Drei Wochen Zwangspause für Profisportler nach dem Piks Österreichs Gesundheitsminister mahnt zur Vorsicht

Von Daniel Weinmann

Immer mehr Spitzensportler müssen ihre Karriere wegen Herzproblemen beenden – oder fallen wochenlang aus. Mittlerweile wurden weltweit 635 Fälle dokumentiert, denen zufolge Athleten in zeitlicher Nähe zu ihren Corona-Impfungen verstarben oder gravierende gesundheitliche Probleme bekamen. Jüngstes Beispiel: In der nordrhein-westfälischen Fußball-Kreisliga musste am vergangenen Sonntag ein Spiel abgebrochen werden, weil gleich mehrere Spieler auf dem Platz zusammenbrachen.

Während „Faktenchecker“ und regierungstreue Gesundheitsexperten jeglichen Zusammenhang mit der Impfung verneinen, deuten gleich mehrere Datensammlungen darauf hin, dass die Zunahme kardiovaskulärer Erkrankungen nicht allein auf statistisches Grundrauschen zurückzuführen ist (Reitschuster.de berichtete).

Interessant wird zu sehen sein, wie die vermeintlichen Hüter der Wahrheit den jüngsten Vorstoß des österreichischen Gesundheitsministeriums deuten. Dessen Dienstherr Wolfgang Mückstein gab Anfang Februar überraschend folgende Impf-Empfehlung: „Drei Tage nach der Impfung wird körperliche Schonung empfohlen sowie Sportkarenz für eine Woche. Bei Erschöpfung, Müdigkeit oder Fieber innerhalb von drei Wochen nach der Impfung soll körperliche Anstrengung und Leistungssport vermieden werden.“

Widersprüchliche Aussagen

Zugleich fordert sein Ministerium laut Homepage: „Bereits bei der Impfaufklärung zur COVID-19-Impfung sollte auf die möglicherweise etwas stärker auftretenden Impfreaktionen deutlich hingewiesen werden.“ Ein eindeutiges Eingeständnis für die Gefährlichkeit der Impfung sieht zwar anders aus. Gleichwohl wirft diese ungewöhnliche Warnung Fragen auf – zumal regierungstreue Gesundheitsexperten keinen Grund für eine Sportpause sehen. „Sportliche Aktivitäten nach Impfungen stellen generell kein Problem dar“, rät das Robert Koch-Institut. Unmittelbar nach der Impfung seien besondere Belastungen jedoch nicht unbedingt zu empfehlen.

Der „Impfservice Wien“ rät derweil: „Ja, weder Sport noch ein Saunabesuch beeinflussen die Wirksamkeit der Impfung. Vermeiden Sie aber besonders intensives Training und verschieben Sie dieses um zwei bis drei Tage.“

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, dass jetzt ausgerechnet der grüne Maßnahmen-Hardliner Wolfgang Mückstein zu einer Sportpause von drei Wochen rät. Dabei scheint er übersehen zu haben, dass im österreichischen „Aufklärungs- und Dokumentationsbogen Corona-Schutzimpfung“ nur „drei Tage körperlicher Schonung sowie Sportkarenz für eine Woche“ empfohlen werden.

Doch ein Zusammenhang zwischen Impfung und Herzproblemen?

Mit der „Welt“ konzediert sogar eine der größten deutschen Zeitungen, dass der vielgepriesene Piks doch in direktem Zusammenhang mit den Herzproblemen vakzinierter Sportler stehen könnte. „Manche Wissenschaftler vermuten, dass das leicht erhöht auftretende Vorkommen der Myokarditis nach Covid-Impfungen bei jungen Männern auch eine Folge davon sein könnte, dass diese sich direkt nach der Impfung wieder sportlich betätigten“, war am 4. Februar in dem Springer-Blatt zu lesen.

Besonders prekär für Leistungssportler: Sollte – wie manche Impf-Ultras gebetsmühlenartig verlauten lassen – tatsächlich alle drei Monate eine Auffrischungsimpfung notwendig werden, könnte eine jeweils dreiwöchige sportliche Zwangspause das Ende der Karriere bedeuten. Doch die Athleten, die ihren Beruf wegen mangelnden Trainings aufgeben müssen, haben zumindest einen Trost: Sie beenden ihre Laufbahn als gesunde Menschen – und entgehen der potenziellen Gefahr einer kardiovaskulären Erkrankung.




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Daniel Weinmann arbeitete viele Jahre als Redakteur bei einem der bekanntesten deutschen Medien. Er schreibt hier unter Pseudonym.

Bild: Shutterstock/LightField Studios
Text: dw

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