Peinliche Polizei-Posse um Inszenierung der heiligen Greta Polizeichef will kompromittierendes Video schönreden

Von Daniel Weinmann

Der Versuch, Greta Thunberg als Märtyrerin der Klimabewegung darzustellen, schlug gründlich fehl. Wo Greta Tintin Eleonora Ernman Thunberg auftritt, ist für Medienrummel gesorgt. Ohne die 20-Jährige wäre Lützerath vermutlich nur zu einem kleinen Kapitel im Kanon der Klimaschützer geworden. Umso wichtiger für ihre Bewegung war, dass auch sie sich unter die Demonstranten mischte, die am Dienstag nach der Räumung ihren Protest gegen den Abbau von Braunkohle und den Abriss des Weilers der nordrhein-westfälischen Stadt Erkelenz fortgesetzt hatten.

„Es ist empörend, wie die Polizeigewalt ist“, verurteilte die Klimaikone bereits zuvor das Vorgehen der Behörden in Lützerath. Der Aachener Polizeipräsident Dirk Weinspach wies den Vorwurf artig zurück: „Es ist mir unverständlich, wie sie zu ihrer erstaunlichen Beurteilung kommt“, sagte der grüne Staatsdiener dem „Spiegel“.

„Und dann haben mich die Äußerungen von einer Greta Thunberg ehrlich gesagt verwundert“, weinte sich der Grüne zugleich im „Stern“ aus. Sie habe keinen Versuch gemacht, sich ein differenziertes Bild der Lage vor Ort zu machen, und habe kein Gespräch mit der Polizei gesucht, so Weinspach. Am ersten Tag der Räumung sei sie selbst gar nicht vor Ort gewesen. Die Medien transportierten derweil Bilder, wie Polizisten in voller Schutzmontur Thunberg von der Abbruchkante bei Lützerath zunächst abführten und dann wegtrugen. Die kleine Greta sollte als große Heldin stilisiert werden.

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»Wir würden uns nie dafür hergeben, solche Aufnahmen zu stellen«

Ein kompromittierendes Video zeigt, wie zwei Polizisten die Schwedin buchstäblich mit Samthandschuhen anfassen, während sie von Journalisten fotografiert wird. Die Stimmung unter allen Anwesenden wirkt heiter und gelöst, zu Beginn des Clips plaudert Thunberg und lacht. Lächelnd antwortet sie auch auf eine akustisch nicht verständliche Frage. Die Frontfrau der Klimabewegung in harmonischer Eintracht mit der zuvor gescholtenen Polizei, dem ewigen Feindbild der Protestler? Mit jener Polizei, die laut einer Sanitäterin aus den Reihen der Klimaschützer „systematisch auf Köpfe geschlagen“ hat? Revolution sieht anders aus.

Aachens grüner Polizeipräsident Weinspach, dessen Behörde zuständig für den Einsatz in Lützerath war, versuchte ebenso hilf- wie ideenlos zu retten, was nicht mehr zu retten ist: „Wir würden uns nie dafür hergeben, solche Aufnahmen zu stellen, wir sind nicht die Statisten für die Inszenierung einer Frau Thunberg“, postulierte er in der „Welt“, um gleich jegliche Verantwortung von sich zu weisen: „Ob sie die Situation bewusst herbeigeführt hat, müsste man sie fragen.“

Es folgt eine Plattitüde, mit der der grüne Staatsdiener offensichtlich von seinem Versagen ablenken will: „Ich bin dankbar, dass die Kolleginnen und Kollegen bei den polizeilichen Maßnahmen vor Ort so professionell agiert haben.“ Sodann – im Duktus passend – ein Eigenlob für sich und seine Mannen: „Es war ein professioneller und sehr gut vorbereiteter Einsatz. Die Einsatzstrategie und Einsatztaktik sind aufgegangen. Es ist uns gelungen, in ganz kurzer Zeit den Ort zu umschließen und damit den Zufluss weiterer Personen zu verhindern.“

»Fotoshootings für die Endzeitsekte?«

Dass es während des Einsatzes vereinzelt Kritik gab, dass die Pressearbeit eingeschränkt gewesen sei und jetzt über gestellte Fotos diskutiert werde, zeigt ihm, wie schwierig es sei, allen gerecht zu werden. „Ich habe immer gesagt, dass es mir ein Anliegen ist, dass wir als Polizei die Berichterstattung ermöglichen und bei kritischen Situationen den Schutz der Medienschaffenden gewährleisten. Beides war an dieser Stelle gegeben, und deshalb konnten die Journalisten ihre Arbeit machen.“

Fragt sich, warum sich die Polizisten so billig instrumentalisieren lassen. Wurden sie von ihrem grünen Chef gezwungen, gute Miene zum peinlichen Spiel zu machen? „Wie lächerlich. Und da macht unsere Polizei mit? Fotoshootings für die Endzeitsekte? Peinlich ist noch untertrieben“, bringt ein Twitter-User die unwürdige Posse passend auf den Punkt.

Kann man sich diese harmonische Eintracht bei Polizeiaktionen gegen Corona-Kritiker vorstellen? Deren Ikone Michael Ballweg hat sicherlich keine gute Miene zum bösen Spiel gemacht, als er verhaftet wurde – und niemand kam auf die Idee, ihn dabei als Säulenheiligen seiner Bewegung zu inszenieren.

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Daniel Weinmann arbeitete viele Jahre als Redakteur bei einem der bekanntesten deutschen Medien. Er schreibt hier unter Pseudonym.

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