Linksradikale „Seenotretter“ kaufen Pässe von Taliban Mission Lifeline will privates Auswärtiges Amt sein

Von Alexander Wallasch

Was an dieser Geschichte am meisten überrascht, ist die Dreistigkeit des Vorgehens: Die selbsternannten „Seenotretter“ der linksradikalen Nichtregierungsorganisation (NGO) Mission Lifeline aus Dresden werben aggressiv um Spendengelder mit dem Argument, sie müssten Pässe finanzieren, um Familien aus Afghanistan zu holen.

Warum das die Büchse der Pandora ist, wenn die deutsche Antifa zur See jetzt offen damit wirbt, mit den Taliban gemeinsame Sache (vermeintlich für eine gute) zu machen, gleich im Folgenden. Vorab, was gestern passiert ist:

Axel Steier ist Gründer, Vorsitzender und Sprecher der linksradikalen NGO. Auf Twitter schreibt er, jeder hätte das Recht, vor den Taliban abzuhauen: „Gewissenlos, wer den Flüchtenden den Weg versperrt.“ Aber eigentlich müsste das ja an die Anrainerstaaten adressiert sein.

Ist es aber nicht. Das Bestreben der NGO ist es, all diese Menschen als vermeintliche „Ortskräfte“ nach Deutschland zu holen. Wer das nicht gutheißt, ist laut Steier gewissenlos. Seit klar ist, wer Deutschland in Zukunft regiert, drehen diese privaten Organisationen frei: Die von den Grünen schon länger geforderte staatliche Finanzierung rückt näher und damit die Erhebung in den Rang einer staatlichen „Seenotrettung“.

Aber noch etwas ganz anderes ist alarmierend, in vielerlei Hinsicht: Steier ruft via Twitter auf aggressive Weise dazu auf, Pässe zu finanzieren: „Ich habe gerade das Angebot 100 Menschen zu evakuieren. Kosten: 70.000 €. Ich habe das Geld nicht. Was würdet Ihr tun?“

Aber über welche Kanäle kam das Angebot? Worum geht es hier genau? Und was wissen die deutschen Dienste vom Treiben der deutschen NGO Mission Lifeline?

Kann es tatsächlich sein, dass die von ihrem eigenen Ex-Kapitän als „linksradikal“ geschmähte Dresdner Organisation hier an der Bundesregierung vorbei offen mit den Taliban Geschäfte macht, vor denen sie doch vorgibt, Menschen retten zu wollen? Wie absurd ist das eigentlich? Geht es hierbei denn nur noch darum, menschliche Fracht wie auch immer aufzunehmen, um dann stolz zu twittern, wie viele man rausgeholt hat, um so wieder noch mehr Spenden einzusammeln?

610 Euro soll ein einzelner Pass kosten. Was für Pässe welcher Nationalität sollen das sein? Laut Welt twitterte Steier dazu: „Es ist ein Desaster, dass man Pässe von den Taliban braucht, um vor den Taliban zu fliehen.“

Axel Steier erzählte weiter, wie es angeblich funktionieren soll: Bei der Aktion gehe es um offizielle Dokumente. Die Kosten würden nicht nur für die Passausgabe bei der Behörde in Kabul anfallen. Mission Lifeline müsse dafür auch eine „Pass- und Visaagentur“ vor Ort bezahlen, die sich für die betroffenen Ortskräfte bei der Behörde einsetze, so hatte es der Sprecher von Mission Lifeline jedenfalls gegenüber Welt erzählt.

Aber warum sollten Taliban Pässe für Leute ausstellen, die von ihnen gejagt werden? Oder gibt es eine Konkurrenz unter den Taliban, also einzelne Talibanführer, bei denen die hunderten von Millionen EU-Gelder nicht ankommen, die deshalb also schnelles Handgeld vor Ort aus anderen Kanälen benötigen?

Für seine seltsame Spendensammlung per Twitter hat Steier eine ganze Reihe von Fotos von mutmaßlich afghanischen Familien veröffentlicht, welche die entsprechenden mit diesen Pässen dann zu evakuierenden Menschen zeigen sollen – die Gesichter sind auf groteske Weise mit einem Herz-Augen- oder Liebes-Emoji überklebt, mutmaßlich um deren Anonymität zu wahren.

Am 2. November vermeldet Axel Steier via Twitter: „Stand 20:00 Uhr: wir können 77 Pässe finanzieren. Danke an alle Spender*innen! Weiter geht’s, niemals aufgeben!“ Und wieder die Paypal-Spendenadresse angehängt. Aggressiver kann man es kaum bewerben, so wurden früher Rentner auf Butterfahrten weichgeklopft.

Nun ist Mission Lifeline alles andere als eine unbekannte private Organisation. Spenden müssten hier schon seit Jahren in einem nicht unerheblichem Maße eingehen. So wirkt diese neuerliche Aufforderung von Steier noch einmal aggressiver.

Wer für den Moment den Blickwinkel der NGO einnimmt, der muss sich fragen, warum hier überhaupt die Öffentlichkeit gesucht wird. Denn damit wird ja diese Transaktion mit den Taliban offengelegt und mutmaßlich auch gefährdet.

Welt schreibt weiter, noch immer säßen wohl Tausende ehemalige Helfer der Bundesregierung im Land fest. Der Bundesregierung? Oder der Bundeswehr? Es ist wirklich ein internes Desaster der Zeitung, wenn bei Welt nicht der oft so versierte Marcel Leubecher solche Themen rund um Migration übernimmt, aber auch er kann nicht alles schreiben.

So wird von dem Blatt leider nichts hinterfragt. Beispielweise nicht, warum es plötzlich Tausende sind, wo zu Beginn nur von wenigen hundert Ortskräften die Rede war. Mittlerweile müssen etliche auch private Organisationen Menschen als Ortskräfte angemeldet haben, um ebenfalls von der so generösen Zusicherung der Bundesregierung zu profitieren. Anders ist dieser inflationäre Anstieg der Ortskräftezahl nicht zu erklären.

Das Auswärtige Amt hat sein Personal in den Visa-Stellen der Anrainerstaaten zu Afghanistan nach dem Fall von Kabul rasch aufgestockt. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes hatte erklärt: „Jeder, der es zu einer deutschen Auslandsvertretung in ein Nachbarland schafft, bekommt mehr oder weniger unverzüglich einen Termin zur Visabeantragung.“ Also die Ausreise nach Deutschland.

Was aber rechtfertigt aus Sicht der Bundesregierung das Vorgehen von Mission Lifeline in Afghanistan, welche konkrete Zusammenarbeit gibt es da mittlerweile mit dieser Dresdner linksradikalen Organisation?

Im Zusammenhang mit einer anderen „Rettungsaktion“ von Lesbos aus nach Deutschland (Camp Moria) erklärte Axel Steier, wie es laufen soll: „Da die Politik bis jetzt keine Lösung hat, werden wir gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern vorangehen.“ Was soll das sein? Revolution? Oder eine Form des sogenannten zivilen Ungehorsams?

Ein weiterer Anführer von Lifeline, David Pichler, meldete sich Anfang 2020 zu Wort und machte schon einmal klar, wie man sich Kritikern des Tuns der NGO gegenüber aufzustellen habe: „Wer das nicht will, ist ein Schwein.“

Bei Axel Steier sind diese Schweine „gewissenlos“. Immer wieder gibt es allerdings selbst von linkspopulistischen Magazinen, wie dem Spiegel, Kritik an der Arbeit dieser NGOs.

Aber was Spender und Befürworter solcher privaten Organisationen nicht vergessen sollten: Mit den Hunderten von Euro, die angeblich für jeden einzelnen der Pässe zu bezahlen sind – nach Selbstbekunden basierend auf Geschäften zwischen einer privaten deutschen NGO und den Taliban –, ist es längst nicht getan. Sind diese als Ortskräfte ausgegebenen Menschen erst einmal in den Anrainerstaaten angekommen, werden sie nach Deutschland ausgeflogen, hier entstehen weitere Kosten.

15.000 pro Kopf und Jahr sollen es sein. Und das sind nur die direkt anfallenden Kosten, die Folgekosten dürften noch um ein Vielfaches höher sein.
Es soll den deutschen Visa-Stellen zugute gehalten werden, dass diese ihre Arbeit nach bestem Gewissen erledigen. Aber was da genau tausende Kilometer von Deutschland passiert, inwieweit hier die NGOs schon Einfluss nehmen, bleibt leider in vielen Details reine Spekulation.

Der deutsche Bürger sollte jedenfalls sensibilisiert sein, wenn es um die Vergabe von Visa-Papieren geht. Nicht immer lief das so optimal, wie man es vom Auswärtigen Amt erwarten muss. 2005 gab es schon unter Außenminister Joschka Fischer einen großen Skandal um nicht rechtmäßig ausgestellte Visa. Das kommentierte übrigens vor 17 Jahren die damalige CDU-Vorsitzende Angela Merkel folgendermaßen:

Fischer habe zugegeben, dass er durch sein Handeln „über mindestens drei Jahre dem Visa-Mißbrauch Vorschub geleistet“ habe. Damit habe der Außenminister „ganz konkret Schwarzarbeit, Menschenhandel und Zwangsprostitution begünstigt“. Wenn Fischer „noch einen Funken Selbstachtung hätte“, so Merkel weiter „wüsste er, was zu tun ist“. Fischer habe dem Land geschadet, sagte die Bundeskanzlerin der Massenzuwanderung.

Am ersten April 2021 erlaubte sich Mission Lifeline einen Aprilscherz mit der Kanzlerin und twitterte: „Bundeskanzlerin Angela #Merkel zieht endlich die Chefkarte über #Seehofer und hat uns soeben eine staatliche Unterstützung von jährlich 100 Millionen Euro zugesagt, um weiter Menschen retten zu können.“

Merkels Umgang mit der aus den eigenen Reihen als linksradikal benannten NGO erscheint nach außen hin ambivalent. War man mit Merkel aus der Sicht dieser NGOs dennoch zufrieden, so lässt die kommende Ampel-Regierung keine Wünsche mehr offen.

Die Grünen meinen: „Seenotrettung ist alternativlos“, die Partei fordert eine staatliche Finanzierung dieser radikalen NGOs. Und Katrin Göring-Eckardt, die graue Eminenz der Grünen, fordert: „Staatlich finanzierte Seenotrettung wird dringend gebraucht“.

Und am 25. Juli 2021 twitterten „Grüne im Bundestag“:

Wer Menschen aus Seenot rettet, darf nicht mit einem Bein im Gefängnis stehen. Da es aktuell kein europäisches Seenotrettungssystem gibt, ist private #Seenotrettung alternativlos. Wir fordern die Entkriminalisierung von zivilen Seenotrettungsorganisationen!“

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine.


Alexander Wallasch ist gebürtiger Braunschweiger und betreibt den Blog alexander-wallasch.de. Er schrieb schon früh und regelmäßig Kolumnen für Szene-Magazine. Wallasch war 14 Jahre als Texter für eine Agentur für Automotive tätig – zuletzt u. a. als Cheftexter für ein Volkswagen-Magazin. Über „Deutscher Sohn“, den Afghanistan-Heimkehrerroman von Alexander Wallasch (mit Ingo Niermann), schrieb die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung: „Das Ergebnis ist eine streng gefügte Prosa, die das kosmopolitische Erbe der Klassik neu durchdenkt. Ein glasklarer Antihysterisierungsroman, unterwegs im deutschen Verdrängten.“ Seit August ist Wallasch Mitglied im „Team Reitschuster“.

Bild: Shutterstock
Text: wal

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