LESBOS BRENNT! Wie die EU nach Griechenlands Inseln greift Frontbericht IV von Rebecca Sommer: Erster Schritt zum EU Staat in der Ägäis?

Frontbericht IV von Rebecca Sommer

Lesbos, 17.9.2020: Ich stehe mit einer Gruppe von Griechen vor dem Regierungsgebäude in Mythilini. 

Wir warten vor dem Regierungsgebäude auf den Gouverneur Costas Moutzouris. Dieser ist direkt vom Volk gewählt, gehört keiner Partei an und vertritt alle nord-ägäischen Inseln. Ein echter Volksvertreter, dem alle vertrauen.

Die Gruppe, die auf Moutzouris wartet, besteht aus entschlossenen Widerstandskämpfern, die sich immer wieder gegen die Errichtung eines ständigen festen Riesen-Aufnahmelagers für Asylsuchende stemmen. Ich kenne sie seit Mitte Juli, seitdem ich auf Lesbos bin.

Sie wollen ihre Insel zurückhaben, dass endlich wieder Friede einkehrt und die Landnahme von asylsuchenden Migranten auf der Insel Lesbos endlich ein Ende hat. Stattdessen erhöht die Regierung ständig den Druck, mit Bauverträgen für die Errichtung von weiteren Riesenzentren zur Unterbringung der illegalen Migranten, von denen die Insulaner aber nur nach geschaffenen Fakten erfahren.

Auf dieser Insel mit ca. 80 000 Bewohnern, die sich noch vor Corona 40 000 Migranten gegenübersahen, gibt es viele dieser Entschlossenen. 

Der Aufstand der Einheimischen im Februar, gegen die weitere Errichtung eines riesigen Aufnahme- und Asylverfahrenzentrums machte weltweit Schlagzeilen. Es kam zu erbitterten Auseinandersetzungen zwischen Einheimischen und Sondereinheiten der Polizei. Auf der Insel Chios geschah dasselbe, dort wurden die vom Festland einberufenen Spezialtruppen (MAT) in ihren Hotels aufgesucht und von den migrationsbedrängten und wütenden Insulanern regelrecht verprügelt.

Man fühlte sich an uralte Zeiten erinnert, als man die Schlagzeilen las. Die Insulaner wurden zu heroischen Hellenen, die, ob jung oder alt, ob reich oder arm, ob hochgebildet oder einfacher Olivenbauer, zur Revolte aufstanden. Entschlossen, strategisch gewieft und mutig trotzten sie den vom Festland kommenden Sondereinsatz-Truppen.

Gestern (16.9.2020) noch war Gouverneur Costas Moutzouris in Athen, um den von ihm initiierten Ratsentschlusses: „Wir wollen unsere Insel zurück und den Abzug aller illegalen Migranten“ dem griechischen Premierminister zu unterbreiten. Aber auch hier ist nichts so einfach, wie man es sich denkt.

Über sein Sekretariat teilte der eine Bürgermeister von Mytilene, Stratis Kytelis, dem Regionalgouverneur zuerst mit, dass er nicht an der gestrigen außerordentlichen Ratssitzung teilnehmen würde, die von Costas Moutzouris einberufen worden war, um eine Beschluss-Entscheidung wegen der Entwicklungen in Kara Tepe zur Einreichung in Athen zu erwirken. Nun muss man dazu wissen, dass gerade in der Hauptstadt Mytilene inzwischen persönliche Interessen überwiegen, die von einer Asyl- und Migrationsindustrie profitieren.

Es kam aber letztendlich gestern dann doch zu dem Moutzouri-initiierten Beschluss, dass sich die Insel nicht einverstanden erklärt mit einem ständigen festen Mammut-Lager, welches nun, nachdem das Moria-Camp durch Brandstiftung seitens der Migranten komplett abgebrannt ist, bei Kara Tepe liegen soll.

Die ersten 4000 asylsuchenden Migranten sind inzwischen in die funkelnagelneuen, teuren Qualitätsfestzelte eingezogen, weitere folgen heute. Die von der Schweiz finanzierten professionellen Langzeit-Edelstahl-Wassertanker für die Sanitären Anlagen für zig-zehntausende Menschen sind inzwischen auch angekommen. Allerdings wurden diese, sehr zum Ärger der Griechen, aus der Türkei gebracht und mutmaßlich dort auch eingekauft. 

Ich stelle folgende Behauptung auf: Es wird auch in Kara Tepe wieder und wieder brennen. Wann begreift Europa endlich, mit was wir es tatsächlich zu tun haben?

mvg

Gerade erst eben wurden einem Bauern bösartig vier Felder und Stallgebäude abgebrannt. Er verlor 200 Tiere. Weil er einer der letzten war, der sich der Landbesetzung von illegalen Migranten um das Moria-Camp jahrelang und bis zum bitteren Ende widersetzte. Nun, schon längst nach Kara Tepe umgezogen, kehrte man also extra noch mal zurück. Man wollte diesem Bauern schaden und ihn strafen. 

Auf der Insel Chios tobt inzwischen eine Migrantenrebellion, auf Samos, am Fluss Evros, brennen überall die Feuer, so wie auch hier auf Lesbos. Das ist die Realität. Meist gut angezogene, asylsuchende Migranten mit teuren Handys legen Feuer, um unseren Kontinent, uns alle, zu erpressen. Angestachelt von NGOs, die man so gar nicht nennen sollte, denn sie agieren wie ein verlängerter Arm von „NO Borders- Nobody is Illegal“, Politikern a la Merkel & Co, und den Interessen der U.N. und EU, die, wie das hervorragende Beispiel Katrin Göring-Eckardt zeigt, die uns mit Migration überschwemmen wollen.

Derweil wurde der von den Insulanern geliebte Regionalgouverneur und echte Volksvertreter aller nordägäischen Inseln, die seit 2015 allesamt von Migranten aus der Türkei kommend überflutet worden sind, in Athen nur von der rechten Hand von Kostas Mitakis empfangen. Denn Athen hat schon längst andere Pläne über die Köpfe seiner „Untertanen“ hinweg mit Deutschland geschmiedet, will sagen mit von der Leyen, die urplötzlich die EU-Kommissionschefin geworden ist. Oder hat Athen mit der jetzigen EU-Chefin verhandelt, ebenfalls Deutschland? Auf jeden Fall alles Deutschland. 

Generell wird man immer alarmierter, je tiefer man in die deutsche NGO-Antifa-Welt hier vor Ort schaut. Es ist natürlich kein Zufall, wenn vor dem Bundestag 13.000 Stühle aufgestellt werden, um unter der Parole „Wir haben Platz“ die Aufnahme aller 13.000 Bewohner des Lagers in Moria in Deutschland aufzunehmen und nur wenig später das Flüchtlingscamp angesteckt wird und kommunistisch geprägte Politiker pünktlich zum ebenfalls durch „NGO“-Aktivisten organisierten Migrantenprotest erscheinen und dort vor bewusst inszenierten Lügenbilder vor der deutschen Presse zu sprechen.

So fällt mir nicht nur der für Antifa und Seawatch Sympathien zeigende Erik Marquardt, EU-Abgeordneter der „Grünen“, auf, der sich anscheinend seit Wochen und Monaten hier auf der Insel herumtreibt. Hat er die ebenfalls Grüne Katrin Göring-Eckardt vorab informiert? Oder warum war diese sonst so schnell hier?

Dieser Erik Marquardt ruft derzeit zu “LeaveNoOneBehind” auf, drückt dabei auf die Tränendrüse und verschweigt die Wahrheit. Demnach hat Moria einfach gebrannt, kein Wort davon, dass das Lager bewusst von den illegalen Migranten abgefackelt wurde, um Druck auf die EU und Griechenland auszuüben. In diesem Zusammenhang sei auf das neueste Video von Erik Marquardt verwiesen.

Man sollte es sich anschauen, nicht zuletzt, weil der Moria Brand nach einer gewaltigen PR Kampagne riecht.

Je intensiver ich mich mit den Vorgängen hier beschäftige, desto wahrscheinlicher wird, dass es sich um eine lange vorbereitete und politisch-koordinierte Inszenierung zu handeln scheint. Dahinter stecken vielleicht wirklich einfach nur knallharte Interessen, die Menschen Schachfiguren sind.

Deutschland versucht gerade, innerhalb seiner EU-Präsidentschaft einen EU Migrations- & Flüchtlingspakt durchzudrücken. Der Brand und dessen Folgen kommen da wie gerufen. Oder anders ausgedrückt: “Wie gerufen, so bestellt?”

Gouverneur Moutzouris kommt aus dem Regierungsgebäude heraus. Sein hellgrünes und sein hellbraunes Auge schauen mich beide an, während ich über den geplanten Besuch des linken Politikers Gysi in Athen berichte, und von meiner unerschütterlichen Überzeugung, dass sich die EU zuerst einen Teil von Lesbos krallen wird, letztendlich aber ein Auge auf alle Inseln vor der Türkei hat. Ziel scheint zu sein daraus feste und beständige Ankunfts- und Asylverfahrenzentren zu machen. 

Außenpolitisch ist Deutschland entscheidend für den Konflikt zwischen der Türkei und Griechenland.

Den stets aggressiven Akten der Türkei im Wasserhoheitsgebiet der Griechen steht Griechenland kampfbereit entgegen. Bald, so befürchten auf der Insel alle, wird es knallen. Die Franzosen sind dort vor Ort, sind also auf der Seite der Griechen und bereit militärisch einzugreifen. Die Haltung der Bundesregierung im Konflikt Griechenland/Türkei ist, dass die Türkei mit ihrem Vortrag nicht ganz Unrecht hat und dieser nicht von der Hand zu verweisen ist. Diese drängt also auf Verhandlungen, wobei ich mich frage, was gibt es zu verhandeln, wenn einem ein Territorium gehört? 

Es geht zunächst einmal vordergründig um die kleine Insel Kastellorizo, um Öl und Gasvorkommen. Die Haltung von Frankreich ist, dass die Türkei noch nie Seerecht in Anspruch genommen hat und dass das ein rechtlich nicht gedecktes, neues Anliegen der Türkei wäre. 

Vor Wochen wurde eine Vereinbarung zwischen Griechenland und Ägypten bzgl. der Wassergrenzen geschlossen. Die Türkei hat, wie gewohnt beleidigt und erzürnt wegen des Ägypten-Deals, die Gespräche abgebrochen.

Eigentlich müsste die Nato Griechenland beistehen, da die Türkei ständige Territorialverletzung begeht. Aber da die Türkei ein Mitgliedstaat der Nato ist,  wäre das ein Konflikt innerhalb der Nato. Dafür gibt es, erstaunlicherweise, keine genauen Richtlinien wie das Bündnis bei solch einer Situation handeln muss. Ich habe jedenfalls nichts dazu gefunden. Was machen die da eigentlich, wenn die Regeln und Verträge erarbeiten und bindend unterzeichnen, wenn die solch eine Situation nicht einmal bedenken?

Der zweite Konflikt, ebenfalls von Erdogan angestachelt, sind die Flüchtlinge. Die Griechen finden, dass es nicht ihr Problem sein sollte. Vielmehr habe das Verhalten Deutschlands 2015 sowie die Regeln der EU die Migrantenflut verursacht. (Dazu sollte man sich das Abkommen zwischen Zypern und dem Libanon ansehen. Funktioniert hervorragend).

Die griechische Regierung selber meint, man müsste für die illegalen Migranten auf Lesbos ein neues Riesenlager aufbauen, welches nun, so wie es scheint,  unter der EU Verantwortung stehen soll.

Dieser Vorschlag, das Filetlandstück um Kara Tepe herum, am Meer gelegen mit Blick auf die Türkei, nun der EU zu übergeben, soll direkt von der weichgeklopften griechischen Regierung kommen.

Dieses Konzept könnte auf die anderen Inseln ausgeweitet werden.

Es würde gewissen Deutschen, der EU und UN absolut passen, eine ständige Inselkette zwischen dem Orient und Europa für sich zu haben, um der weiteren, schon längst beschlossenen Umsiedlung und Implantation von Massen an Einwanderern vorerst zu beherbergen, durch das Asylverfahren zu schleusen und dann nach gewissen Berechnungen, Bruttosozialprodukt, Bevölkerungsdichte etc. auf die EU Regionen (ich sage bewusst nicht mehr Länder) zu verteilen. 

Das wäre der erste Schritt, mit dem Griechenland einen Teil seiner Insel aufgibt und das Einfallstor für weitere Landnahme eines alles fressenden EU-Systems.

Das wäre dann auch genau betrachtet das erste EU-territoriale Gebiet, jedwede nationale Souveränität könnte dann möglicherweise in Kara Tepe nicht mehr gelten.

Nachtrag, 18.9.2020, Frühmorgens: Inzwischen brennt es im Flüchtlingscamp auf der Insel Samos, in Chios ein Migrantenaufstand. In Kara Tepe und drumherum lodern schon wieder riesige Feuer. 

Die Brandstifter sind Politiker wie Katrin Eckardt Göring, EU-Parlamentarier wie  Erik Marquardt und alle No-Borders-Antifa-Leute und die abhängige, ideologisierte Presse. Sie sind diejenigen die, die mit ihrem Agieren die Flammen zündeln und fächern, um diese zu einem Großbrand in ganz Europa werden zu lassen.

Heute um 10:00 Uhr hat Governeur Moutzouris zu einer nichtöffentlichen Versammlung mit den zwei Bürgermeistern der zwei Gemeinden von Lesbos, Leutnants, Geschäfts- und Hotelinhaber einberufen. Er würde gerne einen Protest Lock-down auf der Insel bewirken. 

Während ich mit den Einheimischen vor dem Rathausgebäude die Verhandlungen abwarte dringt aus den Rathausfenstern heftigen Streit bis zu uns.  Viele der Herumstehenden hören stumm mit gesenktem Kopf zu, andere kommentieren untereinander und sind wütend.

Nach dem Meeting filme ich ein Interview mit Costas Moutzouris, wo er mir u.a. erklärt wie die Verhandlung ausgegangen ist. Man hat sich nicht einigen können. In diesem Video erklärt er die drei unterschiedlichen Positionen.

Dabei denke ich an die Worte der Einheimischen die unten vor dem Rathaus gewartet haben: Wir Hellenen werden um unsere Insel kämpfen!

Hier noch einmal der vorherige Video-Frontbericht von Rebecca Sommer von Lesbos:

Rebecca Sommer ist eine internationale, seit 2012 in Berlin sesshafte deutsche Menschenrechtlerin, Künstlerin, Journalistin, Fotografin, und mehrfach preisgekrönte Filmemacherin. Bis zu ihrer Rückkehr nach Deutschland 2012 engagierte sie sich mit ihrem speziellen beratenden Status bei den Vereinten Nationen (ECOSOC) im UN-Hauptquartier als auch in Genf für Menschenrechte, mit speziellem Fokus auf Indigene Völker und Völkerrecht. Sie arbeitete über eine Dekade lang mit dem OHCHR und dem UNPFII, aber auch mit bei Flüchtlingsangelegenheiten und mit dem UNHCR zusammen. Über eine Dekade lang nahm sie an den UN-Verhandlungen zur Deklaration der Rechte Indigener Völker teil, die auch durch ihre Mitwirkung 2007 von fast allen Staaten adoptiert wurde.
Sie besuchte und unterstützte unzählige Indigene Völker auf der ganzen Welt und brachte Menschen- und Völkerrechtsdokumentationen bei den UN vor, organisierte Kampagnen und klärte über die Menschenrechtsverletzungen gegen Indigene Völker in UN-Berichten, in Bild, Schrift und Film auf. Als gefragte Indigenen -Völkerrechtsexpertin produzierte sie im Auftrag der Vereinten Nationen den Film „Indigene Völker und die UN“. Weiterhin nahm sie bis 2014 an den UN-Klimaverhandlungen (UNFCCC) teil und ist war Mitglied in der UN Major Group „Climate Justice Now“ und Mitglied im U.N. NGO Menschenrechtskommittee. Sie arbeitete als Redakteurin in großen britischen Zeitschriften wie Scene, The Face und Spirit Magazine und in amerikanischen Zeitschriften wie Black Book und Madison. Sie lebte und arbeitete in Indien, Groß-Britannien, Brasilien, Südafrika und in den USA. Seit dem Jahr 2012 engagiert sie sich für die Menschenrechte von Flüchtlingen in Europa und gründete und leitet bis heute die „Arbeitsgruppe Flucht + Menschenrechte“ (AG F + M), ein Netzwerk, welches Flüchtlinge in Berlin unterstützt. 2018 gründete sie die nichtinstitutionalisierte Initiative an der Basis und ist für diese die Verantwortliche im Sinne der Presse (V.i.S.d.P.)

Bilder und Text : Rebecca Sommer

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