Lauterbach will jetzt alle Herzinfarkt-Toten nach Infektion als „Corona-Tote“ zählen Dubioser Vorstoß – Fachleute schütteln nur noch den Kopf

Karl Lauterbach wirkt, als stünde er mit dem Rücken zur Wand. Weil ihm das Narrativ wegschwimmt. Und die relative Harmlosigkeit der aktuellen Corona-Varianten immer schlechter zu verheimlichen ist – vor allem gegenüber den Menschen, die sich nicht nur in den großen Medien informieren und/oder Kontakte ins Ausland haben.

Was sich der Minister heute bei der Vorstellung der neuen Impfkampagne mit dem Titel „Ich schütze mich“ erlaubt hat, ist ungeheuerlich. Und fast noch ungeheuerlicher ist, dass es von den großen Medien keines aufgreift. Es sei keine Angstkampagne.

Durch eine Corona-Infektion steige für ein Jahr auch die Wahrscheinlichkeit, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, sagte der Minister am Freitag laut „Zeit“ auf der Bundespressekonferenz: „Derjenige, der jetzt Corona gehabt hat und sechs Monate später an einem Herzinfarkt stirbt, der kommt nie in die Corona-Statistik“. Die müssten aber eigentlich auch gezählt werden, denn der Mensch wäre ohne die Infektion nicht gestorben, so der Minister. Diese Verharmlosung sei nicht angemessen.
Wie bitte? Nein, Sie haben sich nicht verlesen. Während gerade der oberste Arzt von Florida Männern unter 40 von der Corona-Impfung abrät, weil die Zahl „herzbedingter Todesfälle bei Männern im Alter von 18 bis 39 Jahren innerhalb von 28 Tagen nach einer mRNA-Impfung um 84 Prozent ansteigt“, will unser deutscher Gesundheitsminister alle Tode nach Herzinfarkten automatisch als Corona-Todesfälle in die Statistik eingehen lassen.

Bin ich hier als Laie völlig falsch aufgestellt, oder ist diese Forderung einfach nur unfassbar, fragte ich mich. Und war, obwohl ich es gewohnt sein sollte, bestürzt, dass auf der Bundespressekonferenz niemand Lauterbach wegen dieser Aussage zerlegte.

Um eine klare Antwort zu bekommen, rief ich den früheren Gesundheitsamtschef und gelernten Epidemiologen Friedrich Pürner an. Mit der Bitte um eine Einschätzung als Arzt und Fachmann.

„Ich tue mich schwer, zu glauben, dass diese Aussage von einem Arzt so getroffen wurde“, antwortete mir der Mediziner: „Wenn Lauterbach das allerdings tatsächlich so gesagt haben soll, habe ich erhebliche Zweifel an seinem medizinischen Sachverstand. Jemanden in die Statistik aufzunehmen als Corona-Toten, nur weil er ein halbes Jahr vor einem Herzinfarkt eine Corona-Infektion hatte, ohne jeden Beleg für einen Zusammenhang, das entbehrt jeder statistischen und wissenschaftlichen Grundlage. Da fallen mir Wörter ein, aber meine Höflichkeit verbietet mir, diese auszusprechen.“

Falsche Denkmuster?

„Wenn Lauterbach so denkt, dann müsste das Gleiche logischerweise auch für die Impfung gelten“, sagte Pürner. „Warum nach der Impfung einen Zusammenhang ausschließen, aber umgekehrt nach einer Infektion den Zusammenhang automatisch herstellen? Wir haben da im Kopf einen Denkfehler, weil wir Impfung von Haus aus mit etwas Positivem verbinden, und dazu neigen, Krankheiten mit anderen Krankheiten in Verbindung zu bringen, aber nicht mit einer Impfung. Dieses Denkmuster nützt Lauterbach offenbar aus.“

Für mich liegt hier zumindest der Verdacht auf der Hand, dass es sich um ein gigantisches Ablenkungs- und Vertuschungsmanöver handelt: Folgen der Impfung sollen als Folgen von Corona-Infektionen abgetan werden.

Zwischen beiden zu unterscheiden, ist unmöglich, erklärt Arzt Pürner: „Infektionen und Impfungen addieren sich, wenn es um die Gefahr von gesundheitlichen Folgen geht“. Es sei unseriös, zu diagnostizieren, ob diese von Impfung oder Infektion stammen: Das könne man nicht ernsthaft unterscheiden.

Wie praktisch für Lauterbach & Co.

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