Neue Umfrage zu schweren Waffen: Deutschland gespalten 40 Prozent gegen Lieferung

Eine Mehrheit der Deutschen ist gegen die Lieferung von schweren Waffen in die Ukraine. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA; es hat dazu 2.146 repräsentativ ausgewählte Männer und Frauen ab 18 Jahren in ganz Deutschland online und per Telefon befragt. Sie sollten ihre Einstellung zu folgender Aussage angeben: „Ich finde es gut, dass Deutschland jetzt auch schwere Waffen (beispielsweise Panzer) in die Ukraine liefert.“  Eine relative Mehrheit von 40 Prozent der Befragten findet solche Lieferungen nicht gut, ein gutes Drittel (34  Prozent) findet dies hingegen gut. Etwa ein Fünftel (18 Prozent) weiß keine Antwort und acht Prozent machen keine Angabe dazu.

Wie bei fast allen Umfragen ist es auch bei dieser eine Frage des Betrachters, wie er sie interpretiert. Auch als Journalist kann man ganz verschiedene Aspekte in den Vordergrund stellen. Eine Überschrift wie „Mehrheit der Deutschen gegen Waffenlieferung“ wäre ebenso korrekt wie das Gegenteil: „Keine Mehrheit der Deutschen gegen Waffenlieferung“. Im ersten Fall wäre es bezogen auf eine relative Mehrheit, im zweiten Fall auf eine absolute. Man könnte auch titeln: „Zahl der Befürworter und Gegner von Waffenlieferungen hält sich in etwa die Waage“ – und umgekehrt: „Nur etwa jeder Dritte Deutsche für Waffenlieferungen“. Ich führe das so deutlich auf, um Ihnen zu zeigen, wie leicht Framing ist – und wie sehr man aufpassen muss als Leser. Vor allem, wenn man wie so viele (und leider auch ich allzu oft) nur die Überschrift liest, kann man sich allzu leicht in die Irre führen lassen.

Aber jetzt zu den unstrittigen Details – die ich so nüchtern und sachlich wie möglich ausführe:

Mit zunehmendem Lebensalter der Befragten steigt der Anteil derer, welche der Aussage zustimmen, von 25 Prozent bei den jüngsten bis auf 43 Prozent bei den ältesten Befragten an, aber auch derer, welche es nicht gut finden, dass Deutschland schwere Waffen in die Ukraine liefert, von 38 Prozent bei den jüngsten bis auf 45 Prozent bei den 50- bis 59-Jährigen an (Befragte ab 60 Jahren sind zu 36 Prozent dieser Meinung). Umgekehrt verhält sich der Alterstrend bei denjenigen, welche hier keine Antwort wissen (von 21 auf 15 Prozent). Befragte zwischen 18 und 39 Jahren (15 bzw. 23  Prozent) machen häufiger als die älteren Altersgruppen (je 6 Prozent) keine Angabe dazu.

 

Während Befragte aus dem Osten (50 Prozent) absolut-mehrheitlich gegen die Lieferung schwerer Waffen in die Ukraine sind, sind die Befragten, die im Westen leben, diesbezüglich gespalten (37 % stimmen nicht zu, 36 Prozent stimmen zu).

 

 

Während evangelisch-landeskirchliche (39 Prozent) und römisch-katholische (40 Prozent) Befragte es jeweils relativ-mehrheitlich gut finden, dass Deutschland jetzt auch schwere Waffen in die Ukraine liefert, finden dies die anderen Befragtengruppen jeweils mehrheitlich nicht gut, wobei dies Konfessionslose (44 Prozent), Angehörige sonstiger Religionen oder Konfessionen (48 % Prozent) und islamische Befragte (51 Prozent) häufiger als die Freikirchlichen (37 Prozent) angeben.

Während Befragte, welche sich in der politischen Mitte (41 Prozent) und rechts davon (47 Prozent) positionieren, es jeweils relativ-mehrheitlich nicht gut finden, dass Deutschland jetzt auch schwere Waffen in die Ukraine liefert, finden dies Befragte, welche sich links der politischen Mitte positionieren (43 Prozent), relativ-mehrheitlich gut.

 

Unterschiede gibt es auch abhängig davon, ob die Befragten einen Migrationshintergrund haben. Auch wenn bei beiden Befragtengruppen jeweils der Anteil derer überwiegt, welche es nicht gut finden, dass Deutschland nun auch schwere Waffen an die Ukraine liefert, geben dies Befragte mit einem Migrationshintergrund häufiger als diejenigen ohne einen Migrationshintergrund an (45 zu 38 Prozent).

 

Während die Wähler der SPD (41 Prozent) und der Union (45 Prozent) es jeweils relativ-mehrheitlich und die Wähler der Grünen (58 Prozent) sogar absolut-mehrheitlich gut finden, dass Deutschland jetzt auch schwere Waffen in die Ukraine liefert, finden dies die Wähler der FDP (44 Prozent) relativ-mehrheitlich und die Wähler der Linken (50 Prozent) und der AfD (76 Prozent) jeweils absolut-mehrheitlich nicht gut.

Mein Fazit: Die Umfrage zeigt, wie tief gespalten Deutschland in Sachen Ukraine-Krieg ist. Und wie viele Menschen sich schwer tun, eine eindeutige Haltung dazu zu beziehen. Meine persönliche Meinung ist bekannt und ich will Sie Ihnen an dieser Stelle ersparen – schließlich will ich nicht wie Cato der Ältere im alten Rom jede Rede bzw. jeden Text mit ein und demselben Satz beenden.

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Bild: Shutterstock
Text: br

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