Kinderkliniken in Montreal: „Es ist wie in einem Horrorfilm“ Zehnmal mehr Patienten mit Atemwegserkrankungen als vor Corona

Von Daniel Weinmann

Kitas waren keine Treiber der Pandemie. Diese Feststellung stammt nicht von „Corona-Leugnern“ oder Verschwörungstheoretikern, sondern von einem der härtesten Maßnahme-Fetischisten dieses Landes: Karl Wilhelm Lauterbach, Gesundheitsminister von Scholz‘ Gnaden. Was der Hardliner, dessen Politik vor allem auf Evidenzlosigkeit beruht, verschweigt: Neben Alten und Pflegebedürftigen sind es vor allem Kinder, die bis heute besonders stark unter der Corona-Politik leiden.

Dies zeigen aktuell exemplarisch die verstörenden Szenen in der Notaufnahme des Montreal Children’s Hospital. Tag für Tag landen dort Hunderte Kinder. Viele sind so krank, dass sie stationär behandelt werden müssen. Ihre Eltern übernachten dort und warten 16, 20 oder sogar 24 Stunden auf einen Termin für ihre Kleinen – je nachdem, welche Priorität ihnen bei der Einteilung zugewiesen wurde. Das medizinische Personal schuftet rund um die Uhr, um die Kinder zu versorgen.

Selbst altgediente Routiniers wie die Pädiatrin Suzanne Vaillancourt kommen an ihre Grenzen. „In den 20 Jahren, in denen ich am Montreal Children’s Hospital tätig bin, hatte ich noch nie so viel zu tun“, sagt die Notaufnahme-Ärztin der „Montreal Gazette“. „Wir arbeiten jeden Tag mit Überkapazitäten. Wir arbeiten ohne Unterbrechung, machen Überstunden und haben mit wirklich schwierigen Situationen zu kämpfen. Die Belegungsrate des Krankenhauses, in dem Vaillancourt arbeitet, liegt bei 250 Prozent.

»Das sind ernste Probleme, die ein Eingreifen in Notfällen erfordern«

Der Auslöser für die desolate Situation ist das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) – ein altbekannter, weltweit verbreiteter Erreger von Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege, den Ärzte seit jeher zu behandeln wissen. In Mitteleuropa treten RSV-Infektionen besonders oft zwischen November und April auf.

Nie dagewesen ist indes die schiere Anzahl der Kinder, die unter schweren Folgen leiden. „Wir haben wahrscheinlich zehnmal mehr Patienten mit RSV als vor der Pandemie“, sagt Vaillancourt. Selbst bei Kindern im Alter von ein bis zwei Jahren, die normalerweise nicht an RSV erkranken, ist die Immunität nicht vorhanden.“

Der Hauptgrund für die viel zu schwache Abwehrkraft: Aufgrund der Hygiene-Hysterie sind die kleinen Patienten in ihrem jungen Leben kaum mit Viren in Berührung gekommen. Die falsch verstandene Sauberkeit frisst buchstäblich ihre Kinder.

Laut Vaillancourt erholen sich zwar die meisten Kinder aus eigener Kraft und benötigen zu Hause lediglich eine „unterstützende Pflege“, etwa Medikamente zur Behandlung von Fieber, Ruhe und viel Flüssigkeit. Zu den Komplikationen könnten aber auch Atembeschwerden und die Unfähigkeit zur Flüssigkeitsaufnahme gehören. „Das sind ernste Probleme, die ein Eingreifen in Notfällen erfordern“, so die Ärztin.

»Hinter der nächsten Ecke kann etwas noch Schlimmeres passieren«

Die Crux: Da es weniger Krankenschwestern und Pflegekräfte gibt, gibt es auch weniger Betten für die kleinen Patienten in anderen Bereichen des Krankenhauses. Daher bleiben sie in der Notaufnahme, auch wenn neue Wellen kranker Kinder eintreffen.

Ähnlich präsentiert sich die Situation im Centre Hospitalier Universitaire Sainte-Justine in Montreal, das zu den vier wichtigsten pädiatrischen Zentren in Nordamerika zählt. Der Leiter der Notfallmedizin, Antonio D’Angelo, schätzt die Anzahl der täglichen Neuankömmlinge auf bis zu 300. „Sobald es zu einem Rückstau von Patienten kommt, die nicht auf der Station aufgenommen werden können, wird die Notaufnahme nicht nur zu einer Notaufnahme, sondern auch zu einer Station, auf der die Patienten weiter behandelt werden müssen“, beschreibt der Arzt die unerträgliche Situation.

„Es ist wie in einem Horrorfilm, in dem der Hauptfigur etwas Schlimmes zustößt und man denkt, das sei das Schlimmste. Aber hinter der nächsten Ecke kann etwas noch Schlimmeres passieren“, so D’Angelo. „Das ist sehr beunruhigend, weil man nicht weiß, was hinter der Kurve kommt.“ Ein Twitter-Nutzer bringt die sträfliche Corona-Politik treffend auf den Punkt: „Wahrscheinlich hätte man nicht das größte medizinische Experiment der Geschichte ins Leben rufen und dann das Personal entlassen sollen, das nicht mitmachen wollte.“

 

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Daniel Weinmann arbeitete viele Jahre als Redakteur bei einem der bekanntesten deutschen Medien. Er schreibt hier unter Pseudonym.

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