„11.706 Euro pro positivem PCR-Test in Berlin“ Abgeordneter klagt: "Hier sind die Relationen durcheinandergekommen"

Das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Corona-Tests wirft massive Fragen auf. Das zeigt die Antwort des Berliner Senats auf eine Anfrage des Abgeordneten des Abgeordnetenhauses Marcel Luthe (Freie Wähler). In der aktuellen Woche vom 11. bis 18.07. stehen demnach 881.490 durchgeführten Schnelltests sage und schreibe 3.128 positive Ergebnisse aus diesen Schnelltests gegenüber.

Wie viele von diesen positiven Ergebnissen im Schnelltest durch einen positiven PCR-Test bestätigt wurden, wollte der Senat nicht beantworten. Er schrieb: „Diese Zahlen zur PCR-Nachtestung sind in der Statistik nicht nachvollziehbar. Wird eine Person positiv getestet, wird das Ergebnis an das Gesundheitsamt übermittelt. Die PCR-Nachtestung muss aber nicht zwangsläufig in einer senatseigenen Teststelle oder einer „Test-to-Go“ – Station erfolgen, weshalb die Zahlen hierzu nicht erfasst werden können.“

Luthe machte sich deshalb in öffentlich zugängliche Angaben schlau – und kam auf nur 753 positive PCR-Tests in der ganzen Hauptstadt im entsprechenden Zeitraum. Die Rechnung, die sich daraus ergibt, befremdet den Abgeordneten: „Wenn man davon ausgeht, dass pro Test etwa 10 Euro Kosten anfallen, kostet uns ein positiver PCR-Treffer also sage und schreibe 11.706 Euro! Ob dieser dann überhaupt zu einer Erkrankung oder gar Hospitalisierung führt, ist unklar“, mahnt Luthe. Und setzt die Kosten in ein Verhältnis zur allgemeinen Gesundheitsvorsorge: „Und gleichzeitig will man die 50 Euro für die Brustkrebsvorsorge der Kassenpatienten nicht zahlen!“ Hier seien die Relationen durcheinandergekommen, so der Abgeordnete, der von der FDP zu den Freien Wählern gewechselt ist und als deren Spitzenkandidat in die Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses im September 2021 zieht.

Befremdend findet der Abgeordnete die Angaben des Senats zu den Kosten der Schnelltests:

„Die Summen wirken für mich merkwürdig, mein Verdacht ist, dass der Senat hier nur die Kosten der Testsets, nicht aber der Durchführung selbst angegeben hat.“

Eine entsprechende Anfrage ging von reitschuster.de an den Berliner Senat. Die Antwort wird, so sie denn erfolgt, nachgereicht – leider beantwortet der Berliner Senat nicht alle Presseanfragen, obwohl er dazu verpflichtet ist.

PS: Statt einer Nicht-Beantwortung wählte der Senat diesmal einen anderen Weg – er beantwortete meine Anfrage wie folgt:

Sehr geehrter Herr Reitschuster,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Bitte teilen Sie uns freundlicherweise, ob Sie als Journalist tätig sind?

Mit freundlichen Grüßen

M. Quiske

Pressesprecher SenGPG

(Grammatik-Fehler aus dem Original übernommen).

Die Schenkelklopfer der Linksgrünlila-Blase sind dem Pressesprecher damit sicher. Doch wie schrieb der Spiegel gerade so schön: „Aber Reitschuster lacht zuletzt, und vielleicht auch am längsten.“ Regierungen, die versuchen, kritische Fragen mit Spott (nicht) zu beantworten, haben in der Geschichte auf längere Sicht immer ziemlich traurig ausgesehen.


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Bild: Shutterstock
Text: red


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