Schon wieder Krawallnacht in Stuttgart. Und schon wieder Vertuschung? "Party- und Eventszene" erneut "aktiv"

Und täglich grüßt das Murmeltier: Vergangenen Juni war es in der Stuttgarter Innenstadt zu heftigen Ausschreitungen gekommen. Mit geradezu akrobatischen sprachlichen und semantischen Verrenkungen vermieden Polizei und Stadtführung auf einer Pressekonferenz, Ross und Reiter zu nennen. Erst war von „Party- und Eventszene“ die Rede, dann von bestimmten „Erlebnisstrukturen“ (was ist das?). Bei den Krawallen damals wurden 19 Polizisten verletzt, 40 Geschäfte beschädigt, neun geplündert und 24 Tatverdächtige festgenommen. Umso absurder damals die Verharmlosung des Horrors als „Party- und Samstagabend-Szene“. Es ging darum zu vertuschen, dass vor allem Jugendliche mit Migrationshintergrund den Ton angaben. Die Szenen dürften sich nicht wiederholen, hieß es damals.

Doch genau das geschah jetzt, zumindest ansatzweise: Es gab erneut Flaschenwürfe und Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und der Polizei in der Stuttgarter Innenstadt. Fünf Polizisten wurden verletzt. Laut Stuttgarter Polizei hatten sich am Samstagabend dort bis zu 600 Menschen versammelt. Die Freitreppe war bereits am Abend zuvor geräumt worden, weil sich die in der Mehrzahl jungen Menschen nicht an Abstandsregeln und Alkoholverbot hielten. Den Angaben der Polizei zufolge waren „zahlreiche Personen“ schon tagsüber und dann auch am Abend in der Stuttgarter Innenstadt unterwegs. „In den späten Abendstunden hätten diese sich vor allem im Bereich des Schlossplatzes und der Freitreppe aufgehalten. Ab 22 Uhr hätten Polizeibeamte einzelne Personengruppen auf das geltende Alkoholkonsumverbot angesprochen und sie auf die Regelungen der Corona-Verordnung hingewiesen“, berichtet der SWR.

Gegen Mitternacht sei die Stimmung gekippt. „Offenbar kam es dort unvermittelt zu Flaschenwürfen in Richtung der Einsatzkräfte“, so die Polizei. Es gab Handgreiflichkeiten. Laut Polizeibericht entschied sich der Einsatzleiter, die Freitreppe deshalb zu räumen. Die Beamten hätten die Personen aufgefordert, sich in Richtung des Hauptbahnhofes zu entfernen, so der SWR. Dabei sei es „offenbar zu weiteren Flaschenwürfen, Auseinandersetzungen und massiven Beleidigungen“ gekommen. Es sei auch Pfefferspray eingesetzt worden, und es kam zu  „diversen Sachbeschädigungen im Bereich der Königstraße“.

Bildern nach zu urteilen liegt die Vermutung nahe, dass auch diesmal wieder die ortstypische „Party- und Eventszene“ am Werk war. Und dass Polizei, Politik und Medien wieder in der gleichen Manier wie im vergangenen Jahr alles daran legen, Ross und Reiter nicht zu nennen. Bei SWR und Welt wird dieser Hintergrund vom letzten Jahr etwa völlig verschwiegen. Dabei wäre Offenheit hier vor allem deshalb wichtig, um vorhandene Probleme zu erkennen und dann auch anzugehen – etwa mögliche Probleme mit der Integration. Diese zu benennen hat nichts mit dem Totschlagargument „Rassismus“ zu tun, sondern ist unabdingbar, um vorhandene Probleme zu lösen. Durch Verschweigen und Vertuschen wird dies unmöglich gemacht. Ob es im konkreten Fall erneut so war, wie die Bilder nahelegen, ist noch offen: Aber dass nicht einmal die Frage aufgeworfen wird, spricht vor dem Hintergrund der Vertuschungsversuche im letzten Jahr Bände.

Stattdessen wird an den Symptomen herumgedoktert. Jetzt prüfen Stadt und Polizei dem Bericht zufolge ein Verweilverbot für mehrere beliebte Bereiche. „Das würde bedeuten, dass man an den kommenden Wochenenden zwischen 22 und 6 Uhr zwar noch durch die Innenstadt gehen darf, man kann sich dann aber nicht mehr dort niederlassen“, führte ein Polizeisprecher aus. Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU), bekannt für sein hartes Durchgreifen gegen Corona-Maßnahmen-Kritiker, veurteilte die Ausschreitungen in Stuttgart als „völlig unverständlich und absolut inakzeptabel“. Weiter führte er aus: „Es gilt klipp und klar: Wir nehmen es nicht hin, dass Störenfriede in der Stuttgarter Innenstadt gegen Recht und Gesetz verstoßen und Polizistinnen und Polizisten massiv beleidigen und gar verletzen.“

Diese Aussagen könnten vom vergangenen Jahr stammen. Und sie werfen die Frage auf: Wenn die Politik es nicht hinnimmt, warum wiederholen sich dann die Szenen?

In den sozialen Netzwerken sorgten die Ereignisse der Nacht für heftige Diskussionen und Emotionen:

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Bild: Screenshot/SWR Aktuell
Text: red
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