Impfstatus: Neue soziale Kategorie? Gesellschaftliche Spaltung als Nebenwirkung der mRNA-Impfung

Ein Gastbeitrag von Dr. med. Friederike Kleinfeld

Für die Geimpften sind die Ungeimpften schuld; für die Ungeimpften sind die Geimpften blöde „Schafe“, weil sie nicht verstanden haben, was Sache ist. Deutschland spaltet sich. Psychologisch in jedem Fall ein Erfolg von 100 Prozent, denn jeder hat Recht. Glaubt er. Und da wir alle Recht haben, streiten wir mit dem Anderen, weil Der es eben nicht verstanden hat.

Ob er nun nicht verstanden hat, sich impfen zu müssen, oder es unbedingt zu lassen, ist auf die Spaltung bezogen egal.

Für die Spaltung ist es einzig und allein wichtig, dass wir alle glauben, Recht zu haben, und es besser zu wissen als der Andere. Mehr noch, wir verurteilen den Anderen regelrecht, weil er es nicht kapiert hat. Das Wichtige. Das Einzige, das jetzt gerade zählt, das hat er nicht verstanden.

Wo ist unsere Meinungstoleranz? Wieso können wir dem Anderen seine eigene Sichtweise nicht einfach lassen und ihn trotzdem mögen? Und wieso, wieso um alles in der Welt lassen wir uns auf einmal dazu anheizen, Leute zu mögen oder nicht zu mögen, wegen eines Impfstatus? Ist das jetzt unsere neue Religion?

Als wäre plötzlich ein Schalter umgelegt worden. Menschen werden aufgrund ihres Impfstatus kategorisiert. Entweder sie gehören zur Gruppe geimpft oder zur Gruppe ungeimpft. Die jeweils Anderen werden misstrauisch und sogar feindselig betrachtet.

In diesem Sinne sind wir alle Schafe. Wir stehen auf der einen Seite vom Zaun und blöken. Nur, dass das Gras auf der anderen Seite nicht grüner ist. Das Gras auf der anderen Seite ist jetzt vergiftet.

Der Rapper Kool Savas hat dazu bei laufendem Konzert demonstriert, wie das funktioniert. Er hat sein Publikum in zwei Hälften geteilt, und gefragt, wer lauter ist. Die eine Hälfte hat er als stark definiert, die Andere als schwach. Er hat sie gegeneinander aufgehetzt. Danach fragte er, ob die Menschen merkten, was passiert sei. Dass sie gegeneinander aufgehetzt würden. Dass genau das täglich in Deutschland passiert, und dass wir alle mitmachen. Sein Resultat: Diese Spaltung dürften wir nicht zulassen. Nur zusammen seien wir stark.

Unabhängig davon, wohin Deutschlands Weg führt, ob man an die Impfung glaubt oder den Great Reset, an ein digitales Finanzsystem oder an das Evangelium. Eine Zwischenetappe auf dem Weg zum Ziel ist offensichtlich die aktuelle gesellschaftliche Spaltung. Woher kommt die Spaltung, wo führt sie hin?

Impft Euch!

Die Spaltung in Deutschland kam mit der mRNA-Impfung. Viele Politiker und die meisten Medien sagten von Beginn an: Impft Euch!

Manche Menschen sagten ja, manche nein. So weit, so gut.

Die Politiker und die Medien sagten weiterhin: Impft Euch!

Mehr Menschen ließen sich impfen, manche Menschen ließen sich weiterhin nicht impfen.

Und wieder sagten die Politiker und die Medien: Impft Euch!

Sie sagten es wieder, und wieder.

Nach einiger Zeit hatte jeder Mensch verstanden, dass die Politiker und die Medien wollten, dass wir uns impfen lassen. Und obwohl den Politikern klar sein müsste, dass dies bereits jeder verstanden hat, sagen sie weiter: Impft Euch!

Das Resultat davon ist nicht, dass sich wesentlich mehr Menschen impfen lassen.

Das Resultat ist, dass alle Menschen wütend werden.

Die Geimpften werden wütend, weil sie selbst gehorsam waren, und glauben, Recht zu haben. Sie verstehen nicht, wieso andere Menschen ungehorsam sind. Und je öfter sie den Aufruf der Politiker zum Impfen hören, desto mehr glauben sie, die Ungeimpften seien blöd, ignorant, egoistisch. Sie glauben, dass, wenn jeder Mensch geimpft sei, die Pandemie vorbei sei, und denken, die Ungeimpften blockierten den Weg in die Freiheit.

Die Ungeimpften wiederum fühlen sich nicht mehr ernst genommen. Da täglich propagiert wird, sich zu impfen, versteht niemand ihre Argumente mehr, sich nicht impfen lassen zu wollen. Es interessiert sich auch niemand dafür. Sie werden ohne Nachfrage und ohne Verständnis gesellschaftlich an den Rand gedrängt. Sie fühlen sich nicht verstanden. Sie werden wütend.

Die Spaltung in Deutschland ist Folge eines einfachen, zermürbenden Impf-Aufrufes von politischer Seite. Das müssen wir uns bewusst machen. Durch den Impf-Aufruf werden wir ähnlich wie auf dem Konzert von Kool Savas von oben dazu angeheizt, uns zu spalten. Gegen den Anderen zu kämpfen. Lauter zu sein, Recht zu haben.

Raus aus der Spaltung

Was können wir tun, wenn wir von dieser Spaltung weg wollen? Bringt es etwas, diese aufgeheizte Impfdebatte mit anders denkenden Menschen zu diskutieren? Meistens eher nicht.

Denn wir alle sind satt, satt von eingesperrt sein, satt vom nicht verstanden sein, satt vom uns müde diskutieren, was der Andere nicht versteht.

Deshalb müssen wir raus, raus aus dem Schlachtfeld, raus aus der Spaltung, raus aus der Rechthaberei. Wir müssen Meinungen tolerieren, in unserem privaten Umfeld, und den Menschen als Erstes sagen, dass wir trotz anderer Meinung befreundet sein können.

Denn die Politiker, die die Spaltung bringen, werden das nicht tun. Sie werden uns nicht zusammenbringen. Auch das RKI wird uns nicht retten. Es wird niemand kommen, um uns zu retten aus der Spaltung. Das müssen wir selbst tun.

Wenn wir dieser Spaltungspolitik wortwörtlich den Krieg erklären wollen, dann müssen wir für uns persönlich und unser privates Umfeld Meinungstoleranz herstellen. Wir müssen wortwörtlich den Frieden herstellen, denn: Der Frieden ist gerade das, was fehlt.

Je mehr Frieden entsteht, desto mehr schaden wir der Spaltungspolitik. Wir müssen also aggressiv, und maximal viel, Frieden verbreiten. Wir können mit unserem Frieden gegen die Spaltungspolitik in den Krieg ziehen. Denn der Krieg gegen den Krieg heißt Frieden.

Gehen wir zurück von Schafen, Geimpften und Ungeimpften, wieder auf Menschen zu.

Oder, so wie Kästner in „Die Entwicklung der Menschheit“ sagt:

So haben sie mit dem Kopf und dem Mund
Den Fortschritt der Menschheit geschaffen.
Doch davon mal abgesehen und
bei Lichte betrachtet sind sie im Grund
noch immer die alten Affen.

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Und ich bin der Ansicht, dass gerade Beiträge von streitbaren Autoren für die Diskussion und die Demokratie besonders wertvoll sind. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen, und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

Dr. med. Friederike Kleinfeld arbeitet als Ärztin in der Anästhesie und Intensivmedizin, und hat 1,5 Jahre lang Covid-Patienten auf Intensivstation betreut. Ihre Doktorarbeit hat Frau Kleinfeld in der Mikrobiologie geschrieben. Hier schreibt sie unter Pseudonym.

Bild: Shutterstock
Text: Gast

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