Berliner 2G-Plus-Pläne entlarven Versprechungen als Lüge Verpflichtende Tests für Geimpfte und Genesene?

Von reitschuster.de

Der Bürger wartet darauf, seine Freiheiten zurückzuerhalten, stattdessen drohen immer nur weitere Corona-Maßnahmen. Berlin schreitet voran – von 3G zu 2G aktuell hin zu Plänen für ein 2G-Plus, also von der Beschränkung der Beschränkung zur wieder nächsten Beschränkung. Ein System, das an die alberne Eskalation der Energieklassifizierung von Kühlschränken erinnert. Eiskalt geht dabei der scheidende Regierende Berliner Bürgermeister Michael Müller vor: Im Rahmen des von ihm vorgeschlagenen 2G-Plus-Modells sollen Genesene und Geimpfte wieder verpflichtend getestet werden, so, als hätte es deren Impfungen nie gegeben.

Noch Anfang Mai 2021 hieß es bei Michael Müller in Richtung Geimpfte allerdings, es sei eine „Selbstverständlichkeit, dass diese Menschen ihre Grund- und Freiheitsrechte so schnell wie möglich zurückerlangen“. Und natürlich gelte dies auch für die Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen, die dann aufgehoben werden müssten, so Müller. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sekundierte dem Berliner damals: Vollständig Geimpfte sollten sich bald wieder ohne Einschränkungen treffen können.

Heute, kaum ein halbes Jahr und viele Millionen Corona-Impfungen später, klingen diese Bekundungen wie Lippenbekenntnisse aus dem Waffenarsenal staatlicher Impfkampagnen.

Auch wissenschaftliche Berater der Bundesregierung wie Christian Drosten und Lothar Wieler hatten sich frühzeitig abgesichert. Aus ihrer Ecke hieß es, dass sich die Wissenschaft bei dieser vollkommen neuen Pandemie auch irren könne, man also ggf. nachbessern dürfe. Gesundheitsminister Jens Spahn sah das ebenso: „In dieser Pandemie gibt es keine absoluten Wahrheiten. (…) Ich verstehe auch vollkommen, dass mit dem Wissen von heute die Entscheidungen von vorgestern hinterfragt werden. Auch das ist normal.“

Wenn der Bürger aber heute schon nicht mehr verlässlich weiß, was morgen womöglich verboten sein wird, was gerade noch gestattet wurde, dann wird er zum Mündel des Staates.

Was genau sind die konkreten Überlegungen, welche der Genosse Müller seiner Genossin Nachfolgerin im Amt noch anreicht?

In der Berliner Senatssitzung am vergangenen Dienstag wurde die Prüfung einer erneuten Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen. Geradezu gönnerhaft sollen private Treffen und Schulen noch von den Maßnahmen unberührt bleiben. Hier wird fast schon groteskerweise alles unternommen, es nicht nach einem Impfzwang aussehen zu lassen: Müller plant neue Verschärfungen und seine Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) flankiert, die aktuelle Lage sei „sehr ernst und besorgniserregend“. Kalayci möchte zudem verschärfte Kontrollen insbesondere gastronomischer Einrichtungen durch Ordnungsämter und Polizei: „Das macht uns schon Sorge.“

Müller und Co schlagen gezielt im Freizeitbereich zu, in der Gastronomie und bei Veranstaltungen. Denn diejenigen, die hier als Selbstständige und Angestellte finanziell ihr Auskommen haben, sind über viele Monate hinweg von den Corona-Maßnahmen so breitgeklopft worden, dass viele von ihnen aus schierer Existenznot ein Stockholm-Syndrom entwickelt haben.

Michael Müllers geplante 2G-Plus-Testpflicht für Geimpfte und Genesene greift zunächst da, wo es um Großveranstaltungen geht. In Schogetten-Taktik Stückchen für Stückchen werden die Rechte des Einzelnen weiter beschnitten.

Beinahe unter geht daneben schon die perfide Überlegung, die Kosten dieser Testungen für Geimpfte und Genesene auch noch den Veranstaltern aufzubürden: Die Bundesregierung hatte die kostenlosen Bürgertests am 11. Oktober auslaufen lassen und Berlin ist bekanntlich pleite.

Die Hauptstadt gab die Steilvorlage für G2-Plus, kommende Woche treffen sich die Gesundheitsminister der Länder, um darüber zu beraten. Sind sich diese einig geworden, folgt das Treffen der Ministerpräsidenten zur Installierung von 2G-Plus als Erweiterung des 2G-Modells.

Kritik bitte hinter die Bezahlschranke

Die Welt verweist auf zahlreiche Corona-Ansteckungen in Berliner Clubs. Die Zeitung betont aber auch, dass das vollkommen normal und erwartbar sei: „Sie haben vielleicht den immer noch analog arbeitenden Gesundheitsämtern Arbeit gemacht, aber nicht den Pflegerinnen auf der Intensivstation.“

Aber was legitimiert dann eigentlich noch die 2G-Plus-Forderungen von Müller und Co? In Clubs und auf Veranstaltungen haben sich zuletzt viele Geimpfte infiziert. Aber wer sollte eine Infektion durch diese Club-Besucher eigentlich fürchten? Der schon boostergeimpfte 85-Jährige, der in einem Berliner Club drei Tage nonstop einen draufgemacht und dann schwerstinfektiös zurück ins Altenheim gefahren ist? — möchte man ironisch fragen.

Nein, den gibt es nämlich nicht. Und auch deshalb ist Thomas Vitzthum, dem politischen Korrespondenten der Welt, nichts weiter hinzuzufügen:

Ein Skandal ist aber auch der 2G-Plus-Plan. Er entlarvt alle Versprechungen, wonach mit dem Impfen die Freiheit zurückkehrt, wonach Geimpfte keine Einschränkungen mehr hinzunehmen haben, als Lüge. Er desavouiert damit das Vertrauen der Geimpften und Genesenen in den Staat. Reicht es nicht, dass viele Ungeimpfte mit dem Staat hadern?

Dieses Fazit allerdings finden viele nur hier. Denn tatsächlich befindet sich auch dieser kritische Artikel der Welt hinter der Bezahlschranke, dort hinterm Vorhang bei Don Alphonso im Welt-Club der renitenten Autoren.

 

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Text: reitschuster.de

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