Boris Palmer lässt seine drei Kinder nicht impfen Gegen grüne Impfwut: Impfen für Kinder riskanter als Infektion

Von Alexander Wallasch

Boris Palmer plaudert mit der Bild-Zeitung in einem „exklusiven Sommerinterview“ und erzählt dabei, er würde seine Kinder nicht impfen lassen. Für einen Grünen eine saftige Provokation – aber für solche und weitere Einlassungen lieben viele den sympathischen Querkopf.

Auf der Tagesordnung standen solche Impfungen dennoch nicht: Die Idee, die drei Kinder des 49-jährigen grünen Oberbürgermeisters von Tübingen impfen zu lassen, hatte zuvor überhaupt keiner und niemand.

Denn auch einer impfwütenden Bundesregierung wären Palmers Kinder im Moment noch zu jung: Seine älteste Tochter ist erst elf Jahre und die Pläne für eine Impfung Minderjähriger zielen z. Zt. auf Kinder ab 12 Jahren. Zudem hat die Ständige Impfkommission (STIKO) anhaltende Bedenken, überhaupt Kinder oder Jugendliche gegen Covid-19 zu impfen.

Von Hass schreibt die Bild-Zeitung, von Hass in den grünen Reihen gegen den grünen Oberbürgermeister. Palmer würde demgegenüber aber „geliebt“ werden bei der Bevölkerung, weiß die Zeitung noch.

Na gut, das ist ziemlich dick aufgetragen, denn der Sohn eines rebellischen Obstbauern macht schon mal einen anstrengenden Eindruck, wirkt zeitweilig oberschlau, dabei bieder – aber das wollen wir ihm nachsehen, zu oft hat der gebürtige Waiblinger auch bei Medienauftritten große Freude beim Zuschauer ausgelöst mit seinen Nadelstichen gegen die da oben.

Und das, obwohl er im Grunde genommen ja selbst dazu gehört. Wer wüsste schon etwas über einen Tübinger OB, niemand würde den Grünen in Talkshows einladen, würde er nicht selbst immer wieder für Aufmerksamkeit sorgen rund um seine Person.

Dieses Mal aber hat der zwischen gediegenem Fachwerk residierende Palmer die impfverrückten Grünen an ihrer Ferse erwischt. Ein Parteiausschlussverfahren gegen Palmer droht bereits wegen Einwürfen zu ganz anderen Themen, aber diese Drohung muss für den offensichtlich mit einem sehr fein getunten Gerechtigkeitsgefühl ausgestatteten Familienvater zusätzlicher Anreiz gewesen sein. Also provoziert er instinktiv weiter und erzwingt so einmal mehr die Debatte.

Bevor es hier zum Wortlaut Palmers geht, sei kurz daran erinnert, dass der Tübinger OB sich seine Sporen in Sachen Corona-Maßnahmen bereits verdient hat. Die Tübinger Abwehr des Virus ist als „Tübinger Weg“ fest im Wortschatz der Corona-Maßnahmen-Debatte verankert. Was Tübingen im Einzelnen anders gemacht hat, findet sich hier.

Und so schaut der OB im Sommerinterview rückblickend auf seinen Tübinger Weg: „Es gab einen schönen Satz von Frau Merkel: ‚Jede Kommune könne es so machen wie Tübingen und Rostock.‘ Tatsache war aber, dass es den meisten Kommunen nicht gestattet wurde.“

Der Grüne bezweifelt auch die Gefahr einer vierten Welle. Für Palmer sieht alles danach aus, dass die Saisonalität sehr stark ist bei Corona. Aber er fragt sich auch: „Ist das schlimm? Wir wissen auch, dass die nächste Grippewelle kommt und machen deswegen nicht die Schulen und die Restaurants zu.“

„Wer sich mit 60 nicht impfen lässt, der geht in etwa ein Risiko ein, wie ein 30-Jähriger beim Bungee-Jumping“, so Palmer gut gelaunt gegenüber der Bild-Zeitung.

Präventive Schulschließungen sind für den Grünen zukünftig keine Option mehr: „Wir wissen sicher, dass es einen riesigen Schaden für die Bildungsbiografie der Kinder anrichtet, und ob es nützt, ist fraglich. Es gibt sogar Virologen wie Professor Kremsner aus Tübingen, die sagen, dass man Kinder besser nicht impft, weil es besser ist, wenn sie sich infizieren. Gilt für Erwachsene nicht, aber für Kinder durchaus.“

Palmer glaubt weiter, dass es seine Kinder gar nicht merken würden, wenn sie sich infizieren würden. Und wenn die Erwachsenen geimpft wären, sei es nicht mehr schlimm, wenn sich Kinder mit Corona infizieren würden.

Die Zeitung fragt hier konkret nach: „Werden Sie Ihre Kinder impfen lassen?“

Palmer antwortet: „Nein, ich bin mir ziemlich sicher, dass das Risiko für die Kinder bei der Impfung größer ist als bei der Infektion. Also muss man sich für das Risiko der Infektion entscheiden. Auch wenn es die relativ hohe Wahrscheinlichkeit gibt, dass viele Kinder die Infektion im nächsten Schuljahr bekommen werden. Davon gehe ich aus.“

Sicher auch von Boris Palmer erwartet, wurde das Störfeuer sogleich eröffnet. Vorneweg bemüht sich der B-Promi-Moderator Micky Beisenherz um Aufmerksamkeit und um ein bisschen Sahne weg vom Tübinger Kuchen und kommentiert:

„Es war absehbar, dass nach dem doch recht kostengünstigen Impf-Spotlight-Trick von #Aiwanger auch das sträflich unterrepräsentierte Quartalsirrlicht Boris #Palmer sein Stück vom Hashtag-Kuchen abhaben möchte. Umso wichtiger, dass wir jetzt alle darauf anspringen.“

Dass Herr Beisenherz die Leser des Sterns in einer viel zu langen selbstbespiegelnden Kolumne mit seiner eigenen Corona-Infektion genervt hat, behält er an der Stelle allerdings lieber für sich, darum soll es hier nachgereicht werden.

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

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Alexander Wallasch ist gebürtiger Braunschweiger und betreibt den Blog alexander-wallasch.de. Er schrieb schon früh und regelmäßig Kolumnen für Szene-Magazine. Wallasch war 14 Jahre als Texter für eine Agentur für Automotive tätig – zuletzt u. a. als Cheftexter für ein Volkswagen-Magazin. Über „Deutscher Sohn“, den Afghanistan-Heimkehrerroman von Alexander Wallasch (mit Ingo Niermann) schrieb die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung: „Das Ergebnis ist eine streng gefügte Prosa, die das kosmopolitische Erbe der Klassik neu durchdenkt. Ein glasklarer Antihysterisierungsroman, unterwegs im deutschen Verdrängten.“ Seit August ist Wallasch Mitglied im „Team Reitschuster.“

Bild: Thomas Dinges/Shutterstock
Text: wal

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