Medien und Big Pharma in einer Hand Sind Medien blind für Interessenkonflikte?

Ein Gastbeitrag von Simon Akstinat

Die Nachrichten der letzten Wochen waren voll davon: Der in den USA sehr bekannte Podcaster Joe Rogan wird von Journalisten und Künstlern angegriffen, weil er angeblich falsche Informationen zum Thema Corona und den Corona-Impfstoffen auf Spotify verbreitet habe. Besondere Kritik zog ein Interview Rogans auf sich, das er mit dem Virologen und Immunologen Robert Malone führte, der als Pionier bei der Entwicklung der jetzt verwendeten Impfstoffe gilt – die Malone mittlerweile aber ablehnt. Der Altrocker Neil Young war darüber so erzürnt, dass er gar drohte, seine Lieder von Spotify zurückzuziehen, falls Joe Rogan mit seinen Inhalten dort weiterhin verbleiben dürfe. Auch die kanadische Musikerin Joni Mitchell versuchte durch den Rückzug ihrer Werke die schwedische Firma unter Druck zu setzen, damit diese den unliebsamen Multiplikator Rogan zensiert und ihn, samt seiner Inhalte, von eben dieser Plattform verbannt. Bereits im Mai vergangenen Jahres hatte der britische Prinz Harry den Moderator Rogan wegen angeblicher Corona-Verharmlosung öffentlich angegriffen.

Schon stand die Konkurrenz auf der Matte und lud Joe Rogan ein, seine Inhalte bei ihr zu platzieren: Die Videoplattform Rumble bot Rogan, der mit seiner Sendung pro Jahr geschätzte 30 Millionen Dollar verdient, eine Übernahme für 100 Millionen Dollar an. Doch Rogan darf vorerst bei Spotify bleiben, weil er Abbitte geleistet hat – und Spotify weiter an ihm verdienen will. Seine Beiträge zum Thema Corona aber werden künftig mit Beiträgen von „seriösen“ Wissenschaftlern verlinkt – also solchen, die den Corona-Impfstoffen das Wort reden.

Am 10. Februar jedoch wies der oben erwähnte Robert Malone in einem Interview mit dem „Fox News“-Moderator Tucker Carlson auf eine wenig bekannte Verbindung hin: dass nämlich der größte Aktionär von Spotify zugleich der größte Aktionär des Impfstoff-Herstellers Moderna ist.

Tatsächlich – Robert Malone hat recht: Die britische Investmentgesellschaft Baillie Gifford ist mit 45.772.079 Aktien, die einem Anteil von 11,29 Prozent entsprechen, im Wert von 7.750.586.137 US-Dollar an Moderna beteiligt. Und Baillie Gifford ist mit 22.136.902 Aktien, die einem Anteil von 11,6 Prozent entsprechen, im Wert von 4.344.588.387 US-Dollar auch an Spotify beteiligt.

Ob Joe Rogan also wirklich gemaßregelt wurde, weil sich seine Kritiker um die allgemeine Gesundheit sorgen, oder weil Kritik an einem Impfstoff, an dessen Hersteller Moderna der Investor Baillie Gifford Anteile hält, bei einer Firma (Spotify), an der Baillie Gifford ebenfalls Anteile hält, Baillie Gifford nicht schmeckt, werden wir leider nicht erfahren.

Früher war mehr kritisches Nachfragen

Interessenkonflikte dieser Art haben Journalisten vor nicht allzu langer Zeit auch hierzulande noch ausführlich beleuchtet. Die arte-Dokumentation „Profiteure der Angst“ von 2009 (die derzeit ein Comeback auf YouTube feiert) oder der „Spiegel“-Artikel „Milliardenstrafen lassen Pharmakonzerne kalt“ von 2014 sind Beispiele dafür. Doch offenbar haben die Arzneimittelhersteller mittlerweile aus der unangenehmen Berichterstattung gelernt und investieren zunehmend in große Medienhäuser.

Welche kritischen Fragen zum Thema Impfstoffe sind heute noch vom „Spiegel“ zu erwarten, der vom Impfstoff-Investor Bill Gates (Biontech) gerade erst 2,9 Millionen Dollar annahm? Wird die altehrwürdige BBC hinterfragen, was Bill Gates tut, wenn derselbe sie in Teilen bezahlt? Und welchen Raum wird die Nachrichtenagentur Reuters Berichten geben, die den Impfstoff-Hersteller Pfizer in ein ungünstiges Licht rücken könnten, wenn Pfizers Hauptaktionär „The Vanguard Group“ zugleich einer der größten Aktionäre von Reuters ist? (Besagte „The Vanguard Group“ ist übrigens nach Baillie Gifford auch der zweitgrößte Aktionär von Moderna.)

Und wie oft wird in deutschen Talkshows zum Thema Corona die Frage gestellt: „Haben Sie eigentlich Aktien von Pfizer oder Moderna?“

 

Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können. Ich mache mir Gastbeiträge ausdrücklich nicht zu eigen – will aber auch nicht Zensor meiner Gastautoren sein.

Dieser Beitrag wurde zuerst auf Achgut.com veröffentlicht.

Simon Akstinat arbeitet als Autor und Fotograf. Sein neues Buch „Pantheismus für Anfänger – Der kaum bekannte Gottesglaube von Goethe, Einstein und Avatar“ ist hier und hier bestellbar.

Bild: Lightspring / Shutterstock
Text: Gast

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