Unfassbar: Jetzt sollen wir auch im Freien wieder Maske tragen! Spiegel-Kolumnistin macht wegen "Long Covid" Stimmung bei staatlicher "Aufklärungskampagne"

Sehen Sie hier das Video zu diesem Beitrag

Diesen Artikel muss ich mit einem Geständnis beginnen: Ich bin nicht ganz unvoreingenommen bei dem Thema. Denn seit führende Aerosolforscher im April 2021 darlegten, dass es im Freien so gut wie keine Ansteckungsgefahr gibt, und darüber wissenschaftlicher Konsens herrschte, habe ich gewisse Vorurteile gegenüber Menschen, die Masken im Freien tragen. Die Forscher schrieben damals in einem offenen Brief an Kanzlerin und Minister, wie auch hier zu lesen war: „Die Übertragung der SARS-CoV-2-Viren findet fast ausnahmslos in Innenräumen statt. Übertragungen im Freien sind äußerst selten und führen nie zu ‚Clusterinfektionen‘, wie das in Innenräumen zu beobachten ist“.

Manchmal ertappe ich mich auch dabei, dass meine Vorurteile noch weiter gehen – und ich mir, wenn ich jemanden bei sonnigem Wetter auf menschenleerer Straße mit OP-Maske sehe, ein gewisses negatives Bild über die Informiertheit des Betroffenen mache. Das mag unschön sein und unrichtig – aber wer kommt schon immer erfolgreich gegen seine Gedanken an?

So, genug der Vorgeschichte. Jetzt zur Sache. In der Berliner Zeitung, früher SED-Zeitung und heute mit einem Ex-Stasi-Mitarbeiter als Eigentümer, las ich heute folgende Überschrift: „Margarete Stokowski: ‘Ich kann nur dazu raten, auch im Freien Maske zu tragen‘“. Weiter ist da zu lesen: „Gesundheitsminister Karl Lauterbach startet die Aktion „Ich schütze mich“ zur Corona-Vermeidung. Die Autorin Margarete Stokowski berichtet von ihrem Long Covid.“

Auch gegenüber Lauterbach und Stokowski bin ich voreingenommen. Lauterbach halte ich für einen Fanatiker und für verhaltensauffällig. Spiegel-Kolumnistin Stokowski ist in meinen Augen eine der besonders lauten und grellen Stimmen im rotgrünen Kulturkampf gegen die freiheitlich-demokratische, pluralistische Grundordnung der Bundesrepublik. Die Journalistin sympathisiert offen mit der verfassungsfeindlichen, linksextremen „Antifa“.

merch

„Margarete Stokowski ist ein Gesicht der Kampagne ‘Ich schütze mich‘. Sie selbst leidet an Long Covid“, heißt es in dem Beitrag. Lauterbach und Stokowski als Frontfiguren bei einer staatlichen „Aufklärungskampagne“, gemeinsam auf der Bundespressekonferenz – in meinen Augen haben sich da zwei gefunden. Ich will jetzt gar nicht auf das Phänomen Long Covid eingehen. Dazu gäbe es einiges zu sagen, und auf meiner Seite wurde mehrfach darüber berichtet (siehe den Beitrag „Scheinriese Long-Covid: Kaum körperliche Beeinträchtigungen – Fast immer lagen psychosomatische Probleme vor“ über eine Studie zu dem Thema). Die 36-jährige Stokowski lässt seit Monaten die Öffentlichkeit via Twitter an ihrer Krankheitsgeschichte teilhaben. Meine Sache wäre das nicht, aber es sei ihr unbenommen. Ich wünsche ihr in jedem Fall gute Besserung.

Bemerkenswert ist, was weiter in dem Artikel steht: „Nun hat sie auch auf einer Pressekonferenz von ihrer Erkrankung erzählt. Sie habe sich im Januar zum dritten Mal gegen Corona impfen lassen, sich danach infiziert, zunächst milde Symptome entwickelt, dann aber die typischen Langzeitfolgen gespürt: heftige Kopfschmerzen, Fatigue, Brainfog. Erst jetzt trete langsam ein wenig Besserung ein.“

Die streitbare Stokowski ist laut „Berliner Zeitung“ eine von insgesamt 84 Personen, die von jetzt an berichten sollen, warum sie sich weiter gegen das Virus schützen: „Täglich soll ein neuer Kronzeuge präsentiert werden. Einer pro eine Millionen Einwohner in Deutschland, und die 84 Millionen, an die sie sich wenden, sollen sensibilisiert werden für die Infektionswelle, die für Herbst und Winter erwartet wird und teilweise schon begonnen hat.“

In anderen Ländern kein Thema

Tweet von Stokowski, den sie später löschte

In dem Bericht folgt eine lange Schilderung von Stokowskis Leiden bzw. die Nacherzählung ihrer eigenen Schilderung. Das ist okay so. Merkwürdig nur, dass die Leiden von Menschen, die nach der Impfung an massiven Nebenwirkungen leiden, nur selten derart ausführlich und breit geschildert werden in den großen Medien. Und auch die Politik keine derartigen Aktionen macht wie jetzt Lauterbach und sein Ministerium mit Stokowski und Co. in der Bundespressekonferenz. Merkwürdig ist auch, dass in vielen anderen Ländern Long Covid kein Thema ist, zum Beispiel in den osteuropäischen Ländern, die ich gut kenne.

Dass Lauterbach & Co. immer wieder die Impfung als wirksamen Schutz gegen Long Covid angepriesen haben, nun aber mit Stokowski jemand darüber klagt, der dreifach geimpft wurde – das wird nicht thematisiert in dem Bericht der Berliner Zeitung. Und auch auf der Bundespressekonferenz wird es nur kurz und handzahm angesprochen, ohne wirklich kritisches, hartes Nachhaken. Dabei liegt auf der Hand, was Leser Fritz Frei hier unter dem Artikel kommentierte: „Lauterbach macht mit einer jungen Mehrfachgeimpften, an Long-Covid leidenden Frau Werbung für Impfstoffe die genau das verhindern sollen. Da fehlen mir die Worte!“

Ebenso umschifft wird die Frage, ob es sich nicht um Folgen der Impfung handeln könnte als die von Covid. Diese Frage ist offenbar aktuell die Mutter aller Tabus im polit-medialen Komplex. Das Thema wird nicht einmal angedeutet. Weder von der Berliner Zeitung, noch den Hofjournalisten in der Bundespressekonferenz. Nicht zufällig, wie Kritiker meinen: Infektionen und Impfungen addieren sich, wenn es um die Gefahr von gesundheitlichen Folgen geht“. Es sei unseriös, zu diagnostizieren, ob diese von Impfung oder Infektion stammen: Das könne man nicht ernsthaft unterscheiden.

„Es handelt sich nicht um eine Angstkampagne“, zitiert die Berliner Zeitung den Minister, ohne klar zu machen, worauf sich diese Aussage bezieht. Auf Lauterbachs eigenes Agieren? Haben wir es mit Projektion zu tun? Fragen über Fragen.

Menschen im hohen Alter sterben

Weiter steht da, dass sich Lauterbach beklagte, „dass es viele Bürger nicht mehr interessiere, dass vor allem betagte Menschen jenseits der 75 immer noch an Covid-19 sterben könnten.“ Ich bin kein Arzt. Habe mir aber von Ärzten sagen lassen, dass betagte Menschen jenseits der 75 (und auch jüngere) auch an Grippe sterben können. Und das leider oft auch tun. Jeder einzelne Tod ist eine Tragödie. Aber in hohem Alter kommt er nun einmal vor.

Ganz am Schluss des Beitrags kommt dann die Aussage, die mich auf die Palme gebracht hat – und zu diesem Artikel veranlasst: „Das mit den Masken in Innenräumen geht Margarete Stokowski nicht weit genug. Sie sei sich sicher, dass sie sich an der frischen Luft angesteckt habe. Sie sagt: ‘Ich kann nur dazu raten, auch im Freien Maske zu tragen.‘“ Lauterbach traut sich offenbar nicht (mehr), diese Forderung selbst vorzubringen – dafür lässt er das Stokowski neben sich erledigen.

Stokowski (links) und Lauterbach auf der BPK.

Nochmal: Die führenden Aerosol-Wissenschaftler halten Ansteckungen an der frischen Luft für kaum möglich. Noch weniger dürfte die Wahrscheinlichkeit sein, dass jemand genau weiß, dass er sich an der frischen Luft angesteckt hat (es sei denn, etwa beim Küssen, aber dann hat das wohl wenig mit der frischen Luft zu tun und eine Maske hätte auch nicht geholfen). Warum konfrontiert niemand von den BPK-Journalisten Stokowski mit diesem Widerspruch? Warum kommt sie damit unwidersprochen durch?  „Die Aussage von Stokowski ist absoluter Blödsinn“, sagt Epidemiologe Pürner. Zwar könne ein längerer, intensiver Austausch mit jemandem offensichtlich Infizierten in nächster Nähe auch im Freien zur Ansteckung führen – aber solche Situationen könnte man auch ohne Maske vermeiden. Etwa durch Abstand. Dass Stokowski sich sicher ist, sich in der frischen Luft angesteckt zu haben, und genau daraus die Forderung ableitet, Maske zu tragen, wirke in höchstem Maße unwissenschaftlich, findet der Arzt. Dabei sind es Leute wie Stokowski und Lauterbach, der sie stolz der Öffentlichkeit präsentierte, die Kritiker ihres Corona-Fanatismus vorwerfen, wissenschaftsfeindlich zu agieren.

Rational ist all das nicht mehr zu erklären.

Oder zumindest nicht, solange man nicht gewisse religiöse Züge unterstellt.

+++Aktualisierung+++:
Stokowski schrieb, wie ein aufmerksamer Leser mir mitteilte, im Januar auf Twitter: „angesteckt höchstwahrscheinlich am Samstag als ich eine Freundin auf der Straße getroffen hab und ca. 10 Minuten unterhalten (draußen, ne) also wenn ihr denkt Leute die draußen Maske tragen sind paranoid leider nein.
Das kommentiert ein Arzt wie folgt: „Sie schreibt ‘höchstwahrscheinlich‘… und wie kann das sein. War die Freundin krank und positiv? Was macht sie dann draußen? War sie nur krank? Dann hält man halt Abstand. War vor Corona auch schon so. Asymptomatisch und dann jemanden infizieren? Bei 10 Minuten Kontakt in der frischen Luft? Eher unwahrscheinlich. Dieser so genannte Face to Face Kontakt war auch nur in Innenräumen wichtig. Im normalen Leben halten Menschen bestimmte Abstände ein. Vor allem draußen im Gespräch. In Innenräumen ist das oft durch die Bestuhlung in Besprechungen nicht möglich. Im Aussenbereich schon. Da werden die natürlichen Zonen eingehalten.“

Mein Video zu diesem Beitrag:


PS: Der bereits mit einem kurzen Auszug erwähnte Leserkommentar von Franz Frei:

Lauterbach macht mit einer jungen Mehrfachgeimpften an Long-Covid leidenden Frau Werbung für Impfstoffe die genau das verhindern sollen.

Da fehlen mir die Worte!

Das ihr an der Impfung nichts auffällt, dass schockiert mich schon gar nicht mehr!
Das sie dann aber noch erzählt, dass sie vorher Gesund war und nur Schilddrüsentabletten nimmt, aber das hat damit ja gar nichts zu tun, das machen viele junge Frauen. Da hört es dann endgültig auf!
Und für alle die nicht 1 und 1 Zusammenzählen können oder das erste Suchergebnis bei Google anklicken können:
Symptome Long Covid:

Zu den häufigsten Beschwerden zählen Müdigkeit, Erschöpfung und eingeschränkte Belastbarkeit (Fatigue), Kurzatmigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, Schlafstörungen sowie Muskelschwäche und -schmerzen. Auch psychische Probleme wie depressive Symptome und Ängstlichkeit sowie Störungen von Geschmack und Geruch werden häufig berichtet.

Und jetzt Schilddrüsenunterfunktion:

Typische Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion sind:

Müdigkeit, erhöhtes Schlafbedürfnis, Antriebslosigkeit, Teilnahmslosigkeit. Verlangsamte Reflexe. Gedächtnisschwäche, depressive Verstimmungen

Nah? Klingelts?

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

Heilkraft Werbebanner

Bild: Shutterstock / Screenshot Youtube/Phoenix

Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd, besagt ein chinesisches Sprichwort. Meine Seite, erst im Dezember 2019 gestartet, hat inzwischen bis zu 53,7 Millionen Aufrufe – im Monat. Und sie hat mächtige Feinde. Ihre Hilfe ist deshalb besonders wertvoll! Mit jedem Euro setzen Sie ein Zeichen, ärgern gebühren-gepolsterte “Haltungs-Journalisten” und leisten einen wichtigen Beitrag, Journalismus ohne Belehrung und ohne Ideologie zu fördern – und millionenfach zu verbreiten. Ganz herzlichen Dank!
Meine Bankverbindung: Empfänger Boris Reitschuster, Verwendungszweck: Zuwendung, IBAN: DE30 6805 1207 0000 3701 71 (alternativ: LT18 3190 0201 0000 1014, BIC: TEUALT22XXX).
Bitcoin: Empfängerschlüssel auf Anfrage.
Möglichkeiten für eine Patenschaft: Via Dauerauftrag auf die obige Bankverbindung. Unterstützen Sie meine Arbeit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert