FFP2-Masken erhöhen Gefahr von Sauerstoffmangel im Flugzeug Lufthansa-Pilot mit langjähriger Berufserfahrung schlägt Alarm

Von reitschuster.de

Man muss Olaf Scholz (SPD) und Robert Habeck (Grüne) fast schon dankbar sein. Wenn auch unfreiwillig, so haben der Bundeskanzler, sein Vize und die im Regierungsflieger ebenfalls mitreisenden Journalisten die bei Flügen ab/bis Deutschland bestehende FFP2-Maskenpflicht in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion gerückt. Mehrere Videos dokumentieren, dass nahezu alle Mitglieder der Delegation während des Flugs nach Kanada auf den Stofffetzen verzichtet haben. Die Reaktion der Bundesregierung auf diesen Fauxpas lässt tief blicken: Anstatt die Maskenpflicht in Flugzeugen schleunigst auch für den gemeinen Bürger aufzuheben, wurde diese noch verschärft. In Zukunft reichen sogenannte „einfache Stoffmasken“ oder „medizinische Masken“ nicht mehr aus, ab 1. Oktober 2022 müssen es auf allen Flügen ab/bis Deutschland zwingend FFP2-Masken sein.

Dazu hat uns das Schreiben eines Lufthansa-Kapitäns mit langjähriger Berufserfahrung erreicht. Der Pilot macht dabei auf einen Punkt aufmerksam, der in der bisherigen Debatte über Sinn oder Unsinn von Masken im Flugzeug noch kaum Beachtung fand. Seines Erachtens sei die FFP2-Maskenpflicht ein fahrlässiger Umgang mit der Gesundheit sowohl der Passagiere als auch der Crew. Soweit er wisse, seien FFP2-Masken nur zugelassen, wenn der Sauerstoffgehalt in der Umgebungsluft bei 19 Prozent liege, was in einer Flugzeugkabine nicht gegeben sei. Der Insider erklärt, dass während eines Fluges in der Kabine eine künstliche Atmosphäre geschaffen werde, die einer „korrigierten wahren Höhe“ von 6.000 Fuß entspreche, also rund 2.000 Metern. Bei diesen Bedingungen fehle es einfach am Sauerstoffpartialdruck, so der Lufthansa-Pilot. Besonders alarmierend findet der Kapitän mit rund drei Jahrzehnten Berufserfahrung allerdings, dass bei der FFP2-Maskenpflicht ein Produkt in der breiten Masse Anwendung findet, dem die Zulassung für den Luftverkehr fehlt.

Studie aus Nordirland: 54 Prozent der Passagiere leiden an Sauerstoffmangel

Die Angaben des Piloten werden unter anderem durch das Fachportal gesundheit.de bestätigt. Dort heißt es in einem Artikel über den Sauerstoffmangel beim Fliegen: „Durch eine Technologie, die eine Art künstliche Atmosphäre schafft, herrscht in Flugzeugen ein Druck, der dem in einer Höhe von circa 2.000 Metern bis 2.500 Metern entspricht, also etwa so hoch wie St. Moritz in der Schweiz. Untersuchungen haben ergeben, dass rund die Hälfte aller Passagiere unter Sauerstoffmangel leidet – aber nicht jeder merkt es.“ Als häufigste Symptome für einen Sauerstoffmangel werden genannt: schnelle und tiefe Atmung (Hyperventilation), Kribbeln in Füßen, Händen und Gesicht, Schwindelgefühl, Veränderungen im Farben-Sehen, Einengung des Gesichtsfeldes sowie Euphorie und Schläfrigkeit.

Zur Untermauerung, dass es sich beim Sauerstoffmangel im Flugzeug nicht nur um eine subjektive Wahrnehmung handelt, sondern um eine objektive Tatsache, verweist das Portal auf eine Studie aus Nordirland. Die Arbeit der Forschergruppe aus Belfast wurde in der Fachzeitschrift „Anaesthesia“ veröffentlicht, die Autoren bezeichnen die daraus gewonnenen Erkenntnisse als „beunruhigend“. Im Kern der Untersuchung wurde festgestellt, dass 54 Prozent der Passagiere einen zu geringen Sauerstoffgehalt im Blut hatten. Der Sauerstoffgehalt im Blut sei von 97 auf 93 Prozent gesunken. Das Portal kommt zu dem Schluss, dass dies die Erklärung dafür liefern könnte, „warum sich viele Reisende nach längeren Flugreisen unwohl oder krank fühlen.“ Dieser Effekt werde noch verstärkt, wenn Passagiere während des Flugs zu wenig trinken, sich kaum bewegen können und zu alledem noch eine geringe Luftfeuchtigkeit hinzukommt.

Und wie ist das mit dem Sauerstoffgehalt im Flugzeug? Hier scheint Prof. Dr. Jochen Hinkelbein dem Piloten zu widersprechen, zumindest auf den ersten Blick. Der Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrtmedizin erklärte dazu in der Welt: „Im Flugzeug besteht während des gesamten Fluges eine Sauerstoffkonzentration von 21 Prozent. Das ist genauso viel wie am Boden. Lediglich der Luftdruck verändert sich mit zunehmender Höhe.“ Aber: „Mit diesem ändert sich auch die Menge, die unser Körper an Sauerstoff aufnehmen kann. Die Sauerstoffsättigung im Blut sinkt von 96 bis 98 Prozent auf 90 bis 94 Prozent.“

FFP2-Masken ausdrücklich nicht für den Flugverkehr vorgesehen

Der Facharzt sagt zwar, dass das Absinken des Sauerstoffgehalts im Blut für einen „gesunden Menschen“ nicht gefährlich sei. Jedoch ist erstens nicht davon auszugehen, dass sich an Bord von Flugzeugen ausnahmslos wirklich kerngesunde Passagiere ohne jegliche Vorerkrankungen befinden (zum Beispiel Asthma), und zweitens ist es naheliegend, dass das Atmen durch FFP2-Masken die Sauerstoffaufnahme nicht eben fördert. Sowohl die Studie aus Nordirland als auch die Aussagen von Prof. Dr. Hinkelbein beziehen sich wohlgemerkt auf Passagiere, die ohne FFP2-Maske im Flugzeug sitzen.

Aber auch mit dem Thema „Atmen mit FFP2-Maske“ haben sich die berüchtigten Faktenchecker selbstverständlich schon befasst – und wie so oft auch dieses Mal wieder ein fulminantes Eigentor geschossen. Zur selbst gestellten Frage, ob man beim Atmen mit FFP2-Maske oder gewöhnlichem Mund-Nasen-Schutz genauso viel Sauerstoff wie ohne Maske bekomme, liefern die Faktenchecker die klare und über jeden Zweifel erhabene Antwort: „Ja, wahrscheinlich!“ Aber damit noch nicht genug. Zur vermeintlichen Erklärung heißt es: „Bisherigen Studien zufolge bekommt man mit FFP2-Maske oder Mund-Nasen-Schutz genauso viel Sauerstoff wie ohne Maske. Das gilt auch dann, wenn man sich bewegt oder anstrengt. Nur bei sehr intensivem Sport verringert sich der Sauerstoffgehalt im Blut geringfügig – jedoch zu wenig, um die Gesundheit zu gefährden.“

Nur zwei Absätze weiter dann der offensichtliche Widerspruch: „Um gleichviel Sauerstoff einzuatmen, muss man sich mit Maske manchmal etwas mehr anstrengen und schneller atmen. Auf die Gesundheit scheint dies aber keine Auswirkung zu haben.“ Oder anders ausgedrückt: Mit einem Glas kann man gleichviel Wasser aus dem Brunnen schöpfen wie mit einem Eimer – man muss eben nur öfter laufen. Immerhin geben die Faktenchecker dann doch noch zu, dass die von ihnen getätigte Aussage zur angeblichen Unbedenklichkeit des Maskentragens nicht für Personen mit Asthma, COPD oder ähnlichen Lungenkrankheiten gelte.

Das Narrativ der ungefährlichen FFP2-Maske geht in etwa so: Die Maske verhindert Ansteckungen, da sie das Virus aus der Atemluft filtert. Gleichzeitig besteht aber keine Beeinträchtigung beim Atmen, da der in der Luft enthaltene Sauerstoff die Maske ungehindert passieren kann. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin ist da offenbar anderer Meinung. Auf ihrer Homepage informiert die BAuA dazu wie folgt: „Als Anhaltswert wird in der DGUV-Regel für eine FFP2-Maske ohne Ausatemventil eine Gebrauchsdauer von 75 Minuten und eine Erholungsdauer von 30 Minuten angegeben. Für eine FFP2-Maske mit Ausatemventil wird eine Gebrauchsdauer von 150 min und eine Erholungsdauer von 30 Minuten empfohlen (Achtung: Im Rahmen des Infektionsschutzes besteht kein Fremdschutz!).“

DAVID
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Bild: Shutterstock
Text: reitschuster.de

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