Nach Rede bei Corona-Demo: Hausdurchsuchung bei Polizisten

Die Polizeiführung in Hannover geht mit harten Bandagen gegen Kritiker der Corona-Politik in ihren Reihen vor: Nachdem der Kriminalhauptkommissar Michael Fritsch auf einer Demonstration von Corona-Maßnahmen-Gegnern in Dortmund Anfang August eine Rede gehalten hat und dort die Politik der Regierung kritisierte, wurde er schon am nächsten Tag vom Dienst suspendiert. Dann wurde ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet, und bei ihm Zuhause eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Teilweise sollen die Beamten dabei sehr harsch vorgegangen sein. So ist nach Angaben von Fritsch seine Lebensgefährtin traumatisiert worden, und bekam auch eine blutende Wunde am Unterarm. Sie habe nun Angst um ihre Existenz, nachdem auch Sachen von ihr durchsucht und beschlagnahmt wurden und die Hausdurchsuchung sich nun am Wohnort herumspreche.

Am 21.08.2020 hat das Verwaltungsgericht Hannover auf Antrag der Polizeidirektion die vollständige Durchsuchung der Privatsphäre von Fritsch angeordnet. Laut Beschluss sollten dabei neben Wohn- und Nebenräumen seine Telefone und Computer, seine privaten E-Mails und Social Media-Accounts und sonstigen Daten durchsucht werden. Die Begründung: „Der von der Antragsstellerin“ – also der Polizeiführung – „gegenüber dem Antragsgegner gehegte Verdacht, er habe die Überzeugung eines ‘Reichsbürgers‘ und dokumentiere das auch nach außen, ergäbe im Fall der Erweislichkeit ein schwerwiegendes Dienstvergehen“.

Hört man sich die Rede von Fritsch an, ergeben sich dort keine Anknüpfungspunkte für den geäußerten Verdacht (siehe hier). Bei der Durchsuchung rückten die Kollegen bewaffnet an und gingen davon aus, ein gefährlicher Hund sei im Haushalt, obwohl Fritsch nach eigener Auskunft keinen Hund hält.

Fritsch erzählte in einem Interview mit Heiko Schöning vom „Außerparlamentarischer Corona Untersuchungsausschuss (ACU)“, das im Internet abrufbar ist: „Wir saßen morgens am Frühstück und es klingelte an der Tür, und da waren Kollegen, mit einer großen Schlinge, weil meine Klingel wie ein Hund klingt, und fragten, wo ist der Hund, wo ist der Hund? Sie liefen mit der großen Schlinge auf meine Freundin zu. Es war ein fürchterliches Durcheinander.“ Zehn, zwölf Polizisten hätten vier Stunden lang sein Haus „von Keller bis auf den Dachboden auf links gekrempelt“ und „etliche Dinge mitgenommen“.

Obwohl es kein Strafverfahren gebe, sondern nur ein Disziplinarverfahren, sei das Haus umgekrempelt worden. Auch bei einem Freund sei das Haus durchsucht worden. Fritsch sagte, trotz des laufenden Verfahrens wolle er nicht schweigen, um zu zeigen, welche Folgen es haben kann, wenn man heute sein Recht auf freie Meinungsäußerung ausübe. Der Mediziner Schöning attestierte, der Eingriff gegen Fritsch und das Eindringen in seine Privatsphäre seien geeignet, zu traumatisierten. Seine Lebensgefährtin habe alles „nicht fassen und nicht glauben wollen, sie ist laut geworden und hat geschrien“, erzählte Fritsch: „Es brach alles über ihr zusammen“. Sie sei traumatisiert und habe jetzt ständige Angst.

Zu dem Vorwurf aus dem Untersuchungsbeschluss, der Kriminalhauptkommissar habe die Überzeugung eines Reichsbürgers, wird er leider in dem Video nicht befragt. Allerdings stellt sich auch hier die Frage, inwieweit eine mögliche Überzeugung relevant wäre, wenn jemand seine dienstlichen Aufgaben tadellos erfüllt.


Bild: Screenshot/Phoenix
Text: red

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Bernward Boden
5 Monate zuvor

Lieber Boris Reitschuster, können Sie dem KHK – in Suspendierung – einen freundlichen Gruß von dem ehemaligen Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Kritischer Polizisten – 1988-1998 – und Gewerkschaftler Bernward Boden (in FB unter Ben Boden) mitteilen. Ich habe seine besonnene Rede gehört, es hätte meine sein können. Ich kann ihm gewiss nicht helfen, das machen ja Anwälte hoffentlich gut. Aber ich steh an seiner Seite. Auch denke ich an seine Lebenspartnerin und empfinde Trauer, dass man sie so behandelt hat. Ich sah das Video, in dem er das erzählt hat. Wenn er möchte, kann er mit mir telefonieren unter 04931-9301981. Er muss nicht. Es ist nur ein Angebot als Kollege und pensionierter KHK aus NRW. Ich war in Köln Kriminalbeamter, auch ne Weile in der Prävention wie er, und ich habe auch schwere Zeiten hinte rmir wegen meines Engagements. Ich kenn das alles zu Genüge. Ich hoffe, er hat guten Ausgleich. Eines Tages wird er dankbar sein, seinem Gewissen gefolgt zu sein. Danke. Ihm und auch Ihnen. – – Lieben Gruß aus Ostfriesland, meiner Exil-Heimat als Kölner. – Bernward Boden, KHK a.D.

Andreas Göpfert
5 Monate zuvor

Sehr geehrter Herr Reitschuster,

Ihr redaktioneller Betrag, schockiert. Schon beim lesen kann man die Angst nachvollziehen, welche die Lebensgefährtin und vielleicht auch Herr Michael Fritsch bei dieser Aktion hatten.
Ich möchte gern aus meiner inneren Überzeugung heraus Anteil nehmen.
Keine rühmliche Straftat gegenüber einem, der fast sein ganzes Leben der Polizei und dem Schutz des Bürgers widmete. Das er das auch wirklich ehrlich so gemeint hatte, zeugt von Standhaftigkeit, Ehre und Liebe zum Beruf, die sich andere (nicht nur bei der Polizei) noch zu verdienen gelobten.

Ich bin nach einem längerem Kuraufenthalt bei Herbert Mielke noch vor der Maueröffnung in das damalige Westberlin gekommen. Polizisten waren es, die mich freundlich und herzlich dort begrüßten. Sie luden mich in ihre Wache in Tiergarten ein und ich mußte bei einem Kaffee meine Story erzählen und es war, als hätte man das erste mal ehrliches Interesse daran gehabt.
Ich beschloss ein Leben in Freiheit und demokratischen Grundrechten zu leben und etwas davon zurückzugeben.

Heute 31 Jahre später läutet in meinem Kopf immer noch die Berliner Freiheitsglocke. Im RIAS Rundfunk im Amerikanischen Sektor) wurde sie jeden Sonntag Mittag für mich geläutet. Immer wieder habe ich mich daran schon im Osten Einnorden können und der tiefe Wille nach Demokratie und Gleichheit ist mir heute mehr in Fleisch und Blut, als wahrscheinlich vielen Politikern dieser herrlichen Republik heute.

Allen diejenigen, die sich Michael Fritsch oder anders nennen und unter der Haut und im Kopf genau so fühlen, möchte ich gern diese Wort einmal schicken. Sie gehen heute noch so tief unter meine Haut, dass sie an Bedeutung eher gewonnen als verloren haben.

Also dann hoffe ich, dass diese Worte immer und immer lauter werden. Sie sollen das Rufen nach Freiheit, Menschlichkeit und nach einer Bürgerinteressenpolitik immer lauter werden lassen. Sie sollen hineinklingen in die Köpfe derer, die sich berufen und mutig fühlen Widerstand zu leisten. Auch in die Polizeiköpfe, denn Ihr seid doch unsere Jungs und Kinder.
Ich danke Euch dafür,
Euer Andreas Göpfert

Man kann das Läuten übrigens sehr gut googeln!
Und hier sind diese Worte:
„Ich glaube an die Unantastbarkeit und an die Würde jedes einzelnen Menschen. Ich glaube, dass allen Menschen von Gott das gleiche Recht auf Freiheit gegeben wurde. Ich verspreche, jedem Angriff auf die Freiheit und der Tyrannei Widerstand zu leisten, wo auch immer sie auftreten mögen.“

Jorge Frómeta Lores
5 Monate zuvor

… , kriegen die Schwingungen von Mensch zu Mensch nicht, da die dafür, bekanntlich keine Antennen haben.

Andreas Göpfert
Antwort an  Jorge Frómeta Lores
5 Monate zuvor

Lieber Jorge, es sind Menschen wie Du und ich.

Sie stehen halt nur auf der anderen Seite.
Sie haben noch nicht über die Bedeutung von Freiheit, Menschlichkeit und Liebe nachgedacht oder nachdenken können. Ich wette sie hatten dafür noch gar keine Zeit im Leben. Sie erfüllen Ihre Pflicht, weil es Ihnen so befohlen wurde. Sie sehen nicht die Väter und Mütter und deren Kinder in den Demonstranten. Sie erfüllen Befehle aus der anerzogenen Notwendigkeit heraus. Andere Polizisten sind ihre Freunde, ihre Familie uns ihr Halt.

Es sind Menschen. Sie können sprechen und haben Gefühle. Wenn sie einen Demonstrant mit Füßen den Kopf niederdrücken, eine schwangere Frauen schlagen, oder in fremden Wohnungen eindringen und Menschen wehtun, sind es Menschen die später irgendwann nicht mehr stolz darauf sein werden. Denn es ist falsch. Aber gewiss sind nicht alle so. Kein Polizist hat einmal seinen Eid gesprochen, um anderen Menschen Gewalt anzutun. Ich bin sicher, dass viele dieser Menschen diese Erlebnisse später anders bewerten werden. Schau es sind teilweise sehr junge Menschen, die all diese Erlebnisse mit nachhause nehmen müssen! Was Du Jorge geschrieben hast ist der Ist-Zustand. Wie aber sieht Deine Lösung aus?

Stephan
Antwort an  Andreas Göpfert
1 Monat zuvor

Es sind Menschen ,die ohne Moral und Ethik in einem Schulsystem von Lehrern konditioniert wurden ,wo es nur um den eigenen Wohlstand und Ego geht. Wie ist es zu erklären ,dass Pädagogen Kinder mit Masken nötigen und foltern. Der Untertan gehorcht auch bis zum Schießbefehl .“Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und alle wie die hießen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann, der Postmann, der eine Uniform bekommen, eine Binde bekommen und eine Soldatenmütze auf den Kopf drauf…..und dann waren sie die Herrenmenschen.“Karel Stojka,Häftling in Auschwitz

Jorge Frómeta Lores
5 Monate zuvor

Man weiß, man hat mit Leute zu tun, die nicht normal ticken. Man weiß genauer, diese Personen habe weder Skrupel, noch Hemmungen. Über Antennen für seelige Schwingungen, verfügen die auch nicht. Die überraschen und schockieren gerne, arbeiten viel mit Erniedrigung, sehen nicht schlimm daran, was sie dem anderen antun, keine Schuldgefühle, keine Reue, gehen über Leiche, sind Machtgeil, Kontrollfanatiker, die wollen stehts wissen, was das angebl. Opfer macht. Stellen gerne Fallen, beschäftigen sich damit sehr intensiv und viel Zeit, nur um die Angst beim angebl. Opfer zu genieße. Das macht die euphorisch. Mögen nicht, wenn andere Komplimente kriegen. Den machen die sofort klein und fertig. Wenn wir für Freude unter uns sorgen, drehen die durch. Lesen alles mit, schreiben dazwischen auch hin, kriegen sowieso die Schwingungen von Mensch zu Mensch, da die dafür bekanntlich keine Antennen haben. Deswegen, unterschätzen die den Mensch immer, und wieder auf neu. Hassen den Mensch. Können Altruismus nicht nachvollziehen. Sind als Trollen sehr gerne unterwegs. Die Reaktionen des angebl. Opfer, wenn die auf Leiden deuten, geben ihnen Energie. Ticken wirklich wie kleine Algoritmen (sind in dem Sinne keine Menschen). Alles psychopatische Zügen. Das alles, sollte man in seiner Strategie einbeziehen, und teilweise selbst gegen die anwenden. Man sollte Gegenmaßnahmen parat haben, die man ggfals abspielen lässt. Und wenn der Gegenwind stärker wird. Macht nichts. Wir auch! ✌?