Die akademische Fassade Lauterbachs bröckelt Jetzt werden auch die großen Medien hellhörig

Von Daniel Weinmann

„Bei Gesundheitsminister Lauterbach finden sich kaum Anzeichen einer fundierten akademischen Vergangenheit.“ Statements, für die reitschuster.de vor gut einem Jahr herbe Kritik einstecken musste, sind heute salonfähig geworden. Zu finden war diese Aussage an diesem Montag im „Tagesspiegel“.

David
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„Wo ist die fundierte akademische Vergangenheit Lauterbachs?“, fragt der Autor, „auf was kann sich die akademische Autorität, die Lauterbach wie eine Monstranz vor sich herzutragen pflegt, berufen?“ Tief blicken ließen neben einem genauen Blick auf seine Veröffentlichungen dabei Gespräche mit Weggefährten seiner gar nicht so langen Zeit als Institutsdirektor in Köln.

Es sei nicht so, dass sich dabei das Bild des Wissenschaftlers Lauterbach verdichtete. „Vielmehr scheinen sich, je mehr man nach ihnen sucht, die Anzeichen für eine fundierte akademische Vergangenheit des heutigen Gesundheitsministers zu vereinzeln, wenn nicht gar zu verflüchtigen.“

»Kein ‚studierter Epidemiologe‘ und auch kein Professor für Epidemiologie«

Seine Dissertation mit dem Titel „Justice and the functions of Health Care“ beschäftige sich mit ethischen Fragestellungen, aber nur am Rande mit gesundheitsökonomischen, kaum mit epidemiologischen Aspekten. „Sie prädestiniert damit also nicht zwingend für eine Professur der Gesundheitsökonomie und Klinischen Epidemiologie“, schreibt der „Tagesspiegel“-Reporter.

Reitschuster.de-Leser wissen dies seit Mitte März vergangenen Jahres. „Der Fall Karl Lauterbach: „nicht“ Epidemiologie studiert“, überschrieb Gastautor Gregor Amelung seinen aufwändig recherchierten Beitrag, in dem er den Lebenslauf Karlchens überall sezierte.

Anfang Juli legte Amelung nach. „Kein ‚studierter Epidemiologe‘ und auch kein Professor für Epidemiologie“, titelte der Autor – und unterzog Lauterbachs Selbstbild einem ebenso ausführlichen wie schonungslosen Realitätscheck.

Jens Spahn zog vor, ihn »einfach zu ignorieren«

Nun, mit mehr als einem Jahr Verspätung, trauen sich auch die großen Medien an dieses Thema heran. „Er war eher Wissenschaftsmanager, kein Wissenschaftler im klassischen Sinne“, zitiert der „Tagesspiegel“ einen alten Weggefährten Lauterbachs. Der heutige Gesundheitsminister, der sich seit Ausbruch der Coronakrise in unzähligen TV-Auftritten als der Politiker inszenierte und sich tiefer Kenntnisse der Epidemiologie und bisweilen auch der Virologie rühmt, hat sich laut der in Berlin erscheinenden Zeitung kaum mit epidemiologischen Methoden beschäftigt. Er sei eher derjenige gewesen, „der für die Thesen zuständig war“.

Selbst sein Amtsvorgänger Jens Spahn sagte bereits 2009 über ihn: „Was Herrn Lauterbach angeht, präferiere ich, ihn einfach zu ignorieren. Seine Bedeutung und sein Einfluss auf die tatsächliche Gesundheitspolitik ist reziprok zu seiner öffentlichen Bekanntheit.“

Der so Gescholtene versteht sich – von sämtlichen kritischen Würdigungen unbeeindruckt – als Mann der Wissenschaft, der jederzeit an das Institut in Köln zurückkehren könne. Dort, spöttelt der „Tagesspiegel“, wünschen sie Lauterbach eine erfolgreiche Zeit als Minister.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

Daniel Weinmann arbeitete viele Jahre als Redakteur bei einem der bekanntesten deutschen Medien. Er schreibt hier unter Pseudonym.

Bild: Shutterstock
Text: dw

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