Franz, der Therapeut Chronik einer Krankheit

Corona macht krank, Corona kann töten.

Corona ist schlimm, verändert die Gesellschaft und das Leben. Darüber berichten wir. Geschichten, die es nicht in die Medien schaffen.
Wir geben Zahlen einen Namen und eine Seele. Die Serie „Kollateralschaden“ basiert auf Berichten Betroffener der Coronapolitik. Damit keiner sagen kann: „Das haben wir nicht gewusst!“

Franz, der Therapeut

Von Johanna und Frank Wahlig

Freistellung ohne Bezahlung! Gefeuert! Kein Einkommen mehr, ab sofort! Franz fällt aus allen Wolken. Der 42-jährige Physiotherapeut aus Mecklenburg-Vorpommern verliert seine Existenz. Er zieht vor Gericht. Die Entscheidung kann Monate dauern. Bis dahin erhält der vierfache Familienvater kein Geld. Auch nicht vom Amt. „Ein paar Wochen halten wir das durch“, sagt er. „Aber dann geht uns die Luft aus.“ Buchstäblich. Der Grund für seinen Jobverlust: Franz darf keine FFP2-Maske tragen.

Der Therapeut wird Patient

Seit 20 Jahren ist Franz für die Gesundheit seiner Patienten engagiert. „Sie müssen auf Ihre Gesundheit achten, Sie haben nur die eine“, sagt er immer wieder. Gesundheit ist sein Beruf.

Im Coronajahr 2020 wird er selbst Patient. Eine Operation im Kieferbereich. Die Wunde verheilt. Er kehrt an seinen Arbeitsplatz in einer Rehaklinik bei Rostock zurück. Dort herrscht Maskenpflicht. Die Operationswunde bricht wieder auf, der Kiefer entzündet sich. Die Zahnärztin rät vom Tragen der Maske ab, damit der Kiefer heilen kann. Sie stellt ein Attest zur Maskenbefreiung aus. Der Hausarzt bestätigt es. Der Betriebsarzt ebenso. Franz behandelt Hüft- und Kniepatienten. In der Gruppe. Mit Abstand.

Ärzte und der Therapeut haben die Rechnung allerdings ohne die Politik gemacht. Anders als die Mediziner entscheidet die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern politisch: Atteste werden nicht anerkannt. Es gibt keine Ausnahmen. Keine Befreiung von der Maskenpflicht. Auch nicht für Franz.

Existenz vernichtet! Hausverbot!

Franz‘ Chef, Geschäftsführer der Reha-Klinik, hat „keine andere Wahl“, sagt er. Franz wird nach Hause geschickt. Fristlos. Damit ohne Anspruch auf Arbeitslosengeld. Ohne Lohnfortzahlung. Hausverbot! „Durch Rechtsverordnung vom 21.12.2020 hat die Landesregierung … beschlossen, dass … jeder Mitarbeiter eine FFP2-Maske zu tragen hat“, so der Kündigungsgrund. Franz macht Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) persönlich dafür verantwortlich: „Wer in diesem Land krank ist, dem wird auch noch die Existenz entzogen“, klagt er.

Franz‘ Frau ist Ärztin. Sie arbeitet in verschiedenen Schichten, um den finanziellen Einbruch für die Familie mit vier Kindern zwischen zehn und siebzehn Jahren aufzufangen. Wenn der Gerichtstermin erst in Monaten sei, würde es wirtschaftlich eng, fürchtet Franz.

Franz gibt nicht auf. Er schreibt an Mitglieder der Landesregierung. Er kontaktiert die Amtsärztin im Landkreis Rostock und den Bürgermeister von Bad Doberan. Seine Geschichte, sein Schicksal soll die erreichen, die diese vernichtende Politik für das Land machen, hofft er. Sie seien für die Verordnung verantwortlich, durch die der Therapeut seinen Job verlor. Die Antworten von dort: „Wir haben Ihr Schreiben weitergeleitet.“

Franz sucht jetzt einen neuen Job. „Alles andere wäre unverantwortlich meiner Familie gegenüber.“

Wer aus seinem beruflichen oder privaten Leben einen „Kollateralschaden“ melden möchte: Vertraulich und persönlich, per E-Mail an [email protected]

Update, 18.3.2021: Die Klinikleitung hat sich an reitschuster.de gewandt. Zwischenzeitlich haben Klinik und Therapeut einen Aufhebungsvertrag unterzeichnet. Der ausstehende Lohn wurde nachgezahlt. Arbeitslosengeld bekommt der Therapeut bis heute nicht.

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Johanna Wahlig ist Politologin, Journalistin und Unternehmerin. Frank Wahlig ist Historiker und war 30 Jahre lang ARD-Hauptstadtkorrespondent.
 
Bild: privat
Text: Johanna und Frank Wahlig
 

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