Klima-Extremisten: Landnahme im Rheinischen Revier Dieser Kohle-Protest stinkt zum Himmel

Von Kai Rebmann

Lützerath wurde in den vergangenen Wochen zum Symbol für den mitunter gewalttätigen Widerstand gegen den Tagebau im Rheinischen Revier. Aber nicht nur dafür. Beispiele wie die Videos der inszenierten „Festnahme“ von Greta Thunberg dokumentierten auch die Schlagseite, mit der die meisten Medien über die Ereignisse vor, während und nach der Räumung des längst verlassenen Ortsteils von Erkelenz berichteten. Und wie die Polizei offenbar zwischen „guten“ und „bösen“ Demonstranten unterscheidet. Dass es in Lützerath mehrfach und fortlaufend zur Überschreitung von roten Linien gekommen ist, belegt ein Brandbrief, den Bewohner der umliegenden Kohledörfer an den Polizeipräsidenten, das Landratsamt und den Bürgermeister geschrieben haben. Demnach herrschen in Berverath, Keyenberg, Kuckum sowie Ober- und Unterwestrich nach wie vor teilweise bürgerkriegsähnliche Zustände. Auch diese Dörfer sollten ursprünglich abgebaggert werden, konnten im Rahmen einer mit RWE ausgehandelten Kompromisslösung aber gerettet werden.

Im Gegensatz zu Lützerath sind die Nachbardörfer immer noch bewohnt, wenn zum Teil auch nur von einer Handvoll Menschen. Denen wird das Leben in ihrer Heimat jetzt aber nicht etwa von dem Energieriesen zur Hölle gemacht, sondern von den Anhängern der Klima-Sekte. Die Bewohner der Kohledörfer berichten unter anderem von massiven Bedrohungen durch die selbsternannten Weltretter, so dass sich manche von ihnen inzwischen nicht einmal mehr auf die Straße trauen. „Wir haben schlichtweg Angst“, so der Tenor des Schreibens, aus dem die „Rheinische Post“ zitiert. Andere Medien berichten nur sehr vereinzelt über die Verhältnisse in den Dörfern rund um Lützerath und wenn, dann allenfalls im Kleingedruckten.

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In Gärten uriniert und gesch…

Wie verängstigt die Bewohner in der Region inzwischen sind, zeigt auch die Tatsache, dass die meisten von ihnen anonym bleiben wollen und Barbara Oberherr daher als inoffizielle Sprecherin der Dorfgemeinschaft fungiert. Die Keyenbergerin fühlt sich an den Hitchcock-Roman „Die Vögel“ erinnert, wenn sie sagt: „Da rennen nachts 100 bis 200 schwarz Vermummte durchs Dorf, rufen Parolen und werfen Böller. Die haben im Grunde die ganzen Dörfer zugeschissen, an den Häusern und auf den Feldern massive Schäden hinterlassen.“ In dem Brandbrief ist in diesem Zusammenhang unter anderem von eingeschlagenen Scheiben und beschmierten Wänden die Rede. Darüber hinaus sollen die Besatzer in Hofeinfahrten uriniert und größere Geschäfte in den Gärten der Bewohner erledigt haben.

Das ist aber noch längst nicht alles. Offenbar sind einige der Klima-Extremisten gekommen, um zu bleiben. So wird in dem Brandbrief zum Beispiel von wildem Campieren auf Privatgrundstücken und der Entstehung eines Parallelstaats berichtet. Es entstehe der Eindruck, „als ob wir herausgeekelt werden sollen“, so die Bewohner der Kohledörfer. Versuche, die Öko-Vandalen zur Vernunft zu bringen und diese auf die rechtmäßigen Eigentumsverhältnisse hinzuweisen, laufen anscheinend regelmäßig ins Leere. Sie sollten gefälligst wieder reingehen und ferngucken, dann würden sie „den Mist“ nicht mitbekommen, ist dabei noch eine der harmloseren Antworten, die die Menschen in Berverath, Keyenberg, Kuckum sowie Ober- und Unterwestrich zu hören bekommen. Nicht selten geht es aber auch in diese Richtung: „Wir haben die Dörfer gerettet und nun entscheiden wir, was damit wird!“ Oder: „Hier wird sowieso bald alles abgebaggert, wir können machen, was wir wollen.“

Stimmung in den Kohledörfern ist gekippt

Und so wurden Lützerath und seine Nachbardörfer in diesen Tagen auch zum Symbol einer weiteren Wahrheit. Einem guten Teil der Extremisten geht es weder um die Abwendung der vermeintlichen Klima-Apokalypse noch um den Einsatz für ihre Mitmenschen, sondern einzig und allein um die Verfolgung ihrer eigenen Agenda. Deshalb betonen die Anwohner in ihrem Schreiben, dass sie sich von Bündnissen wie „Alle Dörfer bleiben“ inzwischen klar distanzieren. Viele von ihnen haben zunächst selbst für den Klimaschutz demonstriert und um den Erhalt ihrer Dörfer gekämpft. Dennoch schlagen sie zum Ende ihres Brandbriefes auch versöhnliche Töne an: „Aber wir glauben auch an unsere repräsentative Demokratie und akzeptieren, was die von uns gewählten Volksvertreter entscheiden. Natürlich kann nie eine Einigung in jeglicher Hinsicht erzielt werden, welche allen zusagt. Nur zeichnet sich eine Demokratie dadurch aus, dass man die Meinung der Mehrheit respektiert.“

Auch Bürgermeister Stephan Muckel (CDU) hat das Gefühl, „dass die Stimmung umschlägt.“ Im Rathaus stapelten sich die Beschwerden der Bewohner der fünf Dörfer sowie aus dem benachbarten Holzweiler, weshalb man zuletzt zahlreiche Gespräche geführt habe. Für Verdruss sorgt außerdem die Tatsache, dass sich die Einwohner von der Polizei zuletzt im Stich gelassen fühlten, insbesondere während der Großdemonstration in und um Lützerath: „Da bei den einzelnen Konfrontationen an diesem Tag keine Polizei zu uns durchkam oder Kräfte nicht vorhanden waren, mussten wir uns selber helfen. Gerade bei den älteren Anwohnern produzierte dies Angst, wie man sich vorstellen kann.“

Wie es mit Berverath, Keyenberg, Kuckum sowie Ober- und Unterwestrich weitergeht, steht noch in den Sternen. Die ersten Weichen sollen Ende nächster Woche im Rahmen einer Bürgerversammlung in der Stadthalle gestellt werden. Fest steht für die Bewohner nur: Die Klima-Extremisten sollen bei diesen Plänen möglichst keine Rolle mehr spielen!

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Kai Rebmann ist Publizist und Verleger. Er leitet einen Verlag und betreibt einen eigenen Blog.

Bild: Pieter Brantjes/Shutterstock

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