Lust auf den Lockdown: Deutsche skeptisch gegenüber schwedischem Weg Exklusive INSA-Umfrage

In meinem persönlichen Umfeld habe ich den Eindruck, dass nur wenige den Lockdown und die harte Politik von Merkel unterstützen. Aber weil mir klar ist, dass so ein Eindruck völlig subjektiv ist und leicht dazu angetan, einen in die Irre zu führen, habe ich wieder eine Umfrage in Auftrag gegeben bei INSA. Das renommierte Institut mit Sitz in Erfurt hat mehr als 2000 Menschen in Deutschland per Telefon und online befragt, wie sie zu folgender Aussage stehen: „Deutschland sollte sich in der Corona-Bekämpfung an Schweden orientieren, wo bisher auf breitflächige Lockdowns verzichtet wurde und auch künftig verzichtet werden soll.“ Das Ergebnis hat mich sehr überrascht – steht es doch im diametralen Kontrast zu meinen persönlichen Erfahrungen. Was zum einen den Verdacht nahelegt, dass man leicht in eine Echokammer gerät. Allerdings sind auch andere Erklärungsversuche möglich. Eine russisch-jüdische Freundin, die im Gegensatz zur Mehrheit der Deutschen ein enormes Misstrauen in den Staat und auch Institutionen wie Meinungsumfragen hat, glaubt an solche Befragungen nicht – die Menschen würden sich heute schon genieren, bei Befragungen unbequeme Meinungen kundzutun – um bloß nicht in ein falsches Licht zu geraten. Für wahrscheinlich halte ich eine Mischung aus beiden Erklärungen: Den Echo-Kammer-Effekt, und eine gewisse Fehlerquote bei Umfragen. Aber das ist nur meine Vermutung. Ich überlasse Ihnen Ihre eigenen Schlussfolgerungen – und präsentiere hier die nackten Zahlen:


Eine relative Mehrheit von 47 Prozent der Befragten ist nicht der Ansicht, dass sich Deutschland in der Corona-Bekämpfung an Schweden orientieren sollte. Etwa ein Viertel der Befragten (26 Prozent) ist hingegen meint, dass sich Deutschland in der Corona-Bekämpfung an Schweden orientieren sollte. Es fällt auf, dass sich 27 Prozent nicht äußern können oder wollen – mehr, als für den schwedischen Weg sind. Umgekehrt kann man die Zahlen deshalb auch so interpretieren, dass nur eine knappe Hälfte explizit gegen den schwedischen Weg ist.

 


Befragte ab 60 Jahren sind deutlich häufiger gegen eine Orientierung an Schweden in der Corona-Bekämpfung als dies jüngere Befragte sind (55 Prozent zu 39 bis 46 Prozent). Das könnte mit Berichten über höhere Todeszahlen zu Beginn der Corona-Krise in schwedischen Altenheimen zu tun haben. Die schwedischen Behörden betonen, dies seien Fehler gewesen, die nichts mit dem schwedischen Sonderweg zu tun hatten.

 

Erwerbstätige Befragte sind häufiger für eine Orientierung an Schweden in der Corona-Bekämpfung als nicht erwerbstätige Befragte (30 zu 22 Prozent).

 


Befragte mit einem Migrationshintergrund sind häufiger dafür, dass sich Deutschland in der Corona-Bekämpfung an Schweden orientieren sollte, als dies Befragte ohne einen Migrationshintergrund sind (32 zu 25 Prozent).

 

Während Wähler der FDP relativ-mehrheitlich dafür sind, dass sich Deutschland in der Corona-Bekämpfung an Schweden orientieren sollte (47 zu 33 Prozent) und AfD-Wähler sogar absolut-mehrheitlich (56 zu 22 Prozent), sind sämtliche anderen Wählergruppen jeweils mehrheitlich gegen eine solche Orientierung an Schweden (52 bis 69 Prozent).

Nach den jüngsten Berichten auf meiner Seite sind die Todeszahlen in Schweden, umgerechnet auf die Bevölkerungszahl, trotz des Verzichts auf einen Lockdown vergleichbar mit denen in Deutschland.

Eine der Ursachen für die relativ große Ablehnung des schwedischen Wegs dürfte ein massives Framing in den Medien sein. Berichte wie die oben verlinkten, die für das schwedische Modell sprechen, sind in den großen deutschen Medien eher selten zu finden, und wenn, dann eher im Kleingedruckten.


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Bild: Dan_Manila/Shutterstock
Text: red


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