Merkel und Söder: Fest in der Pest Fast 120.000 Euro für Kanzlerinnen-Besuch

Die Bilder gingen durch ganz Deutschland. Markus Söder und Angela Merkel im Hochsommer in trauter Einigkeit, in Oberbayern. Als ob sie um die Wette strahlen wollten. Der Auftritt Mitte Juli hatte fast schon etwas von vorgezogenem Wahlkampf. Auch wenn noch völlig unklar ist, ob einer der beiden in ziemlich genau einem Jahr beim Wettrennen um das Kanzleramt antritt. Denn allen anderen Beteuerungen zum Trotz wirkt Merkels Verzicht nicht sehr wasserdicht.

Die AfD-Landtagsfraktion in Bayern wollte nun wissen, wie viel Geld die Kabinettssitzung von Söder mit dem Stargast aus Berlin den Steuerzahler gekostet hat. Die Stippvisite zum Neuen Schloss auf der Insel Herrenchiemsee war alles andere als ein Schnäppchen, wie sich aus der Antwort der Staatskanzlei an die Fraktion ergab: Sie kostete fast 117.780 Euro. Allein die beiden Schiffe, die Kabinett und Kanzlerin samt Entourage über den Chiemsee zur Insel brachten, kosteten demzufolge 4.600 Euro. Hinzu kommen unter anderem etwa 7.000 Euro Eintrittsgelder, die dem Schloss durch den Besuch der hohen Herrschaften entgingen. Zudem waren rund 270 Polizisten insgesamt rund 2.000 Stunden im Einsatz, um für die Sicherheit zu sorgen.

Die Begründung für die Auswahl des ungewöhnlichen Ortes anstelle der Staatskanzlei in München, wo Kabinettssitzungen auch ohne hohe Mehrkosten möglich sind: „Um der hohen Ehre der Teilnahme der Bundeskanzlerin und dem thematischen Anspruch an die Sitzung gerecht zu werden, fand die Sitzung auf Herrenchiemsee statt“.

Hier stellt sich die Frage, ob dies ausgerechnet inmitten einer Krise angemessen ist. In Zeiten, in denen viele Menschen aufgrund der umstrittenen Corona-Politik von Merkel und Söder um ihre Existenz kämpfen müssen und ganze Branchen in eine tiefe Krise geraten sind. In denen das Land nach Bekenntnis derjenigen, die hier viel Geld der Steuerzahler verprassten, in seiner schwersten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg steckt. Im Russischen gibt es hierfür die Redensart „ein Fest in der Pest“. Der bayerische Luxus-Gipfel ist Wasser auf die Mühlen derjenigen, die beklagen, dass unsere Regierenden die Bodenhaftung verloren haben und ihnen die Rückkopplung mit der Realität zunehmend verloren geht. Was hätte dagegengesprochen, die Kabinettssitzung mit Merkel in München abzuhalten – fast ohne Mehrkosten? So entsteht der Eindruck, schöne Bilder seien wichtiger gewesen als die Bürger. Und vor allem die Steuerzahler.

Bild: Guido Radig/Wikicommons/CC BY-SA 3.0

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