Rollator-Putsch: „Da stimmt etwas nicht“ ARD beim Schummeln mit Bildern erwischt

SPD-Chef Lars Klingbeil macht keinen Hehl daraus, dass es ihm nicht passt, wenn er die öffentliche Debatte und die Narrative einmal nicht so gut kontrollieren kann, wie er das offenbar gewohnt ist. Zu den bundesweiten Razzien wegen eines angeblichen Umsturzversuches sagte der Parteichef jetzt bei Markus Lanz im ZDF: „Wenn in diesen Tagen mehr darüber geredet wird, warum ein paar Journalisten davon gewusst haben, als über das Netzwerk an sich, dann frage ich mich, welche Debatten führen wir eigentlich?“

Wir führen eine Debatte darüber, wie glaubwürdig das Narrativ ist, das in Sondersendungen zur besten Hauptnachrichten-Zeit in ARD und ZDF sowie in allen großen Medien in Dauerschleife den Menschen eingebläut wird. Es ist eine Debatte über die Sollbruchstelle von der ach so gefährlichen Rentner-Gang. Bei der inzwischen offenbar kein Trick zu plump ist, um das zerbröckelnde Narrativ doch noch zu retten. War bisher immer von einer Schusswaffe die Rede, die bei sage und schreibe 130 Durchsuchungsaktionen gefunden wurde, und von der unbekannt ist, ob sie legal oder illegal bei ihrem Besitzer war, so schreibt „Focus“ jetzt: „Bei den Verdächtigen waren rund 90 Waffen gefunden worden, darunter Schwerter, Armbrüste und Schusswaffen. Außerdem soll einer der Beschuldigten als Waffenhändler Zugang zu weiteren Waffen gehabt haben.“ Armbrüste? Schwerter? 

Die ARD schummelt sogar mit Bildern, um ordentliche Gefahr zu konstruieren. Sie blendet jahrealte Aufnahmen so ein, als seien sie von der aktuellen Aktion.

Auch der „Focus“-Artikel wird im weiteren Verlauf nicht weniger abstrus. Da steht über Heinrich XIII Prinz Reuß: „Er sollte nach einem Umsturz als Staatsoberhaupt fungieren. Zu den Tatverdächtigen zählt auch die Berliner Richterin und frühere AfD-Bundestagsabgeordnete Birgit Malsack-Winkemann. Sie sollte im Staate von Prinz Reuß das Amt der Justizministerin bekleiden.“

Pläne nach wie vielen Flaschen Wein? Dazu fällt mir nur ein Zitat von Jens Peter Paul aus dem „Cicero“ ein: „Die wirklich gefährliche Delegitimation deutscher Politik fand und findet weiterhin im Kanzleramt statt, nunmehr unter Anleitung von SPD und Grünen und mit Mehrheitsbeschaffung durch die FDP. Daran ändert auch die mediale Vorab-Hinrichtung eines staatsfeindlich gesinnten, aber nach allem, was man heute wissen kann, völlig belang- und wirkungslosen Thüringer Prinzen samt Leibkoch und Camarilla nichts. Es ist nicht strafbar, einen an der Waffel zu haben und dummes Zeug zu reden. Dass das auch so bleibt, ist nicht zuletzt auch im Interesse einer ganzen Reihe von Mitgliedern dieser Bundesregierung.“

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Dass Lars Klingbeil die Diskussion darüber unterdrücken will, dass die Razzien offenbar in ganz großem Umfang vorab an Journalisten durchgestochen wurden, und dass diese aus allernächster Nähe filmen und berichten durften, hat wohl einen guten Grund. Denn dieser Umstand ist dazu angetan, das große Narrativ von den ach so gefährlichen Verschwörern in sich zusammen brechen zu lassen.

Deutlich macht das die Zuschrift eines Kollegen, dessen Koordinaten mir bekannt sind. Er schrieb mir: „Im September 2018 hatte ich die Verhaftung eines ‚Reichsbürgers‘ für einen lokalen Fernsehsender gefilmt, ich war der einzige anwesende Journalist, der Bereich war großräumig abgesperrt, es waren mehr als 45 schwer bewaffnete SEK-Leute im Einsatz. Es hat über 20 Minuten gedauert, bis ich durch Insistieren auf die Einschaltung des Polizeipräsidiums mit meinem gültigen Presseausweis in die Nähe des Hauses durchgelassen wurde. Es bestand angeblich Gefahr eines Schusswaffengebrauchs und niemand dürfe näher herantreten, nachher kannte jeder der anwesenden Polizisten meinen Namen und ich wurde beim Filmen massiv von der Polizei geblendet.“

‘Da stimmt etwas nicht´

Was für ein Kontrast zu der jetzigen Razzia, wie der Kollege betont: „Vergleiche ich das damalige Vorgehen gegen einen – nach meiner vorherigen Einschätzung und im Nachhinein aus der Gerichtsverhandlung – eher harmlosen Spinner-Reichsbürger mit dem Titel ‚Minister für besondere Angelegenheiten‘ mit dem Vorgehen gegen die ‚Umsturzbewegung‘, zu der praktisch als Pressetermin eingeladen wurde, dann stimmt da etwas nicht.“

Ist das der Grund, warum Klingbeil so allergisch auf Fragen nach der Vorab-Information für willfährige Journalisten und deren direkte Anwesenheit reagierte?

Der Politikwissenschaftler Wolfgang Merkel durfte denn auch als Stimme der Vernunft bei Markus Lanz etwas Realität in die Runde bringen: „Dass das ein Putschversuch gegen die demokratische Ordnung unseres Landes hätte sein können, kann kein Mensch ernsthaft glauben“. Demnach würden uns die Innenministerin, die Mehrheit der Politiker und Journalisten für dumm verkaufen.

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