Grüner Politiker inszenierte rechtsextreme Hetzjagd selbst Parteifreunde erst solidarisch – und jetzt geschockt

Manoj Subramaniam schlug eine Welle der Solidarität entgegen. Und das ist nur zu gut zu verstehen: Der grüne Lokalpolitiker und Stadtrat in Erkelenz wurde von Neonazis verfolgt. Die schickten ihm Rasierklingen mit der Post und drohten, ihn umzubringen. Sie schlitzten seine Reifen auf, schmierten Hakenkreuze auf sein Auto, und schrieben „Jude“ dazu. Sogar seinen Todestag kündigten sie ihm schriftlich an, unterzeichnet mit „NSU 2.0“: den 1. September.

Der Stadtrat stellte sich geschlossen hinter Subramaniam. Der Sprecher seiner Fraktion, Grünen-Stadtrat Hans-Josef Dederichs, schrieb in einer Pressemitteilung laut FOL: „Was da passiert ist, ist bedrückend und beschämend. Umso wichtiger, dass wir als demokratische Parteien zusammenstehen.“ Subramaniam selbst zeigte Mut und Standhaftigkeit. Er werde nicht nur weitermachen, er werde sich sogar noch stärker engagieren, kündigte er dem Bericht zufolge an: „Diese Menschen bekommen mich nicht mundtot“, sagte er der Aachener Zeitung. Seine Parteifreunde zollten ihm „Respekt“ dafür, dass er „sich nicht unterkriegen lässt…“ Der Mann mit Wurzeln in Sri Lanka bekam sogar Personenschutz von der Polizei.

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Die Sache hat nur einen Haken: Laut dem Bericht von FOL hat der 33-jährige Subramaniam aus der Kleinstadt im Rheinland die rechtsextremen Hetzjagden frei erfunden. Und die ganzen Straftaten nur vorgetäuscht und teilweise sogar selbst inszeniert. Jedenfalls ist nun plötzlich er selbst der Gegenstand von Ermittlungen. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach sagte FOL: „Im Rahmen der Ermittlungen erhärtete sich der Verdacht, dass es nicht zu den angezeigten Straftaten kam, diese vorgetäuscht waren und eine Bedrohungslage nicht vorlag.“

Und tatsächlich: „Bei einer Durchsuchung in der Wohnung Subramaniams wurden entsprechende Beweismittel entdeckt“, heißt es in dem Bericht: „So etwa die Farbe, mit der die hetzerischen Schmierereien aufgemalt worden sein sollen. Zudem soll der Beschuldigte in seiner Vernehmung regelrecht zusammengebrochen sein und die Taten weitgehend eingeräumt haben. Zu seinem Motiv wollten sich Ermittler nicht äußern.“

Bei seinen grünen Parteifreunden in Nordrhein-Westfalen herrscht nun laut FOL „das blanke Entsetzen“. ‎Wohl auch deshalb, weil selbst die Parteiprominenz gerne mal mit Subramaniam posierte:

 

Es fällt schwer, diese Geschichte zu kommentieren – vor allem mit dem gebotenen Respekt für die Opfer von echten Bedrohungen, die es ohne jeden Zweifel gibt. Dennoch kommt man nicht umhin, zu konstatieren, dass die „Opfermentalität“, die hierzulande von gewissen politischen Kreisen geradezu idealisiert wird, offenbar manchen Menschen zu Kopf steigt. Ebenso wie die Strategie der Politik, hinter jeder kritischen Stimme einen Rechtsextremen zu wittern und die – zweifellos vorhandene – Bedrohung von rechts völlig zu überzeichnen.

Foto von Subramaniams Facebook-Seite

So sehr einerseits echte Opfer von Bedrohung tatsächlich jede Solidarität und Unterstützung benötigen, so sehr müssen wir auf der Hut sein, dass dieses echte Leiden nicht politisch instrumentalisiert wird und dann Trittbrettfahrer zu Missbrauch motiviert.

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

Bild: Facebook/Manoj.Subramaniam1
Text: br

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