Stolpert Joe Biden nun doch über seinen Sohn? Brisante WhatsApp-Nachrichten bringen den US-Präsidenten in Bedrängnis

Von Daniel Weinmann

„Wird Hunter Biden die Wahlkampagne seines Vaters gefährden?“, fragte der „New Yorker“ schon im Juli 2019. Die Antwort lautete Nein – und Joe Biden wurde am 20. Januar 2021 vor dem Kapitol in Washington zum 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten vereidigt. „Werden die zwielichtigen Geschäfte des Präsidentensohns die Wiederwahl seines Vaters gefährden?“, könnte man nun daran angelehnt fragen. Denn zwischenzeitlich sitzt Vater Joe längst nicht mehr so fest im Sattel.

Hunter, auf Englisch der Jäger, ist zum Gejagten geworden. Waren es anfangs „nur“ Alkohol, Crack und die Affäre mit seiner Schwägerin, hat sich Biden Junior erst vor zwei Wochen im Rahmen eines Deals mit dem amerikanischen Justizministerium wegen Verstößen gegen das Steuer- und das Waffenrecht schuldig bekannt. Die Einigung sieht laut US-Medien vor, dass der 53-Jährige einer Bewährungsstrafe zustimmt. Führende Republikaner sprachen von einem „Sweetheart-Deal“, der Hunter zu glimpflich davonkommen ließ. Noch ist der Deal nicht in trockenen Tüchern. Doch wird er von einem Richter bestätigt, entgeht der Rechtsanwalt und Wirtschaftslobbyist einer Gerichtsverhandlung.

Kaum ist diese Sache vom Tisch, droht neues Ungemach, das den mächtigsten Mann der westlichen Welt zunehmend in Erklärungsnot bringt. Es geht um zweifelhafte und womöglich kriminelle Auslandsgeschäfte des Präsidentensohns. Bezeichnend für die Haltung der deutschen Medien: Hierzulande findet dieses Thema kaum statt. Ginge es um einen Fehltritt Ex-Präsident Trumps, wäre ihm eine buchstäblich schlechte Presse gewiss. „Nirgends kommt Trump schlechter weg als im deutschen Fernsehen“, lautete schon im Jahr 2017 das Ergebnis einer Harvard-Studie. Hingegen scheint der zunehmend senil wirkende Demokrat Biden bis heute Artenschutz bei den meinungsbildenden deutschen Medien zu genießen.

»Sagen Sie dem Direktor, dass ich das jetzt klären möchte, bevor es außer Kontrolle gerät«

Was ist geschehen? Ein Whistleblower der US-Steuerbehörde „IRS“ veröffentlichte mehrere WhatsApp-Nachrichten von Hunter Biden. Sie stammt vom 30. Juli 2017. „Ich sitze hier mit meinem Vater und wir würden gerne verstehen, warum die Zusage nicht eingehalten wurde“, schreibt Hunter Biden an Henry Zhao (in der WhatsApp Zhang genannt), den Chef der chinesischen Investmentfirma Harvest Fund Management. „Sagen Sie dem Direktor, dass ich das jetzt klären möchte, bevor es außer Kontrolle gerät, und zwar jetzt heute Abend.“

Und weiter: „Wenn ich einen Anruf oder eine SMS von jemandem erhalte, außer Ihnen, Zhao, oder dem Vorsitzenden, werde ich dafür sorgen, dass zwischen dem Mann, der neben mir sitzt, und jeder Person, die er kennt, und meiner Fähigkeit, für immer einen Groll zu hegen, Sie für immer bedauern werden, dass Sie meiner Anweisung nicht gefolgt sind.“

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Die Drohung scheint gewirkt zu haben. Zeugenaussagen im US-Kongress zufolge, die in den vergangenen Wochen veröffentlicht wurden, half Zhao Biden Junior und seinen Partnern – darunter auch dem Bruder des Präsidenten, James Biden – bei der Förderung ihrer Geschäfte mit einem chinesischen Energiekonglomerat. Der frühere IRS-Mitarbeiter Gary Shapley, der die Hunter-Biden-Untersuchung beaufsichtigte, sagte zudem aus, dass auf ein Bankkonto, das dem Sohn des Präsidenten zuzuschreiben ist, im August 2017, nicht lange nach den Drohungen 5,1 Millionen US-Dollar eingegangen seien.

Inwieweit hat er von den geschäftlichen Unternehmungen seines Sohnes gewusst?

Die WhatsApp-Botschaften sind höchst brisant, weil sie die – bislang noch zu erhärtenden – Vorwürfe der Republikaner untermauern, dass die Bidens eine Brutstätte der Korruption seien, von Vetternwirtschaft über Schmiergeldzahlungen bis hin zu Einflussnahme. Der US-Präsident weist – was könnte er auch anderes tun – jegliche Schuld von sich. „Nein!“, schnauzte er einen Reporter auf dem Rasen des Weißen Hauses an, als dieser ihn fragte, ob er „involviert“ gewesen sei, als sein Sohn im Juli 2017 die WhatsApp-Nachrichten an Zhao schickte.

Zwar ist bislang noch nicht rechtskräftig bewiesen, dass Joe Biden zum Zeitpunkt der WhatsApps tatsächlich neben seinem Sohn saß. Dennoch fragen sich nicht nur US-Bürger: War der Präsident in dieses oder andere fragwürdige Geschäfte von Hunter verwickelt? Inwieweit hat er von den geschäftlichen Unternehmungen seines Sohnes gewusst – obwohl er darauf bestand, dass dieses Thema nie besprochen wurde?

Mit Blick auf Deutschland wiederum fragt sich, wann die regierungsergebenen Medien die Geschäfte der Biden-Familie genauer unter die Lupe nehmen und zumindest hinterfragen. Klar erscheint nur: Im Gegensatz zu 2019 könnten sich die jüngsten Enthüllungen sehr wohl auf die politischen Geschicke des Präsidenten im kommenden Jahr auswirken.

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Daniel Weinmann arbeitete viele Jahre als Redakteur bei einem der bekanntesten deutschen Medien. Er schreibt hier unter Pseudonym.

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