Bahn wirft Fahrgäste aus überfüllter Regionalbahn Extremer Ansturm auf das Neun-Euro-Ticket macht Zugfahrten zum "Horror"

Von reitschuster.de

Die Nachfrage nach den Neun-Euro-Tickets ist immens. Seit dem Verkaufsbeginn vor rund drei Wochen sind bundesweit rund 16 Millionen verkauft worden, teilte der Verband VDV am heutigen Dienstag mit. Seit Juni können deutschlandweit für monatlich neun Euro alle Busse und Bahnen im Nah- und Regionalverkehr genutzt werden.

Mit dieser bis Ende August befristeten Aktion verspricht sich der Bund, den öffentlichen Nahverkehr für möglichst viele Bürger attraktiver zu machen. Zudem soll das Neun-Euro-Ticket dabei helfen, die Verbraucher angesichts der hohen Inflation finanziell zu entlasten.

Doch „nicht alles, was gut gemeint ist, ist auch gut gemacht“, wie es Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband Pro Bahn gegenüber der „Deutschen Presse-Agentur“ auf den Punkt brachte. Überfüllte Züge, Gedränge an den Bahnsteigen, frustrierte Fahrgäste, genervtes Zugpersonal: Chaos allerorten. „Überall in Deutschland waren die Bahnsteige und die Züge voll, in mehreren Fällen mussten überfüllte Züge geräumt werden“, berichtete der Vizevorsitzende des Gesamtbetriebsrats DB Regio, Ralf Damde, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.

Im Berliner Bahnhof Gesundbrunnen etwa konnte am Samstag ein überfüllter Zug erst mit Verspätung abfahren. Mitarbeiter der DB-Sicherheit mussten zunächst einige Fahrgäste aus dem Regionalexpress nach Rostock werfen. In Mitleidenschaft gezogen wurden auch Fahrgäste, die mit Fahrrädern unterwegs waren.

Würden nicht die Steuerzahler einspringen, könnte sich die Regierung dieses Angebot unter keinen Umständen leisten

Bände spricht auch ein aktueller Erlebnisbericht im „Merkur“. „Nachdem schon die Hinfahrt am Freitag (10. Juni) ein Spektakel war, wurde die Rückreise für mich zum persönlichen Horror“, schreibt der Autor, der vom Allgäu nach München reiste. „Was ich in der brechend vollen Regionalbahn erlebe, lässt mich sprachlos zurück.“ Am Ende seines Trips ist er nur froh, als die Regionalbahn endlich am Hauptbahnhof der bayerischen Landeshauptstadt einfährt.

Insgesamt gab es in der ersten Aktionswoche pro Tag bundesweit rund 700 Meldungen von Überlastung, Problemen mit Passagieren oder Störungen an die Einsatzzentrale – signifikant mehr als an einem durchschnittlichen Wochenende. „In den Hauptreisezeiten war die Nachfrage auf den Hauptstrecken so stark, dass Züge nicht abfahren konnten“, beobachtet der Fahrgastverband Pro Bahn.

Die Einführung des befristeten Neun-Euro-Tickets hat nicht nur zum von vielen erwarteten Chaos geführt. Auch ökonomisch ist diese Idee der Volksbeglückung eine Fehlleistung. Statt in die nachhaltige Verbesserung des maroden Schienenverkehrs zu investieren, bezuschusst die Regierungskoalition diese kurzfristige Aktion mit rund 2,5 Milliarden Euro.

Würden nicht die Steuerzahler einspringen – die nie gefragt wurden – könnte sich Berlin dieses Angebot unter keinen Umständen leisten. Die Züge werden daher auch weiterhin überfüllt bleiben, sich verspäten oder ganz ausfallen.

David
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Bild: Robert Mullan/Shutterstock
Text: reitschuster.de

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