenden und dabei die Maske abnehmen.

Interessant ist der Umgang der Medien mit der Regelverletzung. Die „Bild“ thematisiert sie groß. Andere dagegen wie das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“, das mehr als 50 Tageszeitungen mit seinen Artikel beliefert und teilweise im Besitz der SPD ist, verharmlosen: „Ein Sprecher der NRW-Staatskanzlei erklärte dazu, Laschet habe während des genannten Fluges sowie an den Flughäfen ‘selbstverständlich‘ einen Mund-Nasen-Schutz getragen. ‘Dies wurde lediglich – entsprechend der allgemeinen AHA-Regeln und den Vorgaben der Fluggesellschaft – für einen kurzzeitigen Moment zum Verzehr von Speisen und Getränken unterbrochen.‘“

Dass diese Aussage widersinnig ist, scheint das Redaktionsnetzwerk nicht zu stören. Denn auf dem Bild ist zu sehen, wie Laschet spricht und nicht isst und nicht trinkt. Man mag zu den Corona-Regeln stehen wie man will. Und Laschets „Masken-Panne“ mag eine Kleinigkeit sein, die bei anderen nicht der Rede wert wäre. Mehr noch: Es wäre schlimm, wenn jeder jeden überwachen würde und dann im Zweifelsfall auch noch Bilder von Verstößen postet. Aber bei denjenigen, die die Regeln durchsetzen, und ihre Einhaltung einfordern, ist das etwas anderes: Sie haben  sich selbst auch akribisch daran zu halten. Umso mehr in der Öffentlichkeit. Das gleiche gilt für Teilnehmer einer Talkshow, wenn sie, wie gerade bei Anne Will in der ARD, eine Stunde lang die Wichtigkeit der Regeln betonen und diese dann sofort brechen, sobald sie glauben, dass die Kameras ausgeschaltet sind (siehe hier). Hier zwingt sich geradezu die Frage auf: Wie stark ist ihr Glaube an  Schutzmaßnahmen, die sie selbst leichtfertig mißachten?

Und Medien sollten in solchen Fällen nicht in die Rolle der Regierungssprecher rutschen, wenn sie etwa wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland Laschets Fauxpas wie folgt kommentieren: «Der Sprecher betonte: ‘Die Einhaltung der AHA-Regeln ist für Ministerpräsident Armin Laschet nicht nur selbstverständlich. Er sieht sie als unbedingt notwendig an.‘»

Das hat schon was von Sozialismus. Und ist nicht neu. Merkels Sprecher Steffen Seibert antwortete auf der Bundespressekonferenz auf den Hinweis, dass in der Kabinettssitzung mit dem später positiv getesteten Jens Spahn die Corona-Regeln nicht eingehalten wurden und Bilder dies eindeutig belegten, genauso: Doch, alles wurde eingehalten. Es kann einfach nicht sein, was nicht sein darf.

Bild: 360b/Shutterstock
Text: br

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Maschinist
4 Monate zuvor

Diese ständige Medienkritik ist angebracht, aber….

..man sollte mal hinterfragen, warum das so ist. Das ist nicht nur das Duckmäusertum, das ist Bequemlichkeit und Sparzwang. Die heutige Presse außerhalb des ÖRR lebt davon, Werbung mit „irgendwas“ anzureichern, damit diese beachtet wird. Alle großen Verlags- und Medienhäuser hängen am Tropf der Werbeindustrie, weil der geizgeile Bürger nicht mehr abonniert.

Mit der geheimen Machtübernahme der Werbeindustrie und vermeintlich „kostenlosen“ Angeboten zog das Übel ein. In welchem Kontext wird denn Werbung noch hinterfragt? Umwelt? Nutzen? Demokratie? Nein, aus allen unangenehmen Fragen bleibt Werbung außen vor. Hell erleuchtete Innenstädte in den man nichts mehr kaufen kann – welchen PR-Fuzzy interessiert schon die Umwelt? Der „Profifußball“ verzichtet auf sein Gehalt, weil die Werbeeinnahmen nicht mehr laufen. An den Straßen stehen Videowalls, die 2 Kilowatt die Stunde für „Verbraucherinformationen“ verblasen. Bestimmt aus Windkraft – ohne diesen ganzen Zirkus könnte man wahrscheinlich 1/3 weniger Windmixer auf dem Acker aufstellen. Vielleicht – denn was Werbung an Ressourcen verbraucht ist so schwer zu ermitteln wie ein Staatsgeheimnis.

Zurück zur Presse:  Damit die Marge stimmt,  muss man eben bei den Ausgaben sparen, deshalb „berichten“ alle „direkt aus dem Ticker“ und eben fast wörtlich das gleiche.

Etwas anders sieht es bei den ÖRR aus. Da regiert in erster Linie das Beamtentum. „Wes‘ Brot ich ess, des‘ Lied ich sing“ und die gleichen Nachrichten direkt aus dem Ticker ersparen die Eigeninitiative und Verantwortung.
Der „unabhängige Journalismus“ ist faul und träge geworden und zieht seit Jahrzehnten die Faulen und Trägen an, weshalb sich auf den Hüften der Intendanzen so viel Fett angesammelt hat, daß man jede Jahr ein Milliardchen mehr zur Lebenserhaltung braucht.  Never change a running system – wobei der ÖRR nicht „running“ ist, sondern sich eher mit der Geschwindigkeit eines Schleimpilzes fortbewegt.

Aber in dieser „Demokratie“ kann man in keiner Weise darauf Einfluss nehmen. Der ÖRR ist so „unabhängig“, daß ihm von Staatsseite faktisch der offene Raubzug durch das Vermögen seiner Bürger gestattet wird. Kann man irgendeine Partei wählen, die das abschaffen will?
Glauben Sie, daß die AfD das machen wird ? Nein – die wird den ÖRR als das gleiche Machtinstrument missbrauchen wie alle anderen vorher.

Peter Tanner
4 Monate zuvor

Ja, Luschi hat ja recht. Falls durch die Maske einen Schaden entsteht, haftet ja der Träger selbst. Wäre mir auch zu riskant bei dem ganzen Kram den man da einatment (eigene Bakterien/Viren, vermehrt CO2, microplastik, Gewebefarbstoffe, etc.  alles hochkarziogen). Ausserdem ist Luschi ja Mitglied im ZK äh ich meine Ministerkonferenz. Die müssen das natürlich nicht, und sollten es auch nicht. Gott bewahre es stösse ihm etwas zu nur wegen so einem Lappen im Gesicht. Von daher, alles cool.

R. Syring
4 Monate zuvor

Es gibt aber auch durchaus positive Nachrichten, denn Dank Corona wurde die Influenza besiegt.

Laut WHO sind die Influenza Fälle seit April diesen Jahres um 98% zurück gegangen.

 

Oliver Graf
4 Monate zuvor

Die Wahrheit ist in dieser Zeit so sehr verdunkelt, und die Lüge so allgemein verbreitet, daß man die Wahrheit nicht erkennen kann, wenn man sie nicht liebt.

Blaise Pascal

Heinz Pricken
4 Monate zuvor

Laschet ohne Maske! Man stelle sich vor, Herr Gauweiler wäre betroffen gewesen. Das hätte garantiert für ein ZDF Spezial und einen Brennpunkt in der ARD gereicht.

Silvia B.
4 Monate zuvor

Auch im Bundestag finde ich es eigenartig, dass der Bundestagspräsident ohne Maske in einem Abstand von – dem Anschein nach – unter 1,50 m zu seinen Schriftführern sitzt.

Norbert Brausse
4 Monate zuvor

Ich bin gerade in den Besitz einer „Wiederverwendbaren Mund-Nasen-Maske“ gekommen, die ein Unternehmen an seine Mitarbeiter verteilt. Auf der Anwendungsbeschreibung finden sich folgende Hinweise: – Zur Anwendung über Mund und Nase – 100% Baumwolle  / Oekotex Standard 100 – Wiederverwendbar – Kochwäsche bei 60 Grad Desinfektionswaschmittel – Keine medizinische Atemschutzmaske und keine persönliche Schutzausrüstung – Keine Zertifizierung / nicht medizinisch geprüft – Maske bietet keinen Schutz vor Infektionen für den Träger – Nur für den alltäglichen Gebrauch – Vor dem ersten Tragen waschen

DIETMAR LOEHR
4 Monate zuvor

Ich kann mich irren aber hatte Prof.Bhakdi nicht in einem Interview gesagt, dass sogar die Frucht

Papaya positiv auf diese nichts sagenden PCR Tests ansprechen ?

Man könnte ja mal recherchieren ob die Verkaufszahlen von Papaya extrem gestiegen sind ?

Die mucken nicht rum und würden das gewünscht Ergebnis bringen.

Der Regierung ist jetzt alles zu zutrauen.

Ingo
4 Monate zuvor

Gilt der 1,50m Abstand auch zuhause?

Facherfahrener
Antwort an  Ingo
4 Monate zuvor

Ja, wenn Sie so einen langen haben!

Eberhard Geike
4 Monate zuvor

Keine Sau weiß, was Gesundheit ist, die Medizin kennt 44.000 Krankheiten.
Aber Bioterrorist Merkel weiß, was vor Corona schützt.
Der Mundschutz bei einer OP, der Keime an die Wunde vermeidet, hat andere Standards und Verwendungszeiten.
Makaber hinten dran
Der „Maulkorb“ erfüllt seinen politischen Zweck. Mein Immunsystem hält das Virus von mir weg