Nie wieder voller Immunschutz für Geimpfte? Daten aus England demontieren Impfpflicht

Von Mario Martin

Die Impfung schützt nicht vor Ansteckung und Weitergabe des Virus. Sie schützt eine zeitlang vor schweren Verläufen. Der Schutz fällt aber nach wenigen Monaten schon merklich ab.

Dies ist der aktuelle Sachstand zur Frage der Impf-Wirksamkeit. Die Frage ist jedoch, ob der kurzfristige Schutz nicht mit einem langfristigen erhöhten Ansteckungsrisiko erkauft wird.

Die Meldung ist schon etwas älter, aber trotzdem so brisant, dass es lohnt, sie nachzureichen. Im Vaccine Surveillance Report des UK Health – dem Pendant zum RKI-Report – taucht in Woche 42 auf Seite 23ff. eine Kuriosität auf.

Auf den Fall aufmerksam machte der britische Kommentator und ehemalige Kolumnist der New York Times, Alex Berenson, der inzwischen auch auf Twitter gelöscht wurde.

Zwei verschiedene Antikörpertypen gegen COVID-19

Im Report heißt es, “N-Antikörperspiegel scheinen bei Personen niedriger zu sein, die sich nach der zweiten Impfdosis infizieren.” “N” steht für das Nukleokapsidprotein (die Hülle des Virus), welches eine von zwei Antikörperarten hervorruft, die vom Körper gegen das Virus produziert werden. S-Antikörper bezeichnen hingegen die Antikörper gegen das Spike-Protein.

Serologische Antikörpertests sollen die Konzentration von Antikörpern messen, die vom Immunsystem gegen Viren im Körper produziert werden. Die Konzentration der Antikörper wird als Seroprävalenz bezeichnet. Liegen bei einer Person überhaupt Antikörper vor, unabhängig von der Konzentration, spricht man von Seropositivität.

Nukleoprotein-Tests (Roche N) weisen nur Antikörper nach der Infektion nach, während Spike-Tests (Roche S) sowohl Antikörper nach der Infektion als auch durch den Impfstoff induziert nachweisen. Eine Unterscheidung, welcher Teil der S-Antikörper natürlich ist und welcher vom Impfstoff herrührt, ist nicht möglich.

Somit sind N-Antikörpertests die einzig aussagekräftigen Messungen, ob jemand mit dem Wildvirus infiziert war.

Und daher spiegeln Veränderungen der Seropositivität beim Roche N-Antikörpertest die Auswirkungen einer natürlichen Infektion wider. Der Anstieg der Seropositivität, gemessen an S-Antikörpern, lässt sich sowohl auf die Infektion als auch auf die Impfung zurückführen.

Entwicklung der Antikörper im Blut britischer Spender
(Quelle: UK Health)

Die Grafik zeigt den Verlauf der Seroprävalenz für die beiden Antikörpertypen. Während die Spike-Antikörper mit der Impfung zunehmen, steigen die N-Antikörper nur gering an und werden von den Impfungen nicht beeinflusst.

Dieser geringe Anstieg spiegelt wahrscheinlich die allmählich zunehmende Prävalenz wider, insbesondere in den jüngeren Altersgruppen, die weitaus seltener an spürbaren symptomatischen Infektionen leiden, sich aber dennoch mit einer sehr milden Form des Virus anstecken können, so dass ihr Immunsystem Antikörper gegen die Virushülle bildet.

Antikörperlevel nach zweifacher Impfung niedriger

Die Briten stellten nun bei Auswertung von Spenderblut fest, dass der Impfstoff die körpereigene Fähigkeit beeinträchtigt, nach der Infektion Antikörper nicht nur gegen das Spike-Protein, sondern auch gegen andere Teile des Virus zu bilden. Insbesondere scheinen geimpfte Menschen keine N-Antikörper gegen das Virus zu produzieren, die bei ungeimpften Menschen ein entscheidender Teil der Reaktion sind.

Allerdings ist die konkrete Stelle im Bericht nur schwer verständlich. Hier die sprachliche Monstrosität, die den wichtigen Inhalt transportiert:

“Die geschätzte Seropositivität für S-Antikörper bei Blutspendern ist wahrscheinlich höher, als in der Allgemeinbevölkerung zu erwarten wäre, was wahrscheinlich die Tatsache widerspiegelt, dass die Spender eher geimpft sind.

Die Schätzungen der Seropositivität für N-Antikörper werden den Anteil der zuvor infizierten Bevölkerung unterschätzen, da Blutspender möglicherweise weniger wahrscheinlich einer natürlichen Infektion ausgesetzt sind als altersgleiche Personen in der Allgemeinbevölkerung, die N-Antikörperreaktion im Laufe der Zeit nachlässt und jüngste Beobachtungen aus Überwachungsdaten der UK Health Security Agency (UKHSA) zeigen, dass die N-Antikörperspiegel bei Personen, die sich nach zwei Impfdosen infizieren, offenbar niedriger sind.”

Im Report wird auf diesen Tatbestand nicht näher eingegangen. Allerdings handelt es sich hier um ein verblüffendes Eingeständnis.

Volle Immunität nicht mehr erreichbar?

Die Impfung erhöht also die Antikörper gegen das Spike-Protein, aber sie leistet keine Bildung von N-Antikörpern. Die Seroprävalenz der N-Antikörper ist bei Personen, die nach doppelter Impfung infiziert waren im Vergleich niedriger.

Sofern das zutrifft, bedeutet das, dass die Impfstoffe das Immunsystem daran hindern können, die stärkste Form des Schutzes gegen eine erneute Infektion zu entwickeln. Das Phänomen, wonach das Immunsystem durch die Art und Weise, wie es zum ersten Mal mit einem Erreger in Berührung kommt, in gewisser Weise behindert wird, ist bekannt und wird als Antigenerbsünde bezeichnet.

Künstliche S-Antikörper nur für den Wildvirus gemacht?

Wir wissen, dass die Impfung mit fortschreitenden Mutationen immer schlechter vor neuen Stämmen des Virus schützt. Die These von Prof. Geert Vanden Bossche scheint sich zu bestätigen, wonach das Virus – durch den Mechanismus der Immunflucht (immune escape) – gerade wegen der Unterdrückung der Infektion dazu getrieben wird, zu mutieren.

Allerdings wird das Virus eher milder und nicht stärker, wie von Vanden Bossche zuerst vermutete.

Diesen Effekt bestätigte auch der mRNA-Erfinder Dr. Robert Malone in einem aktuellen Podcast (Zeitmarke 2:04:35) mit Joe Rogan. Er sagt, wir treiben die Immunantwort durch die Impfung dazu, dass die Rezeptor- und Gedächtniszellen alleinig auf den Wildvirus reagieren, während sie unwirksamer gegen andere Mutationen des Virus werden.

Dies sei bei Menschen mit natürlicher Immunität anders. Dort ist die Immunantwort flexibel und kann besser mit neuen Virusvarianten umgehen.

Oben haben wir erwähnt, dass sich bei den im Körper vorhandenen S-Antikörpern nicht zwischen den natürlichen und den durch die Impfung induzierten differenzieren lässt. Nicht nur liegen im Falle der natürlichen Immunität zusätzlich N-Antikörper vor, auch scheinen die künstlich induzierten S-Antikörper einen negativen Effekt zu besitzen. (Zeitmarke 2:10:40 im Podcast)

Darauf lassen selbst die Daten des RKI hinsichtlich der Verbreitung der Omikron-Variante bei Geimpften und Daten einer Kohortenstudie aus Dänemark (pre-Print) schließen, die auf einen negativen Effekt durch die Impfungen hindeuten.

Die Daten zeigen zudem die Delta-Variante als derzeit noch immer dominierend an.

Impfpflicht hat keine Grundlage

Karl Lauterbach sagte am heutigen Mittwoch: „Die Impfpflicht muss schnell kommen. Wir können nicht darauf warten, dass eine Impfpflicht überflüssig wird, weil wir eine sehr hohe Durchseuchung der Bevölkerung haben. Omikron als schmutzige Impfung ist keine Alternative zur Impfpflicht. Das wäre sehr gefährlich.“

Angesichts der oben dargelegten Probleme mit der Impfung eine absurde Aussage, die dreifach falsch ist: Eine Infektion mit Omikron erzeugt bei bisher nicht geimpften Personen gerade die N-Antikörper, die fehlen, wenn die “Immunisierung” durch die Impfung stattfindet, die aber später für die Immunantwort bedeutend werden. Außerdem verschärft eine hohe Impfrate den Mutationsdruck auf das Virus. Und: Im Vergleich zu nicht geimpften sind doppelt geimpfte Menschen anfälliger für eine Infektion mit der Omikron-Variante.

Diese unlösbaren Widersprüche scheinen auch in Österreich aufzufallen. Dort fragt der Standard: “Wackelt wegen Omikron die Impfpflicht?”

Wer an dieser Stelle noch eine Impfpflicht fordert, der handelt eindeutig aus politischen Motiven und nicht im Sinne der Gesundheit der Menschen.

Transparenzhinweis: Zurecht bemerkten Leser, dass die Impfung die Bildung der N-Antikörper nicht „schwächt“, wie es in der ersten Version des Artikels hieß, sondern dass eine N-Antikörperbildung durch die Impfung nicht geleistet werden kann. Wir danken für den Hinweis!

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Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

Mario Martin ist Ökonom und arbeitet als Software-Projektmanager in Berlin.

Bild: Shutterstock
Text: mm

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