Friseurin Bianka platzt der Kragen! Chronik einer Krankheit

Corona macht krank, Corona kann töten.

Corona ist schlimm, verändert die Gesellschaft und das Leben. Darüber berichten wir. Geschichten, die es nicht in die Medien schaffen.
Wir geben Zahlen einen Namen und eine Seele. Die Serie „Kollateralschaden“ basiert auf Berichten Betroffener der Coronapolitik. Damit keiner sagen kann: „Das haben wir nicht gewusst!“

Friseurin Bianka platzt der Kragen!

Von Johanna und Frank Wahlig

„Es reicht, Herr Laschet! Es reicht, Frau Merkel!“ Ein Hilferuf der Friseurin Bianka aus Dortmund. „Die Zündschnur ist abgebrannt“, erklärt sie in einem bewegenden Internetvideo. Staatshilfe bekommt sie nach sechs Wochen Zwangsschließung ihres Salons bis heute nicht. Die fünf Mitarbeiter warten auf ihren Lohn. Hartz IV ist beantragt seit 17. Dezember 2020. Die Frau vom Amt erklärt, es müsse noch geprüft werden, mit wie vielen Personen sie in der Wohnung lebe. Bei Bianka sind es zwei. Sie hat sich vergangenes Jahr aus einer Beziehung getrennt und lebt jetzt in einem Zimmer.

'Es reicht, Herr Laschet! Es reicht, Frau Merkel!'

„Da müssen Sie sich bei der Politik beschweren“, sagt die Mitarbeiterin vom Amt. Das haben die Friseurin und ihre Kollegen längst getan. Ein offener Brief der Friseure an Ministerpräsident Laschet (CDU) und einer an die Kanzlerin.

Der Friseurmeisterin aus Dortmund geht es ums pure Überleben: „Es geht nicht darum, mir neue Schuhe zu kaufen. Ich habe kein Geld für Lebensmittel, für Wasser, für Brot.“ Jetzt bittet sie alle Friseure um Unterstützung. „Zeigt Eure Gesichter. Erzählt von Euren Problemen in diesem Lockdown!“ Friseurin Bianka appelliert weinend an ihre Kollegen.

Das Geschäftskonto ist 5.000 EUR im Minus. Keine Hilfsgelder in Sicht. Der Vermieter hat die Miete erlassen. „Ich kann sie eh‘ nicht zahlen“, sagt die Friseurin. Die Rentenversicherung bucht 300 EUR vom Privatkonto ab. Jetzt kann sie auch ihr Zimmer nicht mehr bezahlen.

Team Bianka Dortmund

Politiker haben 'dickes Fell' und die Haare schön!

„Ich bin nicht die einzige Unternehmerin, die mit dem Rücken an der Wand steht“ – jahrelang gehen wir hart arbeiten, kümmern uns um Mitarbeiter und machen keinen Urlaub und jetzt werden wir im Stich gelassen. Friseurin Bianca ist wütend, verzweifelt, am Ende. Bianka ist nicht allein. Über 80.000 Friseurbetriebe gab es laut „Statista“ mit rund 240.000 Beschäftigten 2019 in Deutschland. Genauso leiden Dienstleistungsbetriebe ähnlicher Branchen wie der der 65.000 Kosmetikstudios mit 225.000 Beschäftigten in Deutschland. Unternehmer und Mitarbeiter, die ihren Lebensunterhalt selbst verdient haben bei durchschnittlich 25 bis 30.000 EUR brutto Jahresumsatz pro Betrieb in der Kosmetikbranche. Sie haben kaum Rücklagen.

Es gibt keine Perspektive zur Wiedereröffnung der Geschäfte. Die Volksvertreter(innen) dagegen zeigen sich nach wie vor unbeeindruckt. Sie sind auch im Lockdown bestens frisiert. Fußballprofis ebenfalls, wie sich die Friseurinnung in einem offenen Brief an den Deutschen Fußballbund empört. Anderen Bürgern sind Hausbesuche von Friseuren untersagt. Die Lockdown-Verteidiger der Regierungen von Bayern bis Schleswig-Holstein haben dagegen die Haare schön, ein finanzielles Polster und ein „dickes Fell“.

PS:
Friseurin Bianka ruft alle Kolleginnen auf, sich an der Petition des Boxers Andreas Büdeker zu beteiligen. Der Boxer ist Initiator der Petition zur Wiedereröffnung der Unternehmen. Nach dem Beitrag auf reitschuster.de hat der Boxer 22.000 Unterschriften gesammelt. Er unterstützt Bianka spontan mit einer Spende von 200 EUR.

Petition zum Download
Boxclub | Brooklynfinest | Boxclub Essen
Der Boxer – reitschuster.de

65 000 Kosmetikstudios in Deutschland sind seit drei Monaten geschlossen.
Kosmetikerin Natalia Wittmann:  „Der Schwarzmarkt boomt!“

Wer aus seinem beruflichen oder privaten Leben einen „Kollateralschaden“ melden möchte: Vertraulich und persönlich, per E-Mail an [email protected]

 
Johanna Wahlig ist Politologin, Journalistin und Unternehmerin. Frank Wahlig ist Historiker und war 30 Jahre lang ARD-Hauptstadtkorrespondent.
 
Bild: privat
Text: Johanna und Frank Wahlig
 

 

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