Das Versteckspiel des RKI! Die veröffentlichten Daten des Robert Koch-Instituts widersprechen sich gegenseitig

Ein Gastbeitrag des „Subjektiven Studenten“

Das RKI veröffentlicht in dem wöchentlichen Lagebericht regelmäßig eine geschätzte Impfeffektivität gegen eine symptomatische Infektion aufgeschlüsselt in die Altersgruppen 12-17, 18-59 und >60. Berechnet wird diese Impfeffektivität aus der Anzahl an symptomatischen Infektionen der unterschiedlichen Impf- und Altersgruppen und aus dem Anteil dieser Teilgruppen an der Gesamtbevölkerung. Die berechnete Effektivität wird dann in Form eines Diagramms wie folgt veröffentlicht:

Quelle: RKI-Lagebericht vom 28.04.2022

Entscheidend für diesen Artikel ist die Gruppe der 18 bis 59-Jährigen, die bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten haben (blaue Linie mit Punkten). Hier sehen wir, dass bis zur KW 13 durchgehend eine positive Impfeffektivität ausgegeben wurde. Eine negative Impfeffektivität wurde für die Kalenderwochen 14 und 16 berechnet, weshalb in diesen Wochen die Effektivität mit 0 ausgegeben wird (eine negativ berechnete Effektivität wird seitens des RKI immer nur mit 0 ausgegeben, da das RKI eine reale negative Effektivität ausschließt).
Als Nebenbemerkung: Absurderweise bietet gemäß Diagramm eine Grundimmunisierung, also zwei Impfungen, derzeit einen höheren Schutz als das Gesamtpaket inkl. Booster. Zunächst halten wir fest (das wird unten noch wichtig), dass für die letzten sieben Wochen ab einschließlich KW 10 in 5 Wochen eine positive Impfeffektivität ausgegeben wurde.

Ebenfalls im Wochenbericht werden Inzidenzen, getrennt nach drei verschiedenen Gruppen (Ungeimpfte, Grundimmunisierte und Aufgefrischte) in Form eines Diagramms veröffentlicht.

Quelle: RKI-Lagebericht vom 28.04.2022

Wenn die Impfung in einer gegebenen Woche eine positive Effektivität gegenüber einer symptomatischen Infektion haben soll, dann muss mathematisch zwingend in dieser Woche die Inzidenz unter den Aufgefrischten niedriger sein als die Inzidenz der Ungeimpften. Denn Grundlage der Berechnung sind in beiden Fällen die Anzahl der symptomatischen Infektionen und die Gesamtzahl der Teilgruppen in der Bevölkerung.

In dem oben gezeigten Diagramm sind die Unterschiede in den Inzidenzen aufgrund der groben Darstellung sehr schwer zu erkennen. Eine Exceldatei des RKI liefert hier die genauen Daten und es zeigt sich Erstaunliches:

Quelle: Excel-Datei des RKI „Symptomatische und hospitalisierte Fälle nach Impfstatus“; Eigene Darstellung

Wie durch Einfärbung markiert, weist das RKI in seiner Excel-Tabelle für die Wochen ab einschließlich KW 10 durchweg eine höhere Inzidenz für die Aufgefrischten im Vergleich zu den Ungeimpften aus. Und genau hier könnte sich der Leser berechtigt am Kopf kratzen: Wie kann das sein?

Wie kann das RKI eine positive Effektivität der Boosterimpfung berechnen, wenn die Inzidenz, die auf den gleichen grundlegenden Daten beruhen müsste, bei den Aufgefrischten höher ist als bei den Ungeimpften? Das ergibt keinen Sinn. Das RKI sollte aufgefordert werden, diese Ungereimtheit aufzuklären und zu erläutern, wie diese widersprüchlichen Daten zusammenpassen. Und davon unabhängig soll hier nochmal betont werden:

Seit mittlerweile sechs Wochen liegt die Inzidenz der Aufgefrischten unter den symptomatischen Fällen höher als die jener Menschen, die nie eine angebliche Anti-Covid-Spritze erhalten haben. Gleichzeitig wirbt das RKI weiterhin uneingeschränkt für die Impfung. Hier stimmt was nicht.

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

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Der subjektive Student, Jahrgang 1996, wurde im Ruhrgebiet geboren. Er studiert aktuell und hat in der Corona-Krise aus einem persönlichen Leidensdruck heraus begonnen, seine eigene Sicht auf die „Pandemie“ auf seinem YouTube- und Telegram-Kanal mit anderen zu teilen. Als Teil der Gegenbewegung in der Corona-Krise versucht er, sowohl durch inhaltliche Aufklärung, als auch durch seine Betonung auf die eigene subjektive Sicht der Dinge und die Unsicherheit des eigenen Wissens den Debattenraum insgesamt demütiger zu machen und so positiv zu beeinflussen. „Alles ist Vermutung“, wie der bekannte Philosoph Karl Popper es ausdrückte.

Bild: Shutterstock
Text: Gast

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