Heidelinde Weis fordert im „Kölner Treff“ Prügel für Impfgegner Die Selbstentlarvung des WDR geht weiter

Von Kai Rebmann

Am vergangenen Freitag waren die Zwangsgebühren für den ÖRR im „Kölner Treff“, einem Talkformat des WDR, einmal mehr bei der Arbeit zu beobachten. Unter den Gästen, die sich Bettina Böttinger an diesem Abend ins Studio eingeladen hatte, befand sich unter anderem die österreichische Schauspielerin Heidelinde Weis. Die Kärntnerin wurde dem deutschen TV-Publikum unter anderem durch Rollen in „Das Traumschiff“ und Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen bekannt. Ausgerechnet, als die Runde auf die Spaltung der Gesellschaft zu sprechen kam, leistete sich die 82-Jährige einen unfassbaren Fehltritt. Die Demonstrationen gegen die Impfpflicht hätten sie „so wütend“ gemacht, bekannte Weis und setzte noch einen drauf: „Wie können die Menschen so blöd sein, und sich wirklich nicht überlegen, was sie tun. Die gehen auf die Straße und demonstrieren gegen die Impfung. Sie sind wirklich zu prügeln, sind diese Menschen.“

Als wäre das Absprechen des verfassungsrechtlich garantierten Demonstrationsrechts und die Aufforderung zu tätlichen Angriffen gegen Andersdenkende nicht schon schlimm genug, wurde diese Entgleisung auch noch mit reichlich Applaus bedacht. Weite Teile des anwesenden Publikums sowie der Musiker Björn Both (Santiano-Bassist), die Schauspielerin Anna Schudt und Star-Koch Max Strohe bekundeten offene Sympathie für die verstörenden Aussagen. Weder die WDR-Moderatorin, noch sonst jemand in der Runde hielt es für geboten, die Grundprinzipien einer gesunden Demokratie zu verteidigen und die Österreicherin in die Schranken zu weisen. Schweigen bedeutet bekanntlich Zustimmung.

Prügelstrafe in Deutschland wurde 1983 abgeschafft

Heidelinde Weis ist Jahrgang 1940 und daher noch mit der Prügelstrafe aufgewachsen. Diese gehört in Deutschland aber schon seit dem Jahr 1983 der Vergangenheit an, nachdem sie auch Bayern als letztes Bundesland abgeschafft hat. Es wirft ein bezeichnendes Licht auf den Zustand der Gesellschaft und insbesondere die Haltung bei den öffentlich-rechtlichen Pay-TV-Sendern, wenn Forderungen nach körperlicher Gewalt nicht nur unwidersprochen bleiben, sondern auch noch bejubelt werden.

Besonders gefährlich sind derartige Aussagen insbesondere vor dem Hintergrund der seit Beginn des Herbstes saisonbedingt wieder ansteigenden Infektionszahlen. Ungeachtet der zahlreichen Hinweise, dass sich Corona längst zu einer Pandemie der Geimpften entwickelt hat, werden wohl auch in diesem Winter wieder die Ungeimpften als Sündenböcke und vermeintlich Schuldige für alle möglichen Maßnahmen herhalten müssen. Was machen der WDR oder Heidelinde Weis, wenn es demnächst tatsächlich zu Gewalt gegen Menschen kommt, die auf Demonstrationen für ihr Recht auf zum Beispiel die körperliche Unversehrtheit eintreten wollen? In anderen Zusammenhängen weisen die Mainstream-Medien gerne darauf hin, dass Worten immer auch Taten folgen.

Welche Rolle spielen mögliche Zweifel an der eigenen Impfentscheidung?

Was treibt eine Seniorin mit mehr als acht Jahrzehnten Lebenserfahrung aber dennoch zu solch kruden Aussagen? Ist es das wachsende Bewusstsein, über die Impfung und deren angeblichen Nutzen belogen worden zu sein und diese Lüge geglaubt zu haben? Allen Anstrengungen des Bundesgesundheitsministeriums zum Trotz ist es in Deutschland bisher nicht gelungen, die Impfkampagne wieder in Fahrt zu bringen. Selbst in der Altersgruppe der über 60-Jährigen liegt die Quote für die „zweite Auffrischungsimpfung“ bei gerade einmal 28,8 Prozent (RKI-Daten, Stand: 14.10.2022). Zum Vergleich: Den dritten Stich holten sich noch knapp 85 Prozent der Generation Ü60 ab.

Verbirgt sich hinter derartigen Attacken, wie sie jetzt Heidelinde Weis geritten hat, und den Reaktionen darauf am Ende vielleicht sogar eine Art von Neid auf all diejenigen, die standhaft geblieben sind und dem politischen wie gesellschaftlichen Druck nicht nachgegeben haben? Es ist in der Tat unangenehm, eines Tages feststellen zu müssen, dass man hinters Licht geführt wurde. Der Wunsch, dass sich „die Anderen“ jetzt – quasi „aus Solidarität“ – auch impfen lassen müssen, ist da eine nur allzu menschliche Reaktion.

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Kai Rebmann ist Publizist und Verleger. Er leitet einen Verlag und betreibt einen eigenen Blog.

Bild: nitpicker/Shutterstock

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